Die Dormettinger Kirche wird umfassend saniert. Arbeiten stehen am Dachstuhl des Kirchenschiffs und im Inneren des Gotteshauses an. Foto: Visel

Die Dormettinger Kirche St. Matthäus bleibt ab kommenden Montag geschlossen. Grund sind umfangreiche Sanierungsarbeiten am Dach und im Inneren des Gotteshauses. Dieses soll heller und moderner gestaltet werden: "Wir wollen einen Begegnungsraum für alle schaffen", sagt Ute Brenner.

Dormettingen - Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats betont, dass sich die katholische Kirchengemeinde "sehr darüber freut, dass nach der Freigabe der Denkmalbehörde die Renovierungsarbeiten in der Kirche aus dem Jahr 1712 ab dem 21. März beginnen können". Das bedeute, dass am Sonntag, 20. März, um 9.30 Uhr der vorerst letzte Gottesdienst in der Kirche stattfinden werde.

Im Anschluss an den Gottesdienst laden der Kirchengemeinderat und der Bauausschuss ab 10.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in der Kirche ein. "Dabei möchten wir die geplanten Renovierungsarbeiten im Detail vorstellen und allen Interessierten die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen". Anschließend wird es einen gemütlichen Stehempfang vor der Kirche geben.

Gottesdienste fallen aus

Die Gottesdienste in der Kirche müssen wegen der Sanierung vorerst ausfallen. "Wir versuchen aber, pro Monat zwei Gottesdienste im Freien oder in anderen Räumen abzuhalten". Geplant sind zunächst Gottesdienste und Andachten am Palmsonntag, Karfreitag und Ostersonntag. Der Erstkommuniongottesdienst wird am 24. April um 10 Uhr in der Dautmerger Kirche stattfinden.

Saniert werden muss der gesamte Dachstuhl des Kirchenschiffs. Das Gebälk ist durch Feuchtigkeit und Schädlingsbefall in Mitleidenschaft gezogen worden. "Unser Glück ist, dass zur Sanierung nicht nur ein Außengerüst aufgestellt werden muss, sondern auch ein Gerüst im Innern der Kirche." Daher, freut sich Brenner, sei von der Diözese gleich die Innensanierung genehmigt worden, die eigentlich erst später geplant gewesen sei. Gerichtet würden in diesem Zusammenhang die Decke und die Kirchenwände, an denen man die Kanäle für die Elektroverkabelung durch die Farbe schimmern sieht. "Schön ist, dass auch gleich die großen Deckengemälde aufgefrischt werden."

Moderner Innenraum

Mit dem frischen Anstrich der Innenwände soll die Kirche "heller, freundlicher und hoffnungsvoller" werden. So könnten laut Brenner auch einige der Heiligenfiguren und Gemälde an den Seitenwänden entfernt werden, dazu eventuell sogar die großen Wandbilder. Auch an den Ausbau einiger Kirchenbänke ist gedacht: "Dadurch würde im Eingangsbereich ein kleiner Andachtsraum entstehen."

"Wir wollen die Türen des Gotteshauses öffnen, das nicht mehr nur für die Gottesdienste zur Verfügung stehen soll." Die Kirche der Zukunft verlange mehr: "Man muss sich dort wohlfühlen." Das Motto lautet: "Wir gehen raus. Die Kirche ist überall." Damit, so Brenner, habe die Kirchengemeinde, die zur Seelsorgeeinheit Oberes Schlichemtal gehört, schon gute Erfahrungen gemacht. Sie erinnert an Gottesdienste in anderen Räumen und im Freien, die einen großen Zuspruch gefunden hätten: "Dazu sind mehr Leute gekommen als in die Gottesdienste in der Kirche." Dies mache Mut, sich weiter zu öffnen. Daher biete die Kirchengemeinde auch das neugestaltete Pfarrhaus aus Begegnungsraum für Gruppen und Vereine aus der Gemeinde an, nachdem es in Dormettingen keine Gaststätte mehr gibt. "Auch davon profitiert die Kirchengemeinde. Wir gewinnen so viele weitere Helfer, was sich etwa beim Aufbau des Adventsweg bemerkbar gemacht hat."

"Kirche für alle öffnen"

Für die Kirchensanierung ist ein vierköpfiger Bauausschuss gegründet worden. Das Gesamtprojekt verantwortet der Architekt Daniel Hotz aus Winterlingen. Um sich eine Vorstellung darüber machen zu können, wie die sanierte Kirche einmal aussehen könnte, wollen sich die Dormettinger renovierte Gotteshäuser – unter anderem in Erlaheim und Gößlingen – anschauen.

830.000 Euro veranschlagt

Am kommenden Montag wird mit vorbereitenden Arbeiten wie der Einhausung der Orgel und dem Aufstellen des Außengerüsts begonnen. Der Bauzeitenplan ist sportlich. Bis Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Für die Renovierung sind 830 000 Euro veranschlage, mehr als 50 000 Euro kommen vom Denkmalamt. "Auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart wird uns großzügig unterstützen." Der Rest der Mittel kann die Kirchengemeinde über ihre Rücklagen aufbringen. Brenner: "Wir müssen keine große Sammelaktion starten, wenngleich wir natürlich einige Veranstaltungen machen wollen, um weitere Spendengelder zu erhalten."