Sie läuft zwar unter dem Titel „Kirchenentwicklung 2030“, die neue katholische Super-Seelsorgeeinheit soll aber schon am 1. Januar 2026 Realität werden. Zur Vorbereitung darauf hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Wir geben einen Überblick.
In der Vollversammlung aller Pfarrgemeinderäte der fünf Kirchengemeinden des Dekanats Zollern am 11. November des vergangenen Jahres wurden wegweisende Entscheidungen getroffen.
Neuer Name für Super-Pfarrei ist gefunden
Sie wird ab 2026 „Pfarrei St. Jakobus Hechingen“ heißen. Der Sitz der Pfarrei wird Hechingen sein. Die Kirchengemeinde wird „Römisch-Katholische Kirchengemeinde Zollern“ heißen. Die noch existierende Verrechnungsstelle im ehemaligen Krankenhaus Hechingen wird dann die neue Verwaltung und den Dienstsitz der Pfarrei beheimaten.
Einige Personalentscheidungen noch zu treffen
Fest steht: Dekan Michael Knaus wird zum 1. Januar 2026 Hohenzollern verlassen und dann die Pfarrei Singen am Hohentwiel leiten. Der stellvertretende Dekan Thomas Fürst wird der leitende Pfarrer in Zollern werden. Welche und wie viele Pfarrer dann noch insgesamt tätig sein werden, steht noch nicht fest. Aktuell sind es drei leitende Pfarrer, ein hauptamtlicher Diakon und nebenberufliche Diakone. Des Weiteren sind drei Gemeindereferentinnen, zwei Pastoralreferenten und zwei Pastoralreferentinnen tätig.
Arbeitsgruppen arbeiten an Kirchenentwicklung mit
Bei der Vollversammlung im November 2023 wurden zudem Arbeitsgruppen gegründet, die diverse Themen bearbeiten werden. Ein paar Gruppen haben sich schon getroffen und kommen ganz gut voran und andere Gruppen sind teilweise zu klein, um überhaupt aktiv werden zu können. Daher hofft man, dass sich weitere Personen engagieren, um die Kirchenentwicklung 2030 zu gestalten. Das Ziel dieser Arbeitsgruppen ist, dass ihre Ergebnisse zu einer großen Gemeinschaftsvereinbarung zusammengefasst werden. Diese Vereinbarung stellt die rechtliche Grundlage für die Großpfarrei ab 2026 dar. Die Vereinbarung soll spätestens im Herbst 2024 fertig sein und feierlich vorgestellt werden.
Beschließender Ausschuss soll Prozesse beschleunigen
Ebenfalls bei der Vollversammlung wurde ein beschließender Ausschuss gegründet. Dieser soll stellvertretend für die Vollversammlung für Belange, die Auswirkungen auf die künftige Pfarrei haben, Entscheidungen treffen. Dadurch will man den Aufwand für eine Vollversammlung deutlich reduzieren und die Projektarbeit beschleunigen. Der beschließende Ausschuss besteht aus dem Dekan und den beiden leitenden Pfarrern Michael Storost und Thomas Fürst und je Kirchengemeinde zwei Vertreter, darunter der Pfarrgemeinderatsvorsitzende.
Spannend: Wie sehen die Sonntagsgottesdienste aus?
Die größten Fragen, die dabei geklärt werden müssen, sind zum einen, wie in den einzelnen Gemeinden die Sonntagsgottesdienste mit Pfarrer oder als Wort-Gottes-Feiern gefeiert werden können. Auch alternative Gottesdienstformen – von Ehrenamtlichen gestaltet – werden immer mehr notwendig sein. Zum anderen stellt sich die Frage, welche Kirchen und Gebäude noch erhalten werden sollen beziehungsweise erhaltenswert sind. Aufgrund von sehr rückläufigen Kirchensteuereinnahmen wird es diesbezüglich keine Denkverbote und Tabus mehr geben. Es soll auch darüber nachgedacht werden, wie Kirchen sonst noch genutzt werden können.
Pfarreirat trifft strategische Entscheidungen
Ein Punkt zeichnet sich schon jetzt ab: Die Gemeindeteams werden mehr Kompetenzen und Entscheidungsfreiheiten bekommen. Der zukünftige und noch zu gründende Pfarreirat wird nur die strategischen und grundsätzlichen Entscheidungen treffen können. Die Ausführung dieser Beschlüsse sollen die Gemeindeteams gewährleisten.
Büroarbeit wird in Home- und Backoffice unterteilt
Auch den Diakonen und Pastoralreferenten werden sehr wahrscheinlich mehr Kompetenzen zugestanden. Die letzte große Herausforderung sind die Pfarrbüros. Hier wird in Zukunft zwischen Front- und Backoffice unterschieden. Frontoffices werden weiterhin Ansprechpartner für die Menschen vor Ort sein. Die jetzigen Pfarrbüros in Hechingen, Empfingen, Haigerloch, Bisingen und Burladingen werden also nach 2026 noch besetzt sein. Der Backoffice-Bereich wird dann für die internen Verwaltungsabläufe der Pfarrei zuständig sein. Über die richtigen Größen und Standorte wird noch diskutiert.
Wegweisendes Konzept zur Prävention von Missbrauch
Unter der Leitung von Pastoralreferent Juan Pablo Perisset wurde ein Schutzkonzept zur Prävention von Missbrauch entwickelt, das jetzt schon für alle Pfarrgemeinden im Dekanat Zollern gilt und dann 1:1 von der Großpfarrei übernommen wird. Dieses Konzept fand in Freiburg so guten Anklang, dass wahrscheinlich noch mehr Pfarrgemeinden und Dekanate dieses Konzept übernehmen.
Kirchliche Kindergärten bleiben erhalten
Bei all diesen Veränderungen gibt es eine gute Nachricht für alle Eltern und die, die es noch werden: Die kirchlichen Kindergärten werden in der jetzigen Anzahl weiter betrieben. An diesem Angebot soll unbedingt festgehalten werden.
Alles in allem bleibt es also spannend, was die weitere Entwicklung in der Kirchenentwicklung 2030 angeht.
Seit dem 1. November 2023 ist Patricia Eckert neue Geschäftsführerin der Verwaltungsgemeinschaft der fünf Kirchengemeinden im Dekanat Zollern.