Was in kirchlichen Kindergärten Sankt Martin heißt, wird in städtischen Einrichtungen oft zum inhaltsleeren Laternenfest. Foto: dpa/Oliver Krato

Trotz hoher Austrittszahlen: die Wertevermittlung der Kirchen wird geschätzt, gerade im Kita-Bereich. Doch der steht wegen der schwindenden Kirchensteuermittel unter Druck, warnt unser Redakteur Eberhard Wein.

Kirchliche Kindergärten sind nach wie vor beliebt. Selbst Kirchenferne stören sich nicht an den christlichen Inhalten. Sollen die Kleinen zwischen Basteln, Toben im Garten und Bauklötzchenspiel ruhig von der Arche Noah, dem verlorenen Sohn oder dem barmherzigen Samariter erfahren, denken sich viele Eltern. Der Respekt vor der Natur, das Wissen um den Wert jedes einzelnen Menschen und Nächstenliebe können als Rüstzeug fürs Leben ja nicht schaden.

 

Es gibt Eltern, das berichten Pfarrer, die ihr Kind in einem konfessionellen Kindergarten anmelden und in derselben Woche ihren Austritt aus der Kirche erklären. Offenbar sehen sie keinen Zusammenhang. Und es ist ja legitim, für sich das Maximum herauszuziehen. Schließlich muss niemand getauft sein, um sein Kind in eine kirchliche Einrichtung zu schicken, wo längst auch muslimische Kinder betreut werden.

Noch rütteln die gar nicht mehr so großen Kirchen nicht am Engagement im Kindergartenbereich. Er bietet ihnen die Chance auf einen Kontakt zur wichtigen Zielgruppe der jungen Familien. Dennoch: Bei schwindenden Kirchensteuermitteln werden die Kirchen kürzertreten müssen. Für die Allgemeinheit wird es dadurch nicht billiger. Die Kosten für die Betreuung bleiben ja erhalten. Allerdings geht etwas verloren – schleichend, aber unaufhaltsam. Das gern zitierte „christliche Abendland“ verkommt so endgültig zur leeren rechtsnationalen Phrase.