Der emotionale und energievolle Gesang ist das Markenzeichen des Schopfheimer Pop- und Gospelchors „Resonance of Life“. Foto: Jürgen Scharf

Gospel zieht. Vor allem, wenn der Pop- und Gospelchor Resonance of Life singt. Dann ist eine voll besetzte Stadtkirche garantiert. Zum 30-Jährigen gibt es zwei Jubiläumskonzerte.

30 Jahre jung: Der Pop- und Gospelchor der Evangelischen Kirchengemeinde hat in diesem Jahr Grund zum Feiern. Zum Geburtstag reist am 2. Mai sogar der italienische Partnerchor aus dem ligurischen Varazze zum Gratulieren an, um gemeinsam mit dem jungen Jubelchor ein Freundschaftskonzert zu geben.

 

In den drei Jahrzehnten seines Bestehens hat der Chor mit seinem speziellen Repertoire eines verinnerlicht: Musik soll berühren, Emotionen beim Zuhörer auslösen, und entsprechend sollen die Interpretationen packend und gefühlvoll sein. Gleichzeitig aber auch voller Power und rhythmischem Elan, wofür die treue und verlässliche Begleitband bei den großen Jahreskonzerten sorgt. Der Chor tritt aber auch gern mal bei den Marktmusiken auf und war schon beim Festival „Klang & Raum“ zu hören.

Von Anfang an ist das Markenzeichen der emotionale und energievolle Gesang mit Tiefe und positiver Botschaft.

Dass es diesen Pop- und Gospelchor überhaupt gibt, ist Martin Winkler zu verdanken. Der damalige Bezirkskantor rief ihn 1996 ins Leben, weil es zu der Zeit kein derartiges Chorangebot in der Kirchenmusik in Schopfheim gab.

Seit 24 Jahren leitet Christoph Bogon den Schopfheimer Pop-und Gospelchor (hier bei einem Auftritt bei den Marktmusiken). Foto: Ina Schabbon

Bei seinem Antritt 2002 übernahm Winklers Nachfolger Christoph Bogon die Formation, die damals rund 30 bis 35 Mitglieder hatte. Inzwischen ist „Resonance of Life“ auf 80 Sänger angewachsen. Darunter sind nicht wenige, die schon seit 20 oder 25 Jahren dabei sind, zwei sogar seit der Gründung.

Die Altersgruppe zwischen Mitte 30 und 60 ist am stärksten vertreten. Der Einzugsbereich ist groß, reicht vom Wiesental bis Wehr, Bad Säckingen, Lörrach und sogar Müllheim.

Für Kirchenmusikdirektor Bogon, der aus der Klassik kommt, waren Pop und Gospel erst einmal „Neuland“, in das er sich hineinfinden musste. Anfangs, so erinnert er sich, sei es „für beide Seiten eine Herausforderung“ gewesen: „Für meinen Chor, einen etwas steifen Klassiker vor sich zu haben, und für mich, überhaupt erst die Stilistik von Gospel und Pop zu lernen“.

Was der Chordirigent ebenfalls gleich erfahren hat: Die Arbeit mit dem Pop- und Gospelchor erfordert mindestens genauso viel Vorbereitung wie die großen Projekte der Kantorei.

Bei der Einstudierung der Songs legt Bogon dieselbe hohe Messlatte und den gleichen Anspruch an, wie wenn er große geistliche Musik mit der Kantorei einstudiert.

Im Laufe der Jahre, so schätzt er, sind 50 bis 70 Stücke zusammengekommen: eine Mischung aus Spirituals, Modern Gospels, Popsongs. Bogon sucht heute andere Arrangements aus für die 80 Chorleute als früher mit nur 30. Aufgrund der größeren Besetzung und der Vielfalt der Stimmbesetzung bieten sich ihm mehr Möglichkeiten.

Auch Choreografien wie beim Erfolgssong „Africa“ gehören dazu, einmal gab es sogar eine kleine Show-Einlage mit Stepptanz.

„Resonance of Life“ hat auch etliche reine A-Cappella-Titel im Repertoire, in denen sich die Chormitglieder in der Königsdisziplin des Gesangs beweisen können.

Anspruchsvoll, aber mit echten Ohrwurm-Qualitäten, sind auch die Kompositionen, die Christoph Bogon für seinen Chor selber geschrieben hat. Bemerkenswert ist, dass man die Soloparts immer wieder mit Solisten aus den eigenen Reihen bestücken kann. Und da gibt es einige solistische „Publikumslieblinge“.

Die moderne geistliche Gospelmusik, das ist dem Dirigenten wichtig, soll inhaltlich Themen des Lebens berühren, auf aktuelle Geschehnisse oder gesellschaftliche Strömungen und Probleme eingehen. Schließlich heißt der Chor „Resonance of Life“, Schwingungen und Widerhall des Lebens.

Bei den Modern Gospels orientiert sich der Chorleiter am Markt und schaut, was es an neuen Songs und Liederbüchern gibt. Er habe da auch ein gutes Netzwerk, sagt er. Eine Schnittmenge mit der Kantorei gibt es übrigens kaum oder gar nicht, denn das Repertoire, der Gesangsstil und die Zusammensetzung der beiden Chöre sind ganz verschieden.

Als großen Vorteil sieht es Christoph Bogon, dass im Pop- und Gospelchor ein sehr gutes menschliches Miteinander herrscht, was sich auch auf das gemeinsame Singen auswirke. Neben den wöchentlichen Proben immer dienstags hat „Resonance of Life“ schon Probenwochenenden in Tennenbronn und zuletzt 2025 auf dem Feldberg verbracht. Das fördert die Gemeinschaft, so der einhellige Tenor.

„Wir konnten uns voll und ganz auf unsere neuen Noten, gute Gespräche, sonnige Spaziergänge und abendliche Aktivitäten wie Spielen, Zauberkünste oder Tanz konzentrieren. Einfach mal wieder schön!“, werden auf der Webseite des Chors die Eindrücke vom jüngsten Probenwochenende beschrieben.

Freundschaften werden nicht nur innerhalb des Chors gepflegt, sondern auch mit den italienischen „Tieni Viva“ Gospel Voices aus Varazze. Schon seit 2002 besteht die Beziehung zu diesem Partnerchor, der ursprünglich „Spiritual Songs“ hieß, sich dann aber unter anderem Namen und neuer Leitung neu formierte. Durch gegenseitige Besuche und Konzerte wird die Chorpartnerschaft lebendig gehalten.

So ist es für den befreundeten Chor Ehrensache, im Jubiläumsjahr von „Resonance of Life“ ebenfalls ein „Geburtstagsständchen“ in Form eines Konzerts zu geben. Da treffen also am 2. Mai zwei temperamentvolle Gospelchöre zusammen.

Ein „Best of“ und neue Nummern bereitet der Schopfheimer Gospelchor für sein Jubiläumskonzert im November vor. Dann sollen auch Songs vom „Wunschzettel“ auftauchen, die bei den Sängern und dem Publikum besonders beliebt sind.

Für diese Gala, so Bogon, wird sich der Chor „wieder in Schale werfen“ mit seinen bunten, nach Stimmfarben abgestimmten Schals, die schon zum Erkennungsmerkmal geworden sind.