Eltern müssen ab dem kommenden Kindergartenjahr mit höheren Beiträgen rechnen. Foto: © oksix - stock.adobe.com

Eltern müssen ab dem kommenden Kindergartenjahr wohl tiefer in die Tasche greifen. Die Kita-Beiträge sollen steigen. Am Dienstag wurden im Verwaltungsausschuss die Zahlen vorgestellt.

Die gestiegenen Kosten für den Kita-Betrieb wurden während der Pandemie nicht vollständig an die Familien weitergegeben. Das soll nun sukzessive nachgeholt werden. Die Stadt wird nun daher wieder „einen größeren Schluck aus der Pulle“ nehmen, wie Lothar Kopf, Erster Beigeordneter, es am Dienstag im Verwaltungsausschuss bildlich formulierte.

 

U3-Betreuung wird deutlicher teurer

Entsprechend der Empfehlung der Kirchen und kommunaler Verbände wird der Beitrag um 8,5 Prozent angehoben. Von einer Kostendeckung von 20 Prozent, die eigentlich landesweit angestrebt wird, sei man dennoch weit entfernt, so Bürgermeister Hermann Acker. Der Deckungsgrad lag 2021 bei rund 15 Prozent, 2022 waren es 12,5.

Oberndorf weist im Vergleich zu anderen Kommunen zudem eine Besonderheit auf. Bei den U3-Betreuungsplätzen wurde lediglich ein Zuschlag von 50 Prozent festgelegt. Empfohlen ist aber ein Zuschlag von 100 Prozent, den auch Städte wie Sulz oder Dornhan eingeführt haben. Ähnliches gilt auch für Krippenplätze, hier liegt der Zuschlag in Oberndorf bisher bei 76 Prozent. Diese „Vergünstigung“ soll schrittweise in den kommenden drei Jahren aufgehoben werden.

Von anderen Kommunen „noch weit entfernt“

Welche Auswirkung das auf den Geldbeutel der Eltern haben wird, zeigte Kopf anhand eines Beispiels für eine Familie mit einem Kind auf. Die Betreuung in einer Altergemischten Gruppe (30 Wochenstunden) für ein Kind ab zwei Jahren kostete bisher 209 Euro. Im kommenden Kindergartenjahr würden 252 Euro fällig. Würde man den U3-Zuschlag von 50 Prozent sofort auf 100 Prozent erhöhen, lägen die Kosten bei 302 Euro.

Doch der Anstieg von 209 auf 252 Euro entspräche bereits rund 20 Prozent, warf Hans Häckel (SPD) ein. Kopf wies nochmals darauf hin, dass dieser sprunghafte Anstieg darauf zurückzuführen sei, dass man im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich günstiger war. „Von den Beitragssätzen anderer Kommunen sind wir noch weit entfernt“, fügte Acker hinzu.

„Ein dickes Pfund“

„8,5 Prozent sind ein dickes Pfund“, sagte Günter Danner (SPD). Er wollte wissen, welchen Deckungsgrad man dadurch erreichen werde. Genaue Zahlen werde man in der kommenden Gemeinderatssitzung vorlegen, erklärte Acker. Ebenso soll auch dargelegt werden, wie viel Förderung man vom Land bei der Kinderbetreuung erhalte. FWV-Stadtrat Dieter Rinker hatte zuvor danach gefragt. In Vorberatung stimmte der Verwaltungsausschuss mehrheitlich (Acht Ja-Stimmen, drei Enthaltungen, eine Gegenstimme) der Erhöhung der Beitragssätze um 8,5 Prozent zu. Die Anhebung der U3- und Krippen-Zuschläge wurde ebenfalls mehrheitlich befürwortet (Acht Ja-Stimmen, eine Enthaltung, drei Gegenstimmen).