Kirche, Pfarr- und Gemeindehaus sollen künftig mit Gas und möglicherweise Fotovoltaik beheizt werden. Foto: Schnurr

Das in die Jahre gekommene Heizsystem der katholischen Kirche St. Ulrich stand bei der Kirchengemeinderatsitzung im Mittelpunkt. Im Zuge der laufenden Sanierung sollen alle Gebäude auf dem Areal an ein nachhaltiges, zentrales Heizsystem angeschlossen werden.

Geislingen - Erdgasanschluss ja oder nein – hatten die Kirchengemeinderäte an diesem Abend abzustimmen. Eingeladen zu der Sitzung war Andreas Kiefer, Fachingenieur für Technik, der auf Heizsysteme für Klöster und Kirchen spezialisiert ist.

"Die autarke Elektroheizung in der Kirche ist auf dem Stand von 1984", klärte Kiefer die Räte auf. Die Sakristei, der Kindergarten und das Gemeindehaus werden von einer separaten Ölheizung beheizt. Der Öltank befindet sich unter der Sakristei und kann bis zu 27 000 Litern fassen. Das Pfarrhaus wird mit einer eigenen Ölheizung mit einer Verbindung zu extra Tanks beheizt. Bei Systemerneuerungen würde man sich aufgrund der schlechten CO2-Bilanz derzeit vom Öl verabschieden, sagte Kiefer.

Im Rahmen der Sanierung müsse man auch dies angehen, erklärte Christine Gulde, die gewählte Vorsitzende des KGR. Kiefer stellte mehrere Möglichkeiten vor und ging auf zwei Optionen ein, welche für das Kirchenareal am sinnvollsten wären: eine Luft-Wärme-Pumpe mit Gas-Unterstützung oder eine Gas-Absorptionswärmepumpe.

Beide Varianten könnten zusätzlich mit einer Fotovoltaikanlage, welche man beispielsweise auf dem Dach des Kindergartenanbaus anbringen könnte, gespeist werden. Jedoch brauche man für beide Lösungen Erdgas, betonte der Heizungsingenieur die Möglichkeiten: Eine Luft-Wärme-Pumpe komme an kalten Wintertagen an ihre Grenzen und müsse von einer Gastherme unterstützt werden.

Zentrale Anlage geplant

Ein Vorteil beider Alternativen sei, dass man das Heizsystem für alle Gebäude zentralisieren könne: "Das ist technisch möglich und finanziell vorstellbar", erklärte Kiefer. Der Gasanschluss sei die Grundlage für die weitere Planung, stimmten neun Kirchengemeinderäte bei einer Enthaltung der circa 12 000 Euro teuren Erschließung zu.

Ein weiter Gast in der Ratssitzung war der Architekt Michael Günther aus Konstanz. Er informierte über die aktuellen Planungen zur Sanierung.

Zwei Seiteneingänge und die Bestuhlung des Chors sollen neu gestaltet werden. Im Fokus der Räte stand der Eingang neben den Parkplätzen am Gemeindehaus. Dieser müsse auf jeden Fall behindertengerecht werden, da er sich direkt neben dem Behindertenparkplatz befinde, unterstrichen Marion Schuler und Sonja Ruof.

An dieser Stelle sei eine Betonkonstruktion mit offenem Windfang geplant, welcher sich am Sakristeivorraum orientiere und im Sinne der Denkmalpflege sei. Die Türe werde 1,20 Meter breit und lasse sich per Knopfdruck öffnen, erläuterte Günther.