Die Christophorus-Kantorei unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Michael Nonnenmann. Foto: Kosowska-Németh

Die Musikreihe „Stunde der Kirchenmusik“ erfreut sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit, doch ihre jüngste, 125. Jubiläums-Auflage sorgte für einen echten Publikumszulauf in der Altensteiger Stadtkirche.

In der Stadtkirche traten die Christophorus-Kantorei unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Michael Nonnenmann und der Kantor der Kilianskirche Heilbronn, Kirchenmusikdirektor Stefan Skobowsky, auf. Den geistlichen Charakter des Konzerts unterstrich Pfarrer Klaus-Peter Lüdtke mit Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament.

Auf dem Programm standen Werke für Orgel solo sowie der Chorgesang a capella aus verschiedenen Musikepochen. Von Anfang an fesselte die Zuhörer die großartige Orgelkunst von Skobowsky, der die edle Klangwelt der Rohlf-Orgel mit Freude und Hingabe auskostete.

Königsinstrument „glüht“

Durch überlegte und stilvolle Registrierung kamen in der Musik von Johann Sebastian Bach die polyhonen, mal pastellfarbenen, mal silbrig glitzernden Stimmengeflechte zum Vorschein. Die Toccata aus der Orgelsymphonie von Charles Maria Widor brachte das Königsinstrument regelrecht zum Glühen.

Anlässlich des 150. Geburtstags von Max Reger und Sergei Rachmaninow schloss der Orgelkünstler Skobowsky zwei ihre Kompositionen ins Programm mit ein und widmete sich der spätromantischen Musik mit hoch virtuoser Emotionalität und einer zerreißenden Sprengkraft, die sich in extremen Kontrasten der Lautstärke und Klangfarben ausdrückte.

Gegenwärtige Musik der Sänger

Die Sängerinnen und Sänger von der Christophorus-Kantorei wandten sich sowohl der gegenwärtigen Musik von Damijan Močnik und Frank Ticheli als auch der etwas älteren von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Josef Gabriel Rheinberger. Den gemeinsamen Nenner bildete die Verherrlichung der Gottesschöpfung sowie Rufe nach Achtung und Erhalt der Mutter Erde.

Ständig konzentriert auf die Hand des Chorleisters Nonnenmann, nahm der junge Chor alle technischen Hürden der anspruchsvollen Mehrstimmigkeit mit Schwung, Lebendigkeit und Begeisterung. Kleine Details, wie lang gehaltene Akkorde, die verschwenderisch leisen Klänge in „Acclamatio“ oder nachdenkliche Melancholie des traditionellen „Evening Rise“ vervollständigten das Klangbild und suggestive Aussagekraft des Gesangs.

Üppiger Schlussapplaus

Dem Wunsch vom Pfarrer Lüdtke folgend, applaudierte das Publikum nicht zwischendurch. Umso üppiger fiel der Schlussbeifall aus – zur Freude und Genugtuung der Organisatoren Susanne und Eberhard Schuler-Meybier. Als Nachfolger von Jürg Wieber betreuen die Musikpädagogen seit zehn Jahren die Stunde der Kirchenmusik und nun feierten sie heimlich ihr persönliches Jubiläum mit.