Auch in Blumberg kämpfen die Betreuungseinrichtungen mit akuter Personalnot. Viele Kinder stehen auf der Warteliste. Wie die Stadt gegensteuern will.
Die Kinderbetreuungseinrichtungen in Blumberg und in den Ortsteilen sind derzeit personell mehr als am Anschlag, und auch bei den Platzangeboten stößt die Stadt an ihre Grenzen. Der Bedarf für das Jahr 2023 und 2024 übertrifft in so gut wie allen Einrichtungen vorhandene Kapazitäten – eine Herausforderung.
Weitere Zusatzkräfte und Springer bewilligt
Um die Betreuung der Kinder weiterhin zu gewährleisten, stimmte der Gemeinderat nach Antrag der Stadtverwaltung der Einstellung weiterer Zusatz- und Springerkräfte zu. Auch eine Erhöhung der Ausbildungskapazitäten befürwortete das Gremium. Denn: Erstmals kann ab diesem Jahr nicht allen Kindern ein Betreuungsangebot gemacht werden. Vor allem in der Kernstadt können auch keine Ausweichplätze in andere Einrichtungen oder zu anderen Betreuungszeiten angeboten werden.
Insgesamt stehen den 93 angebotenen Plätzen 125 Anmeldungen gegenüber. Beim katholischen Kindergarten in Blumberg stehen 14 Kinder auf der Warteliste. Allein im Stadtgebiet Blumberg haben 19 Familien eine vorläufige Absage erhalten. „Es werden aber Wartelisten in allen Einrichtungen geführt. Bei frei werdenden Plätzen werden die Eltern zeitnah informiert“, erklärte die Sachbearbeiterin der Stadtverwaltung, Daniela Rösch, in der Gemeinderatssitzung. Den betroffenen Blumberger Familien würden auch frei gewordene Plätze in Riedböhringen und Riedöschingen angeboten.
Für Bürgermeister Markus Keller ist diese Lage nicht erfreulich. „ Es werden weitere geburtenstarke Jahrgänge folgen, und die Situation wird nicht besser“, sagte er und sieht akuten Handlungsbedarf. Fehlendes Fachpersonal mache die Angelegenheit nicht besser, und die Stadt will mit entsprechenden Angeboten neue Anreize schaffen.
Drei Seiteneinsteigerinnen gibt es bereits
Die Personalnot ist kein Blumberger Problem, Einrichtungen klagen bundesweit über zu wenig Erzieherinnen und Erzieher. Und die Lage spitzt sich zu. In Blumberg besteht seit einer Änderung der Kita-Verordnung die Möglichkeit, eine Fachkraft durch Zusatzkräfte zu ersetzten. Als Seiteneinsteiger sind geeignete Personen willkommen. „Wir würden auch gerne männliche Personen einstellen“, sagt Daniela Rösch mit Blick auf weitere Verstärkung. „Derzeit sind bereits drei Kolleginnen mit anderem beruflichen Hintergrund wie Kranken- oder Altenpflegerinnen sowie eine Tagesmutter beschäftigt“, fügt Daniela Rösch hinzu. Es werde auch immer schwieriger, das Interesse an einer Ausbildung bei jungen Menschen zu wecken.
Stadt bietet duale Ausbildung
Vor allem zur klassischen Erzieherausbildung, die aus einem Vorpraktikum und Schulunterricht sowie einem Jahr als Anerkennungspraktikum mit den ersten zwei Jahren ohne Vergütung besteht, wird seit einiger Zeit eine Erweiterung angeboten: eine duale Ausbildung als Studium. Diesen Weg in den Beruf bietet auch die Stadt Blumberg an.
Ausbildungsweg
Die duale dreijährige praxisintegrierte Ausbildung (PiA)
für Erzieherinnen und Erzieher wird mittlerweile verstärkt nachgefragt. Diese Kombination von drei Tagen Schule und zwei Tagen Praxis wird von Anfang an vergütet. Das ist beim klassischen Weg nicht der Fall. Auszubildende werden bei den Gemeinden auch dem Fachkräfteschlüssel angerechnet.