So könnte die digitale Schultafel aussehen, die sich die Nusplinger Grundschule für das neue Klassenzimmer wünscht, das aktuell eingerichtet wird. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)

Während die Kita in Nusplingen mit Personalmangel und sinkenden Kinderzahlen kämpft, fehlt der Grundschule noch immer eine Lehrkraft.

Ein besonders geburtenstarker Jahrgang sorgt im kommenden Schuljahr für einige Herausforderungen.

 

Die Leitungen der Nusplinger Kita und Grundschule gastierten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, um einen Überblick über den derzeitigen Stand zu geben.

Während die Kita mit deutlich weniger Kindern plant, hat die Grundschule das Problem, noch keine Lehrkraft für die zusätzliche erste Klasse zu haben, die es ab dem Schuljahr 2026/2027 geben wird.

Zu wenig Personal

Sechs Gruppen gibt es in der katholische Kindertagesstätte „St. Josef“ in Nusplingen. Aktuell sind 110 von möglichen 117 Plätzen belegt. Wie viele soziale Einrichtungen kämpft auch diese Kita mit Personalmangel. „Wir haben teilweise mit viel zu wenigen Erzieherinnen gearbeitet“, berichtete Birgit Münster. „Je mehr wir an der Grenze sind, desto mehr Ausfälle gibt es. An manchen Tagen war in jedem Zimmer nur noch eine Erzieherin.“ Um die Öffnungszeiten halten zu können, hat die Kita zwischenzeitlich das Konzept „Bildungshaus“ abgeschafft, eine Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule, um einen fließenden Übergang für die Kinder zu ermöglichen. In Nusplingen umfasste das Konzept drei Schulstunden in der Woche. Nach Pfingsten kommt eine weitere Fachkraft dazu, dann könne das Konzept wieder aufgenommen werden, so Münster.

Vor allem der Rückgang der belegten Plätze beschäftigte das Gremium. Hans Hager fragte kritisch nach, ob nicht eine Gruppe geschlossen werden könne, wenn die Anzahl an Kindern im Herbst deutlich zurückgehen werde. „Ich finde es nicht richtig, dass darauf nicht reagiert wird. Keine Kinder heißt, keine Einnahmen. Weder vom Land, noch von den Eltern.“ Auch die Neueinstellung einer weiteren Fachkraft sehe er kritisch: „Ist das gerade richtig? Ich bin der Meinung, nein.“ Münster hatte eingangs erklärt, die verantwortlichen Leitungen haben sich darauf geeinigt, trotz rückgängiger Zahlen erstmal keine sofortigen Handlungen in die Wege zu leiten und abzuwarten, wie sich die Lage entwickle.

Bürgermeister Jörg Alisch zeigte Verständnis für die Situation. „Die Weltlage ist so unsicher. In ein paar Monaten kann es schon wieder ganz anders aussehen“, sagte er. Dennoch versprach er, mit Susanne Ringwald, der Kita-Managerin des Dekanats, Kontakt aufzunehmen, um offene Fragen zu klären und alle Möglichkeiten durchzusprechen. „Wir sind mit sechs Gruppen am obersten Ende“, räumte er ein. Mit rund einer Million Euro ist die Kita der teuerste Kostenpunkt im Haushaltsplan der Gemeinde.

Digitale Schultafel

Während die Kindertagesstätte mit freien Plätzen kämpft, hat die Kallenberg-Grundschule ein ganz anderes Problem: Sie bekommen im Herbst so viele neue Schülerinnen und Schüler, das eine zweite erste Klasse eröffnet werden muss – 34, um genau zu sein. Der Raum ist da, die Lehrkraft fehlt. „Wir hatten einige Bewerber bei uns an der Schule für die offene Klassenlehrerstelle, leider sind uns alle wieder abgesprungen“, berichtete Anna Lieb dem Gremium. Sie ist aktuell Interims-Schulleitung, weil Rektorin Christine Kaiser nach wie vor wegen Krankheit ausfällt.

Das Musikzimmer wird künftig als Klassenzimmer für die zusätzliche erste Klasse herhalten müssen. Tische und Stühle sind schon bestellt, eine grüne Tafel hängt an der Wand. Die kann da aber nicht bleiben: An der rechten Seite ist die Abdeckung abgebrochen, weswegen der Kettenzug frei liegt, mit dem die Tafel rauf und runter bewegt werden kann. Ein Problem, das dem Gremium bereits bekannt ist. „Wenn man da reingreift, sind die Finger ab“, erklärte Philipp Storz das Problem.

Der Vorschlag der Schulverwaltung: Eine digitale Tafel soll die altmodische Kreidetafel ablösen. Dabei handelt es sich um einen großen Bildschirm mit Berührungssensor, auf dem mit einem speziellen Stift auch geschrieben werden kann. Rechts und links des Bildschirms könnten weiße Magnettafeln montiert werden, um Zettel und Plakate aufzuhängen.

Eine genaue Summe konnte Lieb in der Sitzung noch nicht nennen, schätzte die Investition aber auf mindestens 4000 Euro. Die Gemeinderäte reagierten gelassen: „Wir müssen mit der Zeit mitgehen. Digitale Medien werden immer mehr, ob man sich dagegen wehrt oder nicht“, sagte Storz pragmatisch.

„Was ist der Plan B?“

Größere Bedenken gab den Räten die Personallage an der Schule, die aktuell noch nicht geklärt ist. „Was ist der Plan B“, wollte Andreas Kleiner wissen. „Den gibt es nicht“, lautete die ernüchternde Antwort der Schulleiterin. Aktuell werde über ein Listenverfahren nach einer Fachkraft für die zusätzliche erste Klasse gesucht. Sollte sich auch darüber niemand finden, muss das Schulamt entscheiden, wie es weitergeht.