Die Kita Zwergenland hat eine Zertifizierung für gesunde Kinderernährung erhalten. Die Freude darüber ist groß. Was die Zertifizierung für den Alltag der Knirpse bedeutet.
Mit einem Lied, passend zum sonnigen Wetter, haben die Kinder der Kita Zwergenland am Freitagmittag ihre kleine Festlichkeit eröffnet: „Ich schenke dir ein Licht. Und ich zaubre dir mit Sternenglanz. Ein schönes Lächeln ins Gesicht.“ Und tatsächlich hatten die kleinen Sängerinnen und Sänger allen Grund zum Strahlen: Die Kita wurde offiziell mit dem Zertifikat für „bewusste Kinderernährung“ ausgezeichnet – und das als eine der ersten Bildungseinrichtungen im Zollernalbkreis, wie Landrat Günther-Martin Pauli anerkennend feststellte.
Die Zertifizierung wird vom Landwirtschaftsministerium des Landes angeboten und begleitet vom Landratsamt. Der ganze Zertifizierungsprozess dauerte in Thanheim rund eineinhalb Jahre. Es geht dabei natürlich um gesunde Ernährung, aber darüber hinaus sollen die Knirpse lernen wie das Essen vom Feld auf den Teller kommt und wie man Obst und Gemüse richtig zubereitet. Erzieherin Ilona Kurz: „Die Kinder lernen was Lebensmittel sind und wo sie herkommen.“
„Kleine Menschen brauchen so große Herzen wie Deins“
Dafür macht der Kindergarten eigens neue Angebote. Dazu gehörte zum Beispiel der Besuch eines Bauernhofs, wo die Kleinen Butter hergestellt haben. Wie Kurz erzählt, sind im Zuge der Zertifizierung unter anderem mehr hauswirtschaftliche Angebote etabliert worden.
Die Kinder backen, kochen, schnippeln und schälen. In der Kinderküche entstehen saisonale Gerichte. Beispielsweise Kürbissuppe im Herbst. Und die Apfelwaffeln schmeckten vorzüglich. Es gibt dazuhin „Snacks“, erklärt Kurz. Kartoffelchips und Cola? Nein, mitnichten. Kurz spricht von Paprika und Karotten – eine sinnvolle Alternative, die die Kinder kennenlernen dürfen.
Türschild und Urkunde für den Kindergarten
Das hinterlässt schon nach kurzer Zeit positive Geschmackserlebnisse, die in den Alltag übergehen. Was im Kindi gekocht wird, „kochen wir auch mal daheim nach“, erzählt die Mutter Ann-Katrin Sigloch. Auch sie packt für ihr Kind, wie die anderen Eltern auch, regelmäßig einen Obstkorb. Den Inhalt verarbeiten die Knirpse in der Kindergarten-Küche weiter. Hinzu kamen Fortbildungen für die Erzieherinnen und die Eltern. Nach gut eineinhalb Jahren war es am Freitag nun so weit: Während die Eltern beim ersten kleinen „Winterzauber“ Waffeln und Gebäck verkauften, wurde der Anlass genutzt, um Türschild und Urkunde zu übergeben.
Bisingens Bürgermeister Roman Waizenegger sagte, dass „bewusste Ernährung“ das Ziel aller Kindergärten in Bisingen sei. Der Ochsen in Grosselfingen bereite die Nahrungsmittel frisch zu – dies sei ein „weiterer Baustein“ zum Zertifikat dazu. Pauli hat dem Kindergarten Zwergenland zum Zertifikat gratuliert, und er betonte wie wichtig gesunde Ernährung und Bewegung sind.
Zum Abschluss überraschte der Elternbeirat die Erzieherinnen mit jeweils einem Glas Honig, auf dem es heißt: „Kleine Menschen brauchen so große Herzen wie Deins.“
Verankerung in der pädagogischen Konzeption
Seit 2009
Eine Besonderheit der Landesinitiative „bewusste Kinderernährung“ (BeKi) des Ministeriums für ländlichen Raum ist das BeKi-Zertifikat für Kitas. Seit 2009 können sich ernährungsbewusste Kindertageseinrichtungen auf den Weg machen, ein genussvolles und ausgewogenes Essverhalten mit einer alltagsnahen Ernährungsbildung optimal zu verknüpfen. Das wichtigste Ziel der Zertifizierung ist die Sensibilisierung für Essen und Trinken in der frühkindlichen Bildung und die Verankerung dieses Ziels in der pädagogischen Konzeption.