Eltern setzen sich nach einem Unfall, bei dem ein Kind von einem Auto verletzt wurde, für die Verbesserung der Verkehrssicherheit bei der Kita Spatzennest ein. Das sind die Vorschläge.
Die Kita Spatzennest liegt an einem der Verkehrsknotenpunkte in Bisingen: Dort treffen sich Schulplatz, Lenau Straße und Hechinger Straße. Erschwert wird die Sicht von der gewachsenen, engen Bebauung und den längs parkenden Autos.
Die Situation dort gilt bekanntermaßen als unübersichtlich. Gefährlich wird all das erst recht, wenn Kinder und Eltern vom Kindergarten kommen oder dorthin gehen. Deshalb setzen sich die Eltern dafür ein, die Verkehrssituation zu verbessern.
„Er schrie vor Schmerzen“
Zu ihnen gehört auch Sylvia Bär. Ihrem Kind ist passiert, was nicht passieren sollte: Ein Pkw hatte es beim Überqueren der Straße angefahren. Bär kann sich an den Unfall noch erinnern, als ob er gestern passiert wäre: „Das Auto hat seinen Fuß mit zwei Reifen überfahren, und der Spiegel hat seine Stirn erwischt. Er fiel auf den Gehweg zurück und schrie bitterlich vor Schmerzen.“
Das Kind war einige Wochen auf einen Rollstuhl angewiesen. Die körperlichen Wunden sind verheilt. Was bleibt, sind die traumatisierenden Erfahrungen. Bär über ihren Sohn: „Er redet viel über den Unfall.“ Bis heute sei der Junge deshalb in Behandlung, und es gibt Alltagssituationen, die seither zu bewältigen sind.
In manch anderem Fall sind Unfälle augenscheinlich schon gerade so verhindert worden. Schon deshalb wollen die Eltern die Verkehrssituation rund um die Kita Spatzennest verbessert sehen. Wie Bär stellvertretend erklärt, gehe es dabei nicht nur um Verbesserungen für Kinder alleine, sondern auch für alle anderen Fußgänger – die von der Situation ja genauso betroffen sind. Entscheidend dafür sind die Einschätzungen des Landratsamts. Eine Verkehrsschau, in der die Lage vor Ort begutachtet wurde, fand am 19. März statt.
Die Eltern bringen nun mögliche Lösungen ins Gespräch: Erstens: Bär spricht allem voran von einem oder gar von mehreren Zebrastreifen: Nicht nur an der Hechinger Straße, auch ein Überweg an der viel befahrenen Lenaustraße könnte den Weg zur Kita sicherer machen. Zweitens: Zudem stellen die Eltern eine Verlängerung der 30er-Zone in den Raum (die bislang direkt vor dem Kindergartengebäude gilt).
Gefälle verleitet zum schnellen Fahren
Drittens: ein stationärer Blitzer. Dieser würde zum Einhalten des Tempolimits zwingen. Augenscheinlich sind viele Autofahrer nämlich schneller unterwegs. Die Fahrtrichtung Steinhofen verleitet aufgrund des Gefälles zum schnellen Fahren. Eine Alternative könnte sein, viertens, ein Tempo-Messgerät mit Smiley aufzustellen.
Was sich, fünftens, möglicherweise am einfachsten umsetzen ließe: Kunststofffiguren, wie sie beim Waldkindergarten schon stehen. Diese könnten Autofahrer auf den Bereich rund um den Kindergarten als neuralgischen Punkt aufmerksam machen. Denkbar wären nicht zu übersehende Transparente.
Parkverbot könnte helfen
Auch, sechstens, ein Parkverbot entlang der Hechinger Straße könnte die gesamte Verkehrssituation übersichtlicher machen. Zu überlegen wäre in diesem Zusammenhang, wo die Anwohner künftig Ersatz-Parkplätze finden könnten.
Deutlich machen die Eltern, dass sie Lösungen gemeinsam mit der Gemeinde finden wollen. Klar ist: Die Eltern sehen die Verkehrssituation entlang bei der Kita Spatzennest kritisch, zumal die Kinder je nach Alter schon alleine zum Kindergarten gehen oder von dort kommen. Die unübersichtliche Verkehrssituation bringt nicht nur für Kinder, sondern auch für alle anderen Passanten potenzielle Gefahren mit sich – die, wie der Unfall vom September 2025 zeigt, ganz offensichtlich nicht zu unterschätzen sind.
Daher warten die Eltern schon gespannt auf das Protokoll der Verkehrsschau vom März.