Con vivo präsentieren im Rahmen der Konzertreihe „Stunde der Kirchenmusik“ weltliche und geistliche musikalische Werke in der Altensteiger Stadtkirche.
Die jüngste Stunde der Kirchenmusik füllte die Altensteiger Stadtkirche mit frühlingshafter Frische und ein herzhafter Schlussbeifall bestätigte zum 136. Mal die Popularität der beliebten Konzertreihe.
In andächtiger Stille lauschten die Konzertbesucher den geistlichen und weltlichen Werken der europäischen Komponisten von Barock bis zur Gegenwart. Den religiösen Charakter des Musikabends unterstrich der Pfarrer Detlev Börries mit Bibellesungen und Gebeten. Zwischen den Darbietungen des Blockflötenensembles Con vivo und des Ehepaares Susanne (Orgel) und Eberhard Schuler-Meybier (Tenor) besangen alle Anwesenden die Vollkommenheit der göttlichen Schöpfung.
Zwei Jahre bis zum runden Geburtstag
In zwei Jahren wird Con vivo sein 30-jähriges Bestehen feiern. Mit lediglich vier Spielerinnen begann der Weg der Altensteiger Flötistin und Ensemble-Gründerin Monika Früchtl bis zum heutigen Blockflötenorchester mit den rund 20 überwiegend Laien-Musikerinnen, die aus dem Umkreis von etwa 30 Kilometern zu den Proben anreisen. Der einzige Mann in der Gruppe konnte aus beruflichen Gründen am jüngsten Konzert nicht teilnehmen.
Früchtl ergänzt die eigene solistische und pädagogische Erfahrung mit Herzblut, Einfühlungsvermögen und profunder Kenntnis der Musikliteratur. Sie studiert mit ihrem Ensemble die Stücke ein, die das respektable Potenzial der Instrumentalistinnen im besten Licht erscheinen lässt und die Freude am Musizieren steigert.
Dabei stellt sie die technische und musikalische Messlatte genügend hoch, um ein geschlossenes, sauberes und dynamisch differenziertes Klangbild zu erreichen –beispielsweise in dem mit würdevollen Stolz dargebotenen „Türkischen Marsch“ von Jean Baptiste Lully.
Auch verantwortungsvolle Soli vertraute die Ensemble-Leiterin ihren Flötistinnen an. Sowohl „Der Frühling“ aus „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi als auch „Now is the month of Maying“ von Thomas Morley sowie weitere Programmpunkte gaben ein sehr gutes Zeugnis von musikalischer Empfindsamkeit und instrumentaler Souveränität des gesamten Ensembles.
Eberhard Schuler-Meybiers Tenorstimme gibt fromme Inbrunst wieder
Die lyrisch-anschmiegsame und zugleich kräftige Tenorstimme von Eberhard Schuler-Meybier gab in einem von Heinrich Schütz vertonten Gebet ihre fromme Inbrunst wieder, die in der „Kavatine von Louis Roessel einen malerisch-erzählerischen Stich erhielt. Die Begleiterin Susanne Schuler-Meybier interpretierte die Partita über „Jesu meine Freude“ von Andreas Nicolaus Vetter mit lebendiger, stellenweise virtuoser Ausdruckskraft und hob eine frappierende Farbpalette der Rohlf-Orgel hervor.
Im spanischen Flair des „Enthüllen des Lichts“ von Martin Heuser beendete Con vivo das Konzert. Das Publikum bedankte sich für diesen musikalischen Maiabend mit langem Applaus und begeisterten Rufen.