Die Kosten für die Kita-Betreuung sollen in Friesenheim erhöht werden. Der Gesamtelternbeirat kritisiert das Vorhaben Foto: Bohnert-Seidel

Die geplante Gebührenerhöhung für die Kindergärten in der Gemeinde Friesenheim stößt beim Gesamtelternbeirat auf große Kritik. Die vorgesehene Steigung sei für viele Familien nicht mehr leistbar. Hoffnung auf Einsehen des Gemeinderats gibt es wenig.

Vielen Eltern graut es vor den künftigen Erhöhungen der Kindergartenbeiträge. „Es gibt Eltern, die wissen nicht mehr, wie sie die Kindergartenbeiträge bezahlen sollen“, sagt Benjamin Eble vom Vorstandsteam des Gesamtelternbeirats der Gemeinde Friesenheim gegenüber der Lahrer Zeitung.

 

Für das Kindergartenjahr 2024/2025 plant die Gemeinde abermals die Gebühren um 7,5 Prozent zu erhöhen. Weitere Erhöhungen sind für das Kindergartenjahr 2025/2026 mit 7,3 Prozent vorgesehen. „Mit der Erhöhung vom vergangenen Jahr, macht dies in der Summe real eine Erhöhung der Kita-Gebühren um 25 Prozent innerhalb von drei Jahren aus“, rechnet Eble im Gespräch vor. „Keine Gewerkschaft bekäme diese Erhöhungen durch“, fügte er verärgert hinzu.

Der Elternbeirat hält die weiteren Erhöhungen für deutlich zu hoch. „Sicherlich können wir nachvollziehen, dass aufgrund steigender Personal- und Energiekosten eine Anpassung der Gebühren kommt. Aber bitte nicht in dieser extremen Höhe und auch nicht in jedem Jahr“, so Eble weiter.

Moderate Anpassung ist gewünscht

Darüber hinaus störe sich der Elternbeirat an den eher kurzfristig angesetzten Gebührenerhöhungen im Juli, gefolgt von einer Anpassung ab September 2024. „Eltern sollen zwischen 40 und 80 Euro pro Monat mehr berappen“, so Eble. Über die kurzfristige Anpassung bliebe auch einigen Eltern nicht genügend Zeit, um eventuell ihre Halbtagsbeschäftigung zu überdenken. Andere Kommunen hätten die Erhöhungen bereits im April besprochen. Bei Kündigungsfristen von einem halben Jahr bliebe hier kaum Zeit für Alternativen. Umso unverhältnismäßiger empfinde der Elternbeirat die Erhöhungen. „Hoffnung auf ein Einsehen des Gemeinderats haben wir wenig“, so Eble. Vergleiche mit teuren Schweizer Kindergärten stünden jenseits jeglicher Realität. Dann ließe sich auch wunderbar mit Berlin argumentieren, wo die Kindergärten kostenlos sind, so Eble. Um kostenlose Kindergärten gehe es dem Elternbeirat aber gar nicht. Wichtig sei ihm eine moderate Anpassung, die sich auch im Familienhaushalt vertreten ließen.

Fatal wäre, wenn Kinder zuhause blieben, weil die Kindergärten zu teuer sind, so Eble. Kindergärten erfüllten längst auch einen gewissen Bildungsauftrag und förderten die sozialen Kontakte der Kinder. „Mit der Erhöhung könnten wir viele Kinder verlieren, für die das Fernsehen künftig der Babysitter ist“, betont Eble.

Viele Eltern bereits am Limit

Als Gesamtelternbeirat setzten sich Dominik Bartel, Benjamin Eble, Sabrina Hauser und Verena Litterst für alle Eltern ein. Sicher gebe es Eltern, die die Erhöhungen finanziell verschmerzen könnten. „Aber sind wir mal ehrlich, welcher Bürger der Gemeinde muss mit einer Gebührenerhöhung von 25 Prozent durch die Gemeinde rechnen?“, so Eble. Immer treffe es die gleiche Zielgruppe von Eltern, die auf den Kindergartenplatz angewiesen sind. Natürlich halte sich die Gemeinde an Empfehlungen der Landesverbände. Aber die Gemeinde Forchheim beispielsweise verzichte auf die Kindergartengebührenerhöhung. Gutach übernehme sie nur teilweise, weiß Eble. „Ich wünsche mir auch von der Gemeinde Friesenheim, dass sie sich bei der Erhöhung an den Bedürfnissen der Familien orientiert“, so Eble. Viele seien bereits seit der letzten Erhöhung an einem finanziell, ertragbaren Limit angekommen. Bei den Gewerkschaften klappe es doch auch, dass man sich zu Verhandlungsrunden trifft und versucht, einen Konsens zu erreichen.

Gemeinderat

Der Gemeinderat tagt am Montag, 15. Juli, ab 19 Uhr im Bürgersaal. Unter anderem steht auch die Gebührenerhöhung in den Kindergärten auf der Tagesordnung.