Die Cäcilienfeier des katholischen Kirchenchors St. Cäcilia Hardt stand ganz im Zeichen zweier hochkarätiger Ehrungen.
Traditionell übernahm der Kirchenchor die Gestaltung des Gottesdienstes zum ersten Advent. Unter der Leitung der Dirigentin Marta Kulzer-Ribeiro erklangen adventliche Weisen und liturgische Gesänge.
Nach dem Gottesdienst kamen die Kirchenbesucher in den Genuss der Gesänge, die die Jubilare Margit Faißt (Gesang, 40 Jahre) und Alois Menrad (Organist, 50 Jahre) als Jubiläumslieder gewählt hatten. Das „Abendlied“, gewählt von Margit Faißt, stellte hohe Ansprüche an die Sängerinnen und Sänger, die unter der souveränen Leitung von Marta Kulzer Ribeiro den A cappella-Satz in Klangreinheit und Ausdruckstiefe meisterten. Alois Menrad hatte das irische Lied „Möge Gott dich begleiten“ in einem Satz von Matthias Degott gewählt. Auch dieser Gesang erfüllte alle Erwartungen.
Vom Klavier zur Orgel
Namens des Bischofs Klaus Krämer verlieh Pfarrer Eberhard Eisele Alois Menrad dessen Ehrenbrief mit Anstecknadel. Der Pfarrer würdigte das über 50-jährige Wirken des Orgelmusikers, der am 1. Januar 1975 seinen Organistendienst begonnen habe und über das Klavierspiel zur Orgel kam.
Lehrer und Vorbild sei der frühere Organist Franz Weißer gewesen. Nur vier Termine zu je zwei Stunden seien 1974 nötig gewesen, um Menrad in das Orgelspiel einzuführen. Da er im Hauptberuf Bäckermeister war, sei mehr Zeit nicht möglich gewesen. Besonders schwierig sei es an Weihnachten und Ostern gewesen, wenn sowohl in der Bäckerei als auch an der Orgel Höchstleistung gefordert war.
Lange Ära als Organist
Viele wollten sich nur noch für einen begrenzten Zeitraum engagieren, so Eisele. Umso außergewöhnlicher sei Menrads lange Ära als Organist. Möglich sei dies nur gewesen, weil er große Freude an der Musik empfunden habe. Namens der Kirchengemeinde überreichte er eine Karte mit Gutschein und ein Geschenk.
Bei der Cäcilienfeier konnte die zweite Vorsitzende Gertrud Moosmann neben Eisele, Gemeindereferentin Viola Schreiber und der Vertreterin des Pfarrgemeinderats, Tanja Winterhalter, auch alle Chorsänger mit Angehörigen und Ehrenmitglieder begrüßen.
Vorstandsmitglied Dorothee Haberstroh nahm die Ehrung von Margit Faißt für 40 Jahre im Kirchenchor vor. Die Jubilarin komme aus einer Familie, in der Gesang einen hohen Stellenwert hätten und schon der Vater ein begeisterter Sänger gewesen sei. Oft sei der Abwasch von mehrstimmigem Gesang begleitet worden.
Stabile Größe im Sopran
Auf das Kommando von Gette Erich Fehrenbacher als Chorleiter sei sie mit ihrer Schwester Ilse mit zwölf Jahren in den Kirchenchor „abkommandiert“ worden. Das Ergebnis könne sich sehen lassen: Stabile Größe im Sopran, Solistin, Kantorin und „Nothelferin im Alt“. Anfangs sei jede Singstunde wie ein Familientreffen gewesen. Die Jubilarin habe die Hochphase des Chores mit über 60 Mitgliedern und die spätere Schrumpfung erlebt. Besonders hob sie das schauspielerische Talent der Jubilarin, ihre Offenheit, Spiritualität und Verlässlichkeit hervor.
Der Ehrung durch den Verein schloss sich Pfarrer Eisele mit der kirchlichen Ehrung an.
Die Ehrung von Alois Menrad nahm die Vorsitzende Anne Rimmele-Ganter vor. Sie hob die Leistung eines Orgelspielers hervor. Es sei ein großes Glück für Hardt, dass Alois die Bäckerei vom Vater übernommen habe, denn sonst wäre er vielleicht als Organist im Straßburger Münster gelandet.
Nach einem köstlichen Mittagessen vom Langenbacher Stüble folgte ein heiteres Memoryspiel. Ilse Flaig erheiterte die Mitglieder mit dem schwäbischen Mundartgedicht „Das Dampfbad im Neckar“. Zum Abschluss erfolgte eine Fotorückschau durch die Vizevorsitzende Gertrud Moosmann, die viel Heiterkeit auslöste.