2023 wurde die Kita am Bondelbach eingeweiht. Nun hat der Gemeinderat neue Beschlüsse zu Betreuung und Gebühren für alle Kitas in Brigachtal gefasst. (Archivfoto) Foto: Hella Schimkat

Nicht für die Schulkindbetreuung, auch für die Kita-Betreuung müssen die Eltern in Brigachtal künftig mehr bezahlen. Eine Kooperation mit VS wird derweil ausgeweitet.

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstag wurde die Anpassung der Betreuungsangebote sowie der Elternbeiträge in den Kindertagesstätten beraten und beschlossen. Vorgetragen wurden sie von Elke Dufner vom Hauptamt.

 

Die Gemeinde Brigachtal ist Träger von fünf Einrichtungen mit 17 Gruppen. Die Kita am Gaisberg ist zu 84 Prozent, die Kita Storchennest zu 91 Prozent, die Kita am Bondelbach zu 92 Prozent, die Kita am Vorberg zu 69 Prozent und die Kita Froschberg zu 80 Prozent belegt. Das ergibt eine Belegung von insgesamt 83 Prozent, trug Elke Dufner vor.

Die Ausgaben der Gemeinde Brigachtal für den Betrieb der Kitas im Jahr 2013 lagen noch bei circa 1,32 Millionen Euro. Der intensive Ausbau der Platzkapazitäten zur Deckung des Bedarfs hatte einen deutlichen Anstieg der Betriebskosten zur Folge mit Ausgaben in Höhe von 5,41 Millionen Euro im Jahr 2025, so Elke Dufner.

Kostendeckung gefallen

Die Kostendeckung durch Elternbeiträge sei seit 2017 von 13,4 auf circa 9,1 Prozent gefallen. Damit liege Brigachtal deutlich unter dem angestrebten Kostendeckungsbeitrag in Höhe von 20 Prozent.

Die Beiträge für die Eltern für das Kindergartenjahr 2026/27 gestalten sich wie folgt (jeweils ein Beispiel für ein einziges Kind):

Für ein Kind über drei Jahre in der Regelgruppe werden künftig 165 Euro fällig (Vorjahr: 159 Euro). Für ein Kind von zwei bis drei Jahren beträgt der Beitrag 334 Euro (Vorjahr: 318 Euro). Für Zwei- bis Dreijährige in der Krippe werden 361 Euro erhoben (Vorjahr: 334 Euro). Für Kinder zwischen ein und zwei Jahren in der Krippe liegt der Beitrag bei 408 Euro (Vorjahr: 378 Euro). Und für Kinder unter einem Jahr beträgt er künftig 507 Euro (Vorjahr: 469 Euro).

Die Elternbeiräte hatten im Vorfeld eine Stellungnahme abgegeben mit folgenden Wünschen: Sicherstellung ausreichender Betreuungsstellen, besonders für Berufstätige, Berücksichtigung des tatsächlich vorhandenen Bedarfs an erweiterter Betreuungszeit und schrittweise Umsetzung unterschiedlicher Gesamtöffnungszeiten.

Betreuung bündeln

Bürgermeister Michael Schmitt erklärte, man habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Personal zu halten. Die Kinder aus Villingen-Schwenningen, denen im Rahmen einer Kooperation mit der Doppelstadt eine begrenzte Anzahl an Kita-Plätzen in Brigachtal zur Verfügung stehen, würden keine Kinder aus Brigachtal verdrängen. Er betonte, für ihn mache es Sinn, eine Ganztagsbetreuung zu bündeln. Über die verlängerte Öffnungszeit bis 17 Uhr müsse man beraten, so Schmitt.

Detlef Pfundstein lobte die detaillierte Ausarbeitung aller Punkte, für ihn gebe es nichts zu diskutieren. Michael Maier betonte, dass die Gemeinde alles getan habe, um die Anforderungen zu stemmen. Markus Rist erteilte ein Lob an alle Betreuerinnen.

Beschlussvorschlag zugestimmt

Der Gemeinderat stimmte einstimmig allen Punkten im Beschlussvorschlag zu. Dazu gehörten die Anpassungen des Betreuungsangebots, konkret die Reduzierung der Ganztagsbetreuung der Kinderkrippe am Gaisberg, die Reduzierung der Ganztagskrippe und der Kita am Vorberg und Froschberg auf Kleingruppen.

Der Gemeinderat stimmte auch der Ausweitung der Kooperation mit der Stadt Villingen-Schwenningen zur Belegung freier Betreuungsplätze um jeweils fünf U3- und fünf Ü3-Plätze zu.

Der Gemeinderat beschloss zudem die Erhöhung der Elternbeiträge für das Kindergartenjahr 2026/27 um fünf Prozent für den Ü3-Bereich beziehungsweise um bis zu acht Prozent für den U3-Bereich.

Der Gemeinderat stimmte einer Änderung der Beitragssystematik dahingehend zu, dass ab dem Kindergartenjahr 2026/27 die Beitragsreduzierung ab dem vierten Kind in der Familie entfällt.

Den Öffnungszeiten bis 17 Uhr, außer freitags, wurde zugestimmt.