Eine Leserbrief befasst sich mit der geringen Wahlbeteiligung bei der Pfarrgemeinderatswahl im Wiesental. Foto:  

Zu den kürzlich durchgeführten evangelischen Kirchenwahlen hat unser Leser Joachim Schröder aus Zell im Wiesental die folgende Meinung.

Eine Wahlbeteiligung von 7,3 Prozent ist eine schallende Ohrfeige für die Kirchenleitung. Auch ich habe nicht gewählt und mir geht es wohl wie den anderen 92 Prozent: Die Kirchenleitung interessiert sich einen Dreck um die Basis, legt Gemeinden zwangsweise zusammen und dünnt neben dem Verkauf des „Tafelsilbers“ auch noch die Pfarrstellen aus, im „Wiesentäler“ zum Beispiel um 60 Prozent. Und wer soll die verbleibenden Stellen ersetzen, wenn die aktuellen Amtsträger sich großen Schrittes dem Ruhestand nähern? Wer will auf einer Fläche von 330 Quadratkilometer Gemeindearbeit machen und dabei rein rechnerisch für jedes Gemeindeglied alle zwei Jahre 15 Minuten Zeit haben? Da ist Seelsorge schier unmöglich und Kirche ist gescheitert.

 

Mich interessiert deshalb die Kirchenleitung überhaupt nicht mehr. Und wenn die 92 Prozent konsequent wären und aus der Kirche austräten, spätestens dann würde die Kirchenleitung erfahren, dass eine so verwaltete Kirche tot ist.

Die neue Dekanin ist um ihre Aufgabe nicht zu beneiden, aber sie muss jetzt dringend die Bedürfnisse der Basis in Erfahrung bringen und diese dann auch zeitnah umsetzen. Für mich wären das: mehr Pfarrstellen, mehr Nähe, mehr Gemeinde. Wenn das begriffen wird, dann hätte die Wahl vielleicht doch etwas Gutes!

Joachim Schröder, Zell

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