Der Besuch der Kita Kunterbunt wird ab dem 1. Oktober teurer. Doch es gibt eine gute Nachricht für die Eltern. Das „Teegeld“ wird nicht mehr extra erhoben.
Das neue Kindergartenjahr hat gerade erst begonnen. Der Gemeinderat beschäftigte sich nun wieder mit den Betreuungsgebühren. Die Verwaltung schlug dem Gremium eine Erhöhung vor. Das Ziel ist, etwa die Hälfte der 2,1 Millionen Euro pro Jahr, die die Kinderbetreuung die Kommune kostet, durch Gebühren und Zuweisungen einzunehmen. Etwa eine Million Euro pro Jahr trägt die Allgemeinheit. Denn die übrigen Kosten bezahlt die Kommune aus ihren anderen Einnahmen.
Ausgleich für gestiegene Kosten und Löhne
Ausgleich Kämmerer Fabian Dieringer erklärte, dass die kommunalen Landesverbände und die Kirchen eine Erhöhung von etwa 7,5 Prozent vorschlagen. Damit sollen gestiegene Kosten und Löhne ausgeglichen werden. Auf dieser Basis hat Dieringer die neuen Gebühren kalkuliert. In den vergangenen Jahren sei Ostelsheim den Vorschlägen der Verbände regelmäßig nachgekommen, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.
Rabatte möglich
Beim Modell der verlängerten Öffnungszeit für Kinder über drei Jahren würden so künftig zwölf Euro mehr pro Monat und Kind fällig. Das Angebot kostet dann für sechs Stunden pro Tag im Monat 179 Euro und für 6,5 Stunden 186 Euro. Die Ganztagesbetreuung der Kinder unter drei Jahren an fünf Tagen in der Woche soll demnach pro Kind 425 Euro im Monat kosten. Für Familien mit mehreren Kindern unter 18 Jahren gibt es in allen Angeboten Rabatte. So kostet zum Beispiel die Ganztagesbreuung an fünf Tagen in der Woche für Familien mit vier Kindern nur noch 91 Euro pro Monat und Kind.
Mittagessen Hinzu kommen hierbei noch die Kosten für das Mittagessen. Dieses bestellen die Eltern digital beim Caterer und bezahlen es auch dort direkt. Sollten die Betreuungsangebote nicht in vollem Umfang zur Verfügung stehen, also die Öffnungszeiten aufgrund der Personalsituation gekürzt sein, zahlen die Eltern nicht die volle Gebühr. Es werde dann ein entsprechender Abschlag berechnet, heißt es in der Vorlage.
Plus 25 Euro monatlich für U3-Betreuung
Auch die Betreuung von Kindern unter drei Jahren soll teurer werden. Beim Modell der verlängerten Öffnungszeit kommt auf die Eltern hier beim Angebot für 6,5 Stunden an fünf Tagen die Woche eine Preissteigerung von 25 Euro pro Monat hinzu. Die Betreuung kostet nach der Kalkulation für ein Kind künftig 496 Euro im Monat. Das Angebot mit sechs Stunden schlägt bald mit 479 Euro pro Monat zu Buche. Die Ganztagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren an fünf Tagen in der Woche soll für Familien mit einem Kind 629 Euro pro Monat. Auch das wären 25 Euro mehr als bisher.
Kostendeckungsgrad von rund 50 Prozent
Kostendeckungsgrad Mit den neuen Gebühren und den Zuweisungen des Landes erreicht die Kommune einen Kostendeckungsgrad in der Kita von knapp 50 Prozent. Etwa 1,07 Millionen Euro müsste die Kommune zuschießen. Dieringer rechnete auch vor, dass allein die Gebühren der Eltern kaum 20 Prozent Kostendeckung brächten. Dieser Wert sei von den Landesverbänden eigentlich vorgegeben.
Um den zu erreichen, müsste die Kommune über die Gebühren nochmals gut 20 000 Euro mehr einnehmen. Denn die Kommune würde die Gebühren nicht um die empfohlenen 7,5 Prozent, sondern um 7,06 Prozent anheben. 2023 habe der Kostendeckungsgrad insgesamt noch 52 Prozent betragen. Die neuen Gebühren sollen ab dem 1. Oktober gelten. Geht der Naturkindergarten irgendwann in Betrieb, verlange die Kommune dort die gleichen Gebühren.
Das sagen die Gemeinderäte
Vereinfachung Bislang hat die Kita Geld für Tee, Müsli sowie die Erstellung des Portfolios von den Eltern direkt eingesammelt. Das waren etwa 4000 Euro pro Jahr. Das entfällt nun. „Diese Leistungen werden künftig als Nebenleistung zur Betreuung angesehen“, heißt es dazu in der Vorlage. Besonders Tobias Cascio (UO) freute das. Das bringe eine Vereinfachung für die Eltern, meinte er.
Jürgen Hoffmann (UL) wollte wissen, wie hoch die Gebühren im Vergleich zu den Nachbarkommunen seien. In Althengstett sei es günstiger, in Simmozheim teurer, so Dieringer. Allerdings ließen sich die Gebühren aufgrund unterschiedlicher Angebote schwer vergleichen.
Personal ohne volle Ausbildung
Klaus Richter (OFW) fragte, wie groß die Chance sei, dass die vollen Öffnungszeiten angeboten werden könnten. Bürgermeister Ryyan Alshebl erklärte, dass sich die Verwaltung aktuell mit dem Erprobungsparagrafen beschäftige. Der ermöglicht es, Personal ohne volle Ausbildung einzusetzen. Damit möchte Alshebl das Personalproblem lösen. „Es ist aber unklar, ob wir das dieses Jahr noch hinbekommen“, meinte er.