Die Kindergartenbelegung in Neubulach wird künftig digitaler. Foto: © Nichizhenova Elena - stock.adobe.com

In Neubulach geht man jetzt neue digitale Wege in der Kinderbetreuung. Denn mit der Freischaltung des Portals "Little Bird" wird die Abwicklung der Kindergartenorganisation deutlich digitaler und am Ende auch einfacher – nicht nur für die Stadt.

Neubulach - Es soll eine große Erleichterung sein für die Verwaltung und Eltern gleichermaßen. Die Stadt Neubulach organisiert vor allem den Anmeldeprozess zu ihren Kindertagesstätten neu und digitaler – doch das neue Portal baut auch ein Stück papierlastige Bürokratie ab.

Dafür hat sich die Kommune nun das Programm "LittleBird" angeschafft. Das dient, wie es Andrea Müller von "Little Bird" erklärt, dazu, die Suche, Vergabe und Vernetzung von Kindergartenplätzen zu kombinieren. Zum einen sind die Erzieher und die Verwaltung vernetzt, zum anderen gibt es aber auch das Elternportal. Dort können die Kinder dann mit sämtlichen Daten eingepflegt werden. Die Suche lässt sich zudem noch weiter verfeinern, ein Mindestumfang an Betreuungsstunden lässt sich ebenso eintragen wie das pädagogische Konzept. Am Ende spuckt das System dann passende Kinderbetreuungsstätten aus. Die einzelnen Kindergärten stellen sich sodenn auch noch in einem kurzen Steckbrief vor.

Allerdings, beruhigt Neubulachs Hauptamtsleiterin Susan Mäder, entscheidet ab diesem Zeitpunkt nicht etwa eine künstliche Intelligenz über den Betreuungsplatz, sondern schon noch die Mitarbeiter im Rathaus. Vor allem letztere werden freilich entlastet, werden doch die entscheidenden Daten nun direkt von den Eltern ins System eingegeben und auch sofort den jeweiligen Einrichtungsleitern zur Verfügung gestellt. Früher übertrug man das alles noch händisch vom Papier ins digitale System – eine Fehlerquelle, wie Mäder mit Verweis auf die ein oder andere undeutliche Handschrift, erklärt.

Update leert sämtliche Datensätze

Alle vorhandenen Daten hat man inzwischen schon eingepflegt. Nach einem kleinen Update waren die aber plötzlich alle weg, erinnert sich Mäder mit Grauen an jenen Morgen. "Wir sind fast vom Stuhl gekippt", beschreibt sie die Situation, als sie und ihre Kollegin Julia Fuchtel vor den leeren Dateiordnern saßen. Aber die Daten waren auf den Servern von "Little Bird" gesichert und konnten wiederhergestellt werden. "Bisher hat noch keiner geschafft, das System kaputtzumachen", beruhigt auch Müller, dass es eines Tages zum Daten-Blackout kommen könnte. Apropos Daten: Die sind, wenn es um Kleinkinder geht, natürlich hochsensibel und werden deshalb auf Servern in Deutschland gespeichert.

Erleichterung für die Verwaltung

Das neue System bietet aber neben der Datensicherheit, die Müller immer wieder betont, noch die Möglichkeit, die Daten auszutauschen oder upzudaten. Ganz digital eben. "Das geht in eine gute Richtung", freut sich Bürgermeisterin Petra Schupp. Vor allem, da die kleinen Städte den ähnlichen Aufwand hätten wie große Städte wie Aachen – die ebenfalls mit "Little Bird" agiert – lediglich aber mit weniger Personal. Dennoch sei es laut Verwaltungschefin Schupp "für uns eine Erleichterung". Doch auch für die Eltern sei das ein Mehrwert, so müsste beispielsweise bei einem weiteren Kind, das angemeldet werden soll, nicht mehr alles neu eingegeben sondern kann übernommen werden. Auch ausländische Mitbürger kommen besser damit zurecht, das Elternportal ist nämlich auch in Englisch verfügbar. Insgesamt gibt es elf Sprachen, die ausgegeben werden können. Im Angesicht des Ukraine-Krieges werde man wohl auch bald ukrainisch als Sprache freischalten, stellt Schupp in Aussicht.

Jetzt ist das Portal aber bereits startklar und ging sozusagen still an den Start. Sehr zur Freude von Müller: "Danke, dass sie ›Little Bird‹ ein Nestchen gegeben haben." Das Nest ist allerdings, so viel sei noch gesagt, nicht kostenfrei. Die Lizenz lässt sich die Stadt im Jahr 6000 Euro kosten.