Eine große Bitte hat der Kitzrettungsverein Aichhalden: „Hunde sollten an die Leine“, sagt Franziska Wetter vom Verein. Schließlich ist bei den Rehen von April bis Juli Brut- und Setzzeit. Auch Jogger und Spaziergänger sollten auf den Wegen bleiben.
Zudem gab es bereits Fälle, wo Spaziergänger Rehkitze einfach mitgenommen haben. Das Problem: Die Mutter verstößt das Tier, wenn es von einem Menschen angefasst oder von einem Hund beschnuppert wurde. Das hilflose Rehkitz verhungert dann. Zuvor versteckt die Mutter das Rehkitz im hohen Gras, wo es aber dem Mähwerken der Landwirte ausgeliefert ist – wenn es nicht zuvor aufgespürt wird. „Entfernen Sie sich bitte rasch von einem Jungtier und melden sich beim zuständigen Jäger“, so der Appell der Kitzretter.
In aller Herrgottsfrühe
Das Helferteam ist indes auf den Punkt vorbereitet: Es gibt zwei Drohnen und ein motiviertes Team an Helfern, das sich auf die Suche nach Rehkitzen macht.
Landwirte wollen in den nächsten Tagen den ersten Schnitt machen. Immer wieder liegen dabei Rehkitze im Gras. Der Landwirt informiert vor dem Mähen die Kitzretter um den Vorsitzenden Rolf Wetter (Telefon 0151/55 41 97 53) – und schon machen sich die Helfer in aller Herrgottsfrühe per Drohne auf die Suche nach den Rehkitzen.
39 Aktive zählt der Kitzrettungsverein derzeit, hinzu kommen 25 passive Mitglieder. Abgesucht wird ein großes Gebiet. Dieses umfasst Aichhalden, Rötenberg, Schiltach, Schramberg, Lauterbach oder Hardt. Inzwischen gibt es auch in anderen Orten mehr Teams mit Drohnen, vor allem Jäger kümmern sich darum.
Helfer in Signalfarben
Der Verein Kitzrettung Aichhalden wird immer professioneller. Mit der zweiten Drohne können zwei Felder gleichzeitig abgesucht werden. Zudem sind die Helfer mit Jacken in Signalfarben ausgerüstet.
Weitere Helfer sind jederzeit willkommen. Voraussetzung ist allerdings, dass man früh aus den Federn hüpft. Die Einsätze starten mitunter bereits um 4 Uhr morgens. Bei sehr warmem Wetter kann bis etwa 8 Uhr nach den Rehkitzen gesucht werden. Dann kann die Wärmebildkamera die Tiere nicht mehr entdecken. Bei kühlerer Witterung kann auch mal bis 10 Uhr gesucht werden, bevor die Einsätze beendet werden.