Die ersten Planungen zum Bau der Kita Reute hat der Gemeinderat in Auftrag gegeben. Die Kosten wurden auf rund 7,4 Millionen Euro berechnet. Große Fenster sollen dabei einen unverstellten Blick auf die Burg Hohenzollern bieten.
Bereits im September 2020 hat der Bisinger Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, einen neuen Kindergarten zu bauen. Die Verwaltung hatte damals bei Nachbarkommunen angefragt, wie hoch die Kosten bei vergleichbaren Projekten ausgefallen sind. Dabei zeigte sich, dass zum damaligen Zeitpunkt Kosten in Höhe von 650 000 Euro bis 700 000 Euro pro Gruppe anfallen: Bei einer Einrichtung mit neun Gruppen bedeutete dies rund 6,3 Millionen Euro für den Kindergarten-Neubau.
Damals war als Standort noch der Bereich „Hinter dem Weiler“ im Gespräch und die Summe war geschätzt, nicht berechnet. Inzwischen wird das Areal zwischen Tennisclub und Steuerberatung mit Priorität verfolgt. Und die Kosten berechnete ein Architektenbüro gut fünf Jahre später, auf rund 7,4 Millionen Euro (brutto) für ein Gebäude, in dem laut Plan sechs Gruppen untergebracht werden sollen. Sicher ist schon jetzt: Der Neubau der Kita Reute wird ein Millionenprojekt – und günstiger wird dieses nicht.
Der Gemeinderat vergibt Planungen für 446 000 Euro
Der Gemeinderat hat jüngst nun die ersten Planungsleistungen – unter anderem für das Tragwerk und die Freianlagen – vergeben. Kostenpunkt: insgesamt rund 446 000 Euro. Auf dem Gelände an der Bahnhofstraße ist ein großes, eingeschossiges Gebäude in Holzbauweise mit einer gesamten Nutzfläche von 1700 Quadratmetern vorgesehen. Geplant ist auch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, eine Wärmepumpe und ein großer Mehrzweckraum direkt hinter dem Nordeingang, in dem auch gegessen werden kann.
Zudem soll es – durch Bäume von der Bahnhofstraße getrennt – eine Einbahnstraße geben, um den Verkehrsfluss zu vereinfachen. Das große Highlight des Entwurfs sind aber die sechs Gruppenräume, von denen aus die Kinder durch Glasfenster direkt die Burg in der Ferne sehen können.
Viele Annehmlichkeiten im neuen Gebäude
Der Eingang soll Richtung Steuerberatungsbüro sein. Entlang der Bahnhofstraße entstehen 22 Parkplätze und auf der Wiese zum Tennisclub Außenspielbereiche von rund 1100 und 1300 Quadratmetern. Zum Außenspielbereich hin führt ein weiträumiges Atrium. Darüber hinaus finden die Kinder allerlei Annehmlichkeiten im neuen Gebäude: zum Beispiel einen Raum zum gemeinsamen Essen (85 Quadratmeter), zwei Spielflure (mit 60 und 100 Quadratmetern) und Gruppenräume (mit jeweils 50 Quadratmetern).
Der Baubeginn für das Millionenprojekt soll laut aktueller Planung im Herbst dieses Jahres folgen.
47 Bewerbungen für 15 Bauplätze
Wohneigentum
Grund für den steigenden Bedarf der Kinderbetreuung sind auch die Neubaugebiete, wo vorwiegend junge Paare mit Kindern einziehen werden. Trotz der wirtschaftlichen Lage liegen der Gemeinde 47 Bewerbungen für 15 Bauplätze im Gemeindegebiet vor. Das berichtete Bürgermeister Roman Waizenegger. Von den Bewerbern haben bereis 13 Wohneigentum in Form von Wohnungen in Reihenhäusern. Bei der Vergabe der Bauplätze sollen deshalb ein neues Kriterium zur Anwendung kommen. Die Bauplätze werden nur dann zugeteilt, wenn die Käufer ihre Wohnimmobilie in Bisingen und Teilorten verkaufen nachdem das neue Einfamilienhaus steht. Dies soll bewirken, dass in Bisingen vorhandener Wohnraum für andere frei wird.