Die Musiker lieferten ein unterhaltsames Konzert ab. Foto: Monique Baumann

Beim Kirchenkonzert in der Dürrwanger Petruskirche waren die bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte zu hören. Organistin Stefanie Köpfler-Bertels war für die Programmgestaltung verantwortlich.

Die Organistin der evangelischen Kirchengemeinde „Unter dem Böllat“, Stefanie Köpfler-Bertels, hatte für das Konzert am Sonntagabend in der Dürrwanger Petruskirche ein umfangreiches Programm anspruchsvoller Kompositionen zusammengestellt.

 

Der schlichte Titel „Musik aus dem Barock“ ließ höchstens erahnen, welch großartigen acht Werke von zwei italienischen und drei deutschen Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts zu hören waren.

Drei Musiker bewiesen auf ihren verschiedenen Instrumenten ihr Können: Monique Baumann an der Blockflöte, Michael Wagner am Cello und Stefanie Köpfler-Bertels an ihrem nagelneuen Cembalo.

Den Anfang bildete die dem Cembalo gewidmete Sonate in F-Dur von Johann Sebastian Bach (1685–1750), der als Violinist, Organist und Cembalist des Barock zugleich als größter Komponist der ganzen Musikgeschichte gilt und insbesondere ein umfangreiches Werk für Tasteninstrumente schuf.

Den krönenden Abschluss bildete ein weiteres Bach-Werk, nämlich die Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll

Obwohl Heinrich Scheidemann (um 1595–1663) – wie bereits sein Vater David – jahrzehntelang als Organist an der Hamburger Hauptkirche Sankt Katharinen wirkte und zu den bedeutendsten Vertretern der norddeutschen Orgelschule zählte, umfasst sein Werk keineswegs nur geistliche Orgelwerke, sondern auch Cembalomusik – zum Beispiel kurze Tanzsätze, von denen zwei vorgestellt wurden. Nicht nur an der Orgel, sondern auch am Cembalo erfreuen diese beiden Tänze mit ihren reichen Figurationsformen, wie Stephanie Köpfler-Bertels bewies.

Von dem angesehenen italienischen Komponisten und Domkapellmeister Paolo Benedetto Bellinzani (um 1690 – 1757), der vor allem kirchliche Werke geschrieben hatte, stammen auch 12 Blockflötensonaten. Bei den beiden ausgewählten Sonaten handelt es sich um relativ anspruchsvolle Stück, die heutzutage nur noch selten zu hören sind.

Georg Philipp Telemann verfasste über 3600 Werke

Von dem italienischen Komponisten Girolamo Frescobaldi (1583–1643), der unter anderem seit 1608 auch Organist des Petersdoms und weiterer Kirchen in Rom war und für mehrere Kardinäle tätig war, kam die Toccata Seconda aus dem zweiten Toccatenbuch („Il secondo libro di toccate“) zum Vortrag, die er 1627 in Rom schuf. Immerhin zählen Frescobaldis Toccaten zu seinen bekanntesten Arbeiten, für die eine improvisatorische expressive Spielweise charakteristisch ist.

Von dem Komponisten Georg Philipp Telemann (1681–1767), der mit über 3600 Werken als einer der produktivsten Komponisten der Musikgeschichte gilt und durch neue Impulse sowohl in der Musikanschauung als auch in der Komposition die Musikwelt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts maßgebend prägte, war die Sonatina II c-Moll zu hören.

Lob an die drei Instrumentalisten

Den krönenden Abschluss bildete ein weiteres Bach-Werk, nämlich die Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll (BWV 903). Entstanden sein dürfte dieses Stück mit experimentellem Charakter hinsichtlich der Tonarten in Köthen, wo Bach von 1717 bis 1723 als Kapellmeister wirkte.

Der 75-minütige höchst reizvolle „musikalische Spaziergang“ durch Früh-, Hoch- und Spätbarock verdeutlichte die recht unterschiedliche Herangehensweise der einzelnen Komponisten an die von ihnen gewählten Themen. Lang anhaltender Applaus des begeisterten Publikums belohnte die drei Instrumentalisten.