Die Kirchengemeinde Heselwangen verfügt wieder über eine Pfarrerin. Eineinhalb Jahre nach der Zurruhesetzung von Pfarrer Seisser übernimmt nun Marilisa Sonnabend.
Mit einem festlichen Gottesdienst wurde am vergangenen Sonntag Marilisa Sonnabend als neue Pfarrerin z. A. (zur Anstellung) in der Kirchengemeinde Heselwangen in ihr Amt eingeführt.
Dekan Michael Schneider vollzog die Ordination, und Pfarrkolleginnen Birgit Wurster und Eveline Günter, der Kirchengemeinderat, Kirchenchor, Ortsvorsteher und viele Gemeindemitglieder bereiteten ihr einen herzlichen Empfang.
Dekan Schneider bezeichnete als außergewöhnlich, dass nur eineinhalb Jahre nach der Zurruhesetzung von Pfarrer Seisser die Pfarrstelle wieder besetzt werden kann. Und das mit einer Pfarrerin, welche einen seltenen Lebensweg vorzuweisen hat, denn nach Abschluss des Vikariats machte sie eine Ausbildung zur Floristin, was ihr den charmanten Beinamen „Blumenpfarrerin“ einbrachte.
Einblick ins Privatleben
Dementsprechend schwierig war es für Dekan Schneider, einer „Doppelfachfrau“ ein florales Geschenk zu überreichen: er entschied sich für eine weiße Christrose, da diese als Besonderheit im Winter blüht, die Farbe weiß in der Liturgie für Christus steht und ihre Blüte von Bescheidenheit zeugt.
Diesen Faden griff die neue Seelsorgerin auf und gab Einblick in ihr privates Leben: Ja, sie liebe nach ihrer Tätigkeit als Pfarrerin Blumen in allen Formen und Farben, da erblühen, sich entfalten und vergehen auch menschliche Wesenszüge sind, und ja, sie liebe gutes Essen vor allem in der Gemeinschaft, weil dabei viele Bibelpassagen nach menschlichen Vorstellungen sehr gut verdeutlicht werden können.
Ihre inneren Gedanken gab sie bei der Wahl ihres Autokennzeichen preis: das NT liest sie als Neues Testament, gefolgt vom Lukas-Evangelium mit Kapitel und Vers in Zahlen, in welchem der Wunsch nach Essen als Beweis der Menschwerdung steht. Damit gab sie ein tiefsinniges, erfrischend offenes Bild von sich ab.
Glückwünsche teils poetisch geprägt
So waren auch die sich anschließenden Glückwünsche teils poetisch geprägt: „Einen Garten voller Farben und eine Gemeinde voller Leben“ sowie Hesse’s „Jedem Anfang liegt ein Zauber inne“ zeugen – so der Kirchengemeinderat – von der Hoffnung auf ein segensreiches Miteinander.
Im Licht einer Kerze sieht Pastoralreferentin Ulrike Erath von der katholischen Kirche die Weiterentwicklung der Ökumene, und Ortsvorsteher Berthold Roller sieht „die Kirche im Dorf“ von allen getragen. Damit war für die neue Pfarrerin und ihren Ehemann Michael ein wohlgesonnener Start in die neue Heimat vorgegeben.