Der Verwaltungsausschuss musste in seiner Sitzung am Dienstag über die Essenspauschale an Kitas abstimmen. Die Erhöhung sorgt für Bauchschmerzen.
Diese Preiserhöhung bereitet so manchem Rat Magenschmerzen. Im Verwaltungsausschuss am Dienstagabend wurde die Essenspauschale für die Kita-Verpflegung in Balingen erhöht – um einen ordentlichen Satz.
Derzeit werden in den städtischen Kitas rund 300 Essen pro Tag ausgegeben. Mit der Festlegung einer Essenspauschale sollen die Kosten einer Kita-Verpflegung auf die Eltern umgelegt werden.
Aufschlag in Höhe von 21 Euro
Dieser pauschale Kostenbeitrag der Eltern für das Mittagessen wird zu Beginn des neuen Jahres erhöht – und zwar von 58 auf 79 Euro. Das ist ein deftiger Aufschlag in Höhe von 21 Euro, der auf die Eltern zukommen wird.
Die Erhöhung, auch in dieser Höhe, kommt aber keineswegs aus dem Nichts, wie auch in der Beschlussvorlage noch einmal erläutert wird. So hat der Gemeinderat vor der Sommerpause die Vergabe der Essenslieferung an die Kindertagesstätten an die Firma Hoss Mobiler Mittagstisch beschlossen.
Diese Neuvergabe war rechtlich notwendig. Oberbürgermeister Dirk Abel erinnerte in der Sitzung am Dienstag daran, dass das Gremium damals viel Wert auf ausgewogenes und ordentliches Essen legte. Dies hatte aber auch zur Folge, dass der Essenspreis von bisher 3,60 Euro auf 4,60 Euro erhöht wurde.
Verrengia: haben da keine Freude dran
Auf die teils geschockten Reaktionen mancher Räte am Dienstag sagte Bürgermeister Ermilio Verrengia: „Uns geht es doch gleich mit dieser Entscheidung. Wir haben keine Freude daran, diese Erhöhung durchzusetzen.“
Nun rächt sich unter anderem, dass man im vorherigen Jahr auf eine Erhöhung der Pauschale verzichtet hatte. Das ist mit ein Grund, warum der Sprung nun so gewaltig ausfällt.
Ein Sprung, so hoch, „dass ich darüber mächtig gestolpert bin“, äußerte sich Christof Seisser (Freie Wähler). „Wie können wir das nach außen verkaufen, wir reden hier von einer Erhöhung von grob 30 Prozent. Da kann ich nicht für stimmen.“
Annegret Lang (SPD) und Sophie Seng (Grüne) fragten sich, wieso eigentlich das Mensa-Essen am Gymnasium bezuschusst wird, aber nicht das Essen an den Kitas. Hier konnte Ralf Eppler vom Amt für Familie, Bildung und Vereine etwas Licht ins Dunkel bringen: „Wir haben hier eine frische Küche. Letztlich wird nicht das Essen selbst, sondern das Kochen bezuschusst.“
Beschluss wurde verabschiedet
Wirklich glücklich ist niemand mit der Erhöhung, aber Erwin Feucht (Grüne) konnte etwas beruhigen und verwies darauf, dass einkommensschwachen Familien Fördergelder zu stehen.
„Ich habe dieses Programm einmal durchgespielt und kann sagen, das ist wirklich easy“, sagte er. Seisser versuchte kurz vor der Abstimmung seine Ratskollegen von einer sukzessiven Erhöhung zu überzeugen – ohne Erfolg.
Am Ende wurde der Antrag zur Erhöhung der Essenspauschale bei acht Ja-Stimmen, vier Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen.