Ein stimmgewaltiger Abschluss des Jubiläumsjahres: Die Kirchenchöre Dormettingen und Rosenfeld feiern in St. Matthäus den Advent und wecken die Vorfreude auf Weihnachten.
Nur in zwei Sachen unterscheiden sich die Chöre: im Alter und in der Konfession. Während die gastgebenden Dormettinger katholisch sind und erst seit 20 Jahren gemeinsam singen, blickt das evangelisches Pedant vom Kleinen Heuberg auf eine über 100-jährige Geschichte zurück.
Nicht nur, dass sie alle über gute Stimmen und ein breites Repertoire verfügen, vereint sie, sondern vor allem den Dirigenten. Fritz Arnold schwingt in Rosenfeld – dort schon seit bald mehr als 40 Jahren – und in Dormettingen den Taktstock. Es lag also nahe, sich endlich mal gemeinsam zu präsentieren.
Dormettinger Gotteshaus erstrahlt beim Konzert in festlichem Glanz
Und das taten sie jüngst in beeindruckender Weise: St. Matthäus war gut gefüllt, denn die Dormettinger feierten mit dem Adventskonzert noch mal das Jubiläum des vor 20 Jahren neugegründeten gemischten Chores, der übrigens seinen ersten Auswärtsauftritt in Rosenfeld hatte.
Das eineinhalbstündige Programm begann mit „Rorate coeli“. Einige Sänger aus Rosenfeld – darunter auch der frühere Dormettinger Bürgermeister Manfred Benkendorf – sangen den bekannten gregorianischen Choral voller Inbrunst und Hingabe. Die Kirche wurde hierfür abgedunkelt, was für eine fast schon mystische Stimmung sorgte.
Dann aber stießen die anderen Chormitglieder aus Rosenfeld hinzu, und bei „Brich an, o schönes Morgenlicht“ sowie „Wie soll ich dich empfangen“ von Johann Sebastian Bach erstrahlte das Gotteshaus in festlichem Glanz. Viel Applaus gab es auch für das Lied „Durch das Dunkel hindurch strahlt ein helles Licht“ aus der Feder aus Fritz Arnold.
Laura Fischer, Beate Ostertag und Simone Volm überzeugten mit dem englischen Klassiker „Longing for light“, worauf es im bekannten Adventslied „Es wird scho glei dumpa“ wurde, und unaufgeregt ließen sie noch „Drei Könige aus Morgenland“ wandern.
Beide Chöre verschmelzen zu einem gewaltigen Klangkörper
Zudem sangen sich die Chöre mit „Zündet die Lichter der Freude an“ und „Seht es kommt die heil’ge Zeit“ durch den Advent, um dann mit „Down in Bethlehem“ Vorfreude auf Weihnachten zu wecken. Ihr Auftritt endete mit dem Chorsatz „Glorious Kingdom“, der zum Dreikönigstag passt.
Zum krönenden Abschluss versammelten sich die Chöre zu einem gemeinsamen Auftritt. Der Platz unterm mächtigen Holzkreuz reichte fast nicht aus, die Sänger mussten zusammenrücken, wodurch ein gewaltiger Klangkörper entstand. Und auch das Publikum war in das Konzert eingebunden.
Die bekannten Klassiker „Macht hoch die Tür“ und „Tochter Zion freue dich“ wurden gemeinsam gesungen – und am Schluss sogar noch der Kanon „Dona Nobis Pacem“.
„Wenn wir fragen, ob er Hilfe braucht, ist schon alles gemacht“
Die Kirchengemeinderatsvorsitzende Ute Brenner wünschte den Besuchern „Zeit für Friede, Stille, Hoffnung und Liebe“, bat zugleich aber auch um Spenden für den Bau eines barrierefreien Zugangs zum Pfarrhaus. „Zusammen können wir es“, zeigte sich Pater Franz Pfaff vom Abend begeistert.
Der aus Dormettingen stammende Geistliche, der vor kurzem in seiner Heimat das Goldene Priesterjubiläum feierte, dankte seinen Landsleuten nochmals für die „wunderbare Gestaltung“, der Tag bleibe für ihn in freudiger Erinnerung. Es sei für die Dormettinger eine Ehre gewesen, erwiderte Andreas Koch, der am Schluss nicht nur Blumen an den Dirigenten und die Solisten überreichte, sondern von Ute Brenner selbst beschenkt wurde. „Unser Vorsitzender ist immer motiviert und engagiert“, lobte sie. „Wenn wir fragen, ob er Hilfe braucht, ist schon alles gemacht“.