Die Finanzierung der Investitionskosten für die Erweiterung der Bösinger Kläranlage basiert auf mehreren Säulen. Die Gemeinde will dafür auch einen Bausparvertrag abschließen. Foto: Weisser

Die Gemeinde Bösingen greift bei der Finanzierung des Kläranlagenprojekts zu einem altbekannten Instrument.

Die Verwaltung darf dafür einen Bausparvertrag bis zu einem Gesamtbetrag von 1,5 Millionen Euro abschließen. Der Gemeinderat erteilte dazu in jüngster Sitzung einhellig seine Zustimmung.

 

Bürgermeister Peter Schuster und Kämmererin Elena Flindt gingen kurz auf die allgemeine Kassensituation ein. Hintergrund: Die enormen finanziellen Herausforderungen, die aufgrund des Kläranlagengroßprojekts in den kommenden Jahren auf die Gemeindekasse zukommen.

Die Zusammenlegung der Kläranlagen, der Bau der Druckleitung sowie erforderliche Kanalsanierungen werden – Stand heute – in den kommenden Jahren Gesamtkosten von etwa 20 Millionen Euro verursachen. Die Höhe der Zuschüsse steht noch nicht fest. Laut Schuster muss ein „solides Finanzierungskonzept“ erarbeitet werden.

2026 Kredit erforderlich

Die liquiden Mittel der Gemeinde dürften bis zum Jahresende nicht ausreichen, Fremdmittel würden benötigt, hieß es am Ratstisch. Für die Gemeinde kein Problem: Laut Haushaltssatzung kann sie im laufenden Jahr einen Kassenkredit (Überziehung der Girokonten) in Höhe von 1,5 Millionen Euro aufnehmen. In der mittelfristigen Finanzplanung sind für die kommenden Jahre erhebliche Kreditaufnahmen vorgesehen. Im Jahr 2027 sind es 3,5 Millionen Euro, in 2028 3,3 Millionen Euro und im Jahr 2029 3,5 Millionen Euro.

Säulen der Finanzierung

Die Finanzierung der Gesamtinvestition basiert auf mehreren Säulen. Die Gemeinde kann mit Landeszuwendungen (Förderung nach den Förderrichtlinien für Wasserwirtschaft) und Bundeszuschüssen (Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur) rechnen. Danach kämen in der Höhe limitierte, dafür aber in der Regel günstige KfW-Darlehen in Betracht.

Vorteile eines Bausparvertrags

Zuletzt muss die Gemeinde auf eine freie Finanzierung wie Volksbank, Kreissparkasse oder Landesbausparkasse (LBS) zurückgreifen. Letztere zwei Institute waren in der Gemeinderatssitzung vertreten. Von der LBS saß Dominik Kicherer mit am Ratstisch. Für die Kreissparkasse Rottweil war Kommunalvertreter Jürgen Keßler da. Kicherer stellte das kommunale Bauspardarlehen als möglichen Baustein zur Investitionsfinanzierung vor und verglich die Finanzierungskosten beim Bausparmodell mit der aktuellen Kalkulation eines Kapitalmarktdarlehens. Nach seiner Berechnung war der Bausparvertrag um knapp 23.000 Euro günstiger.