Ein Benefiz-Orgelkonzert vereinigte am Samstag in der Christuskirche Rheinfelden die bekannte Organistin und den Zonta Club Südschwarzwald.
Es war der letzte Termin einer Reihe von Veranstaltungen der vom Zonta Club zwischen Waldshut-Tiengen und Basel organisierten Aktionstage „Zonta says no“ zu Gewalt an Frauen und Mädchen. Zonta ist eine internationale Frauenorganisation, welche seit 2013 jeweils vom 25. November bis zum 10. Dezember die unter dem Motto „Orange The World“ stehenden 16 „Days of Activism“ der Vereinten Nationen unterstützt. Auch in Deutschland, auch am Hochrhein.
Erlös für Frauenhaus
Zonta setzt sich nicht nur dafür ein, Gewalt gegen Frauen zu beenden, sondern zudem für eine Verbesserung der Stellung der Frauen im rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und beruflichen Bereich. Das mit dem Erlös des Benefiz-Konzertes bedachte Frauen- und Kinderschutzhaus in Waldshut bietet Frauen und Kindern, die von häuslicher Gewalt bedroht sind, rund um die Uhr Schutz, Sicherheit, Beratung und Unterstützung, ist aber selbst zur Bewältigung dieser Aufgaben auf finanzielle Hilfe angewiesen.
Neue Orgel ist spielbar
Irmtraud Tarr erklärte sich auf Anfrage des Zonta Clubs Süd-chwarzwald sofort bereit, sich für ein Benefiz-Konzert an die frisch renovierte Orgel in der Rheinfelder Christuskirche zu setzen. Sie wollte sich damit jedoch nicht nur für einen guten Zweck einsetzen, sondern mit dem Konzert zudem beweisen, dass die neue Orgel spielbar ist.
„Neu integrierte elektronische Bestandteile sind gewöhnungsbedürftig, und die Orgel verfügt zudem über kleine Kinderkrankheiten, von der man sie noch befreien müsste“, konstatierte Tarr nach dem Konzert. Das begeisterte Publikum merkte davon nichts. Mit Können, Routine sowie der Fähigkeit, zu improvisieren, ohne dabei nervös zu werden, zog Tarr an der Rentsch-Orgel sprichwörtlich alle Register.
Die zierliche Organistin betätigte die gefühlt 1000 Tasten, Knöpfe und Pedale noch immer bei aller sensiblen Kunstfertigkeit mit einer Kraft und Intensität, die man ihr eigentlich nicht zutrauen dürfte. „Das erste Stück ist herausfordernd“, meinte sie vor Konzertbeginn, aber „nein: Nervös bin ich nicht.“
Anhaltender Applaus
Die Rede ist von der „Festival Toccata“ von Komponist Percy Fletcher, ein komplexes Werk, zumeist in Fortissimo zu spielen, welches das mit einer guten Akustik gesegnete Kirchenschiff zum Beben brachte.
Es folgten weitere klassische Werke der Komponisten Takles, Einaudi, Bach und Boellmann, bevor die „Hymn to freedom“ von Oscar Peterson sowie eine kleine Zugabe und ein anhaltender Applaus das beeindruckende Orgelkonzert, das ein wenig mehr Publikum verdient gehabt hätte, abschlossen.