Der Gemeindeverwaltungsverband investiert in die vierte Reinigungsstufe der Kläranlage. Trotz Verzögerung ist der Projektleiter optimistisch.
Sie soll im Gebiet des Gemeindeverwaltungsverbandes Donaueschingen (GVV) das Wasser nach höchsten Standards behandeln: die vierte Reinigungsstufe für die Kläranlage im Haberfeld. 21 Millionen Euro ist das saubere Abwasser den Kommunen und dem Regierungspräsidium Freiburg wert.
Nun hat sich der GVV unter Vorsitz von Donaueschingens Oberbürgermeister Erik Pauly im Haberfeld vom Baufortschritt überzeugt. Hier soll zukünftig über ein Kombinationsverfahren aus Ozonung und granulierter Aktivkohle Abwasser gereinigt werden.
Projektleiter Gian Andri Levy von den Holinger-Ingenieuren präsentierte den Zwischenstand, der über alle bisher durchgeführten Arbeiten aktuell im siebenstelligen Bereich unter der prognostizierten Kostensumme liegt. Als Gründe nannte er deutlich günstigere Kosten beim Baumeister und bei technischer Ausrüstung.
Die bisherige Kostenersparnis bezeichnete er im Hinblick auf nicht erwartete Mehrkosten, die für das Engagement eines Fachbüros für Altlasten und die Altlastentsorgung entstehen, als Glücksfall.
Rückstand von fünf Wochen
Als Herausforderung stufte er zudem den momentan fünfwöchigen zeitlichen Rückstand ein. Die Erfahrung des beauftragten Bauunternehmens stimme ihn jedoch zuversichtlich, dass die Inbetriebnahme Ende 2027/Anfang 2028 dennoch termingerecht erfolgt. Als unerfreulich stufte er den Diebstahl von Material und Werkzeug ein.
Betriebsleiter Martin Eschenhagen informierte in seiner Funktion als Gewässerschutzbeauftragter, dass sich mit den heutigen analytischen und technischen Möglichkeiten bereits die geringsten Abweichungen der Reinigungsleistung und Nichteinhaltung von Qualitätsanforderungen feststellen lassen. Er attestierte anhand von Grafiken und Werten einen ausgezeichneten Reinigungszustand und dankte den Verbandsmitgliedern für ihre vorausschauenden Beschlüsse, diese dauerhaft einzuhalten.
Unberechenbarer Faktor bleiben für den Betrieb die zunehmenden Starkniederschläge und lange anhaltenden Regenperioden. Sie verdünnen die Belastung im Zulauf und führen so zu einer Minderung der Reinigungsleistung. Eschenhagen bat zudem die Kommunen, die Sanierung der Kanalisationen nicht zu vernachlässigen und festgestellte Schäden möglichst zeitnah zu beseitigen.
Entsorgung gesichert
Die Klärschlammentsorgung für einen Zusammenschluss mehrerer Kläranlagen ab 2029 ist gesichert. Der Gemeindeverwaltungsverband stimmte einer Vergabe an den zweitgünstigsten Bieter für 130 Euro netto pro Tonne zu, nachdem die Justiz beim günstigsten Anbieter Unstimmigkeiten festgestellt hatte. Noch nicht geklärt sind die Transportkosten, die sich aufgrund der aktuellen Situation als relativ wechselhaft erweisen. Architektin Linda Rebholz vom gleichnamigen Architekturbüro in Bad Dürrheim war vor Ort, um im Schnelldurchgang aufzuzeigen, dass es bei der Planung des Solarparks Neberweg in Donaueschingen hinsichtlich des Flächennutzungsplans und bezüglich der eingegangenen Stellungnahmen keine Einwände mehr gibt.
„Optimaler geht es nicht“
Vorsitzender Erik Pauly freute sich über den einstimmigen Feststellungsbeschluss, den auch die bislang eher kritischen Stimmen der Donaueschinger Verbandsvertreter billigten. „Optimaler geht es nicht“, befand Michael Blaurock mit Blick auf die Energiequelle Solarpark, von welcher in Zukunft der direkt benachbarte Industriebetrieb profitieren soll.
Große Bedeutung
Eigenstrom
Der kurzfristige Stromausfall in Donaueschingen vor wenigen Wochen hat die Bedeutung der aktuell 50-prozentigen Eigenstromproduktion der Kläranlage aufgezeigt. Betriebsleiter Martin Eschenhagen verwies darauf, dass es das Ziel ist, den Anteil an Eigenstromproduktion in den kommenden Jahren noch weiter zu steigern. Die Abwasserreinigung soll entsprechend möglichst autark betrieben werden.