Die Gebühren für die Kinderbetreuung in Bad Liebenzell steigen. Foto: ©Marco2811 - stock.adobe.com

Über die Einnahmen aus Elternbeiträgen deckt die Stadt 11,86 Prozent der entstehenden Kosten. Jeder Kita-Platz wird von der Stadt aktuell mit fast 8150 Euro jährlich bezuschusst.

Auf Empfehlung des Schul-, Kultur- und Sozialausschusses hat der Bad Liebenzeller Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einer Erhöhung der Kita-Gebühren bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung mehrheitlich zugestimmt.

 

Nina Stark als Stadträtin der Unabhängigen Liste (UL) hatte sich vor der Abstimmung gegen eine weitere Erhöhung der Kita-Gebühren ausgesprochen. Für Familien werde es an allen Ecken und Enden teurer, daher sollte auf Erhöhungen bei den Kita-Gebühren verzichtet werden. Ihr Appell war aber nicht von Erfolg gekrönt.

Mehreinnahmen von rund 13.500 Euro

Die Gebühren werden nach dem nun gefassten Beschluss zum neuen Kindergartenjahr ab dem 1. September entsprechend einer Empfehlung von Städte- und Gemeindetag sowie der Vier-Kirchen-Konferenz um rund 4,5 Prozent steigen.

Wie Valentina Moser, die in der Stadtverwaltung Bad Liebenzell für den Bereich Kinderbetreuung zuständig ist, erläuterte, rechnet die Stadt durch die Gebührenerhöhung mit Mehreinnahmen von rund 13.500 Euro. Gleichzeitig steigen aber auch die Personalausgaben durch die tariflichen Erhöhungen der Gehälter. Genaue Zahlen zu den Kostensteigerungen konnte Moser auf Nachfrage aus dem Gremium ad hoc aber nicht nennen.

Der Kostendeckungsgrad durch die von den Eltern getragenen Kita-Gebühren liegt laut Valentina Moser bei 11,86 Prozent. Insgesamt gibt die Stadt fast 2,9 Millionen Euro für die Kinderbetreuung aus.

Durch Landeszuschüsse refinanziert die Kommune rund 740.000 Euro, die Einnahmen aus den Kita-Gebühren liegen bei knapp über 340.000 Euro.

Der Eigenanteil der Stadt an den Kosten beträgt laut Verwaltung damit rund 1,8 Millionen Euro bei aktuell 221 Kita-Plätzen. Jeder Kita-Platz wird somit mit fast 8150 Euro jährlich bezuschusst.

Bis zu sieben Stunden am Tag für 541 Euro im Monat

Die Halbtagsbetreuung von Kindern kostet künftig für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren 125 Euro, für Kinder unter drei Jahren 187 Euro. Für drei- bis sechsjährige Kinder, die bei verlängerten Öffnungszeiten bis zu sechs Stunden pro Tag betreut werden, müssen Eltern künftig 208 Euro zahlen, bei unter dreijährigen Kindern werden in diesem Betreuungsmodell 311 Euro fällig.

Bei einer Betreuung von täglich bis zu sieben Stunden werden für drei- bis sechsjährige Kinder 228 Euro fällig, für unter dreijährige Kinder müssen die Eltern 342 Euro bezahlen. Die Kosten für die Ganztagsbetreuung steigen für drei- bis sechsjährige Kinder auf 297 Euro, für Kinder unter drei Jahren au 445 Euro. In den Kinderkrippen werden für die Betreuung von täglich bis zu sechs Stunden 492 Euro fällig, bei einer Betreuung von bis zu sieben Stunden am Tag fallen 541 Euro an.

In allen Betreuungsmodellen reduzieren sich die Kosten, wenn in der Familie mehrere Kinder unter 18 Jahren leben. Außerdem fallen in den Kindertagesstätten, in denen täglich Frühstück oder Mittagessen angeboten wird, um zwölf beziehungsweise 65 Euro pro Monat.