50 Eltern und Kinder übergeben über 1000 Unterschriften an die Stadtspitze Horb. Sie fordern endlich eine Transparenz und faire Beteiligung.
Die Eltern haben massiv gegen die drastische Erhöhung der Kita-Gebühren protestiert. Am Tag vor Weihnachten – vor dem Rathaus. Dann mit einer Petition. Zuletzt gab es einen offenen Schlagabtausch mit OB Michael Keßler. Fahren die Eltern jetzt ihren ersten Erfolg ein?
Gut 50 Eltern und Kinder stehen auf dem Schulhof der Gutermann-Grundschule. Sie wollen das Ergebnis der Petition gegen die Kita-Gebührenerhöhung um bis zu 25 Prozent an Gemeinderat und Stadtspitze übergeben.
Eltern fordern vehement Beteiligung
Katharina Schütt: „Wir haben über 1000 Unterschriften gesammelt. Wie gerne würde ich jetzt sagen: Wir haben einen runden Tisch. Es gibt Ansätze für neue Lösungen. Aber nein.“
Fakt ist: Die Eltern hatten sich nicht nur gegen die Kita-Gebührenerhöhung gewehrt, sondern auch vehement die Beteiligung gefordert.
Katharina Schütt: Statt warmer Worte wollen wir runden Tisch
Schütt greift dann den Gemeinderat an: „Die gesamte CDU lehnt diese Petition ab. Das sei Aufgabe der neuen Landesregierung. Statt warmer Worte wollen wir einen runden Tisch. Hier in Horb. Das wäre ein erster Schritt in Richtung Neustrukturierung!“
Dann spricht Steffen Ebert, Vize-Vorsitzender des Landes-Elternbeirats Kindertagesbetreuung: „Wir sehen unsere Aufgabe darin, Brücken zu bauen. Kommunen und Eltern stehen vor denselben strukturellen Herausforderungen: steigende Kosten, Fachkräftemangel, hohe Erwartungen an Qualität. Diese Aufgaben lassen sich nur gemeinsam lösen.“
Das sagt OB Keßler zur Beteiligung
Nina Rösler überreicht Horbs OB Michael Keßler das Petitionsbuch. Inhalt: Die Kommentare vieler Eltern zu der Gebührenerhöhung.
Keßler: „Die Stadt begrüßt einen Gesamtelternbeirat als Gremium zum Austausch. Selbstverständlich können wir hier über Betreuungskonzepte und unsere Kindergartenlandschaft diskutieren. Die Strukturen beeinflussen natürlich auch unsere Kosten und dadurch auch unsere Gebühren. Ansonsten obliegt die Gebührenfestsetzung dem Hauptorgan der Stadt Horb – dem Gemeinderat.“
Nina Rösler: „Haben wir jetzt einen runden Tisch oder nicht?“ Keßler: „Ja. Voraussetzung ist aus meiner Sicht ein Gesamtelternbeirat.“ Katharina Schütt sagt hinterher: „Den Gesamtelternbeirat gibt es zwar noch. Derzeit besteht er nur aus einer Person. Wir werden ihn jetzt wieder neu aufstellen.“
OB: „Jetzt tut es halt leider weh“
OB Keßler betont, dass – trotz der jetzigen Gebührenerhöhung – die Stadt eine wesentliche höhere Kostensteigerung für die Kinderbetreuung zu verkraften hat: „Wir lassen die Eltern nicht allein.“ Er betont, dass es ein Jahr Pause bei der Gebührenerhöhung durch den Beschluss des Gemeinderats 2024 gegeben hatte. Keßler: „Jetzt tut es halt leider weh.“
Eine Mutter: „Ich habe zwei Kinder. Für das in U 3 zahle ich 80 Euro mehr, für das in Ü 3 40 Euro mehr im Monat.“ U 3 heißt „Angebot für Kinder unter drei Jahren“, Ü 3 heißt „über drei Jahre“.
Eine andere Mutter: „Was mich ärgert: Es gibt in meiner Kita nur noch Ganztags- und VÖ-Gruppen. (VÖ heißt Verlängerte Öffnungszeiten, Anm. d.Red.). Dort wurde kräftig erhöht. Die günstigere Regelgruppe wurde bei uns abgeschafft. Wenn man sein Kind nicht aus der Gruppe reißen will, hat man gar keine Wahlmöglichkeiten.“