Der Projektchor stimmt auf die Adventszeit ein. Foto: Marzell Steinmetz

Der Kirchenchor Felldorf veranstaltete in der Schlossscheune ein Benefizkonzert und stimmte auf die Vorweihnachtszeit ein.

Es war ein etwas „anderes Adventskonzert“ in der Felldorfer Schlossscheune. Viele wirkten mit: ein Projektchor mit fast 40 Sängerinnen und Sängern, die Bläsergruppe des Musikvereins Bierlingen, die „capella piccola“, Johanna Barth am Klavier und Samuel Sacha an der Gitarre. Die Gesamtleitung hatte Bruno Sacha, Elfriede Sacha gab die geistlichen Impulse.

 

Wer etwas später zu dem besinnlichen Konzertabend des Felldorfer Kirchenchors kam, stand vor verschlossener Tür. Für 160 Besucher war bestuhlt, mehr durften nicht in die Event-Scheune eingelassen werden. Einige mussten enttäuscht wieder heimgehen. Eintritt wurde nicht verlangt, dafür um Spenden für die kommende Sternsingeraktion „Schule statt Fabrik“ gebeten. Der Erlös geht nach Bangladesch, um in diesem Land Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Spurensuche in besinnlicher Zeit

Am Adventskranz brannte das erste Licht: „Der erste Advent ist nicht nur der Beginn eines Kirchenjahrs, sondern auch eine spannende Zeit“, nahm Elfriede Sacha darauf Bezug. Sie zeigte auf, worauf es im Advent ankommt. Ein Aspekt sei, auf die Spur zu kommen und dabei zur Ruhe zu kommen. Dafür stand das erste Lied des Chors „Schweige und höre“. Es geht in dieser besinnlichen Zeit aber auch um Spurensuche, sich vorzubereiten auf den „Retter“, Türen zu öffnen und „Räume im Innersten“ zu schaffen. Das thematisierten die Sänger mit den Liedern „Im Dunkel unserer Nacht“, „Komm doch Immanuel“ oder „Licht in dir geborgen“.

Die „capella piccola“ versetzt mit ihrer „alten Musik“ zurück ins Mittelalter. Foto: Marzell Steinmetz

Bruno Sacha hatte in nur fünf Proben einen stimmigen Chor geformt. Johanna Barth begleitete den Gesang dezent, aber sehr sicher am Klavier. Bei weiteren Stücken kamen im zweiten Teil des Benefizkonzerts Bläser und Flöten dazu.

Der Projektchor stimmt auf die Adventszeit ein. Foto: Marzell Steinmetz

Einen Eindruck davon, wie die Menschen im Mittelalter die Adventszeit empfanden, gab die „capella piccola“ mit Friedhelm Capelle, Hanna Capelle und Renate Schlenker. Sie spielten auf alten Instrumenten, die original nachgebaut waren. Die Lieder, teils auf Mittelhochdeutsch und Latein gesungen, reichten bis ins 13./14. Jahrhundert zurück. Ein bekannteres davon war „Es kommt ein Schiff geladen“. Am Schluss hörten die Besucher den englische Lobgesang „Edi beo thu“, das Friedhelm Capelle mit der Sackpfeife begleitete. Typisch dabei war der durchgehende, tragende Grundton und die schwere, aber auch froh klingende Melodie.

Das Bläserensemble spielt meditative Werke. Foto: Marzell Steinmetz

Das Bläserensemble begleitete den gemeinsam gesungenen Adventschoral „Mach hoch die Tür“. Die zwei folgenden Instrumentalwerke „Monterosi“ des niederländischen Komponisten Jacob de Haan“ und „May the road rise“ - „Möge sich die Straße erheben“, ein irischer Segenswunsch, waren meditative Stücke, um sich zurückzulehnen und sich in die Musik hineinzufühlen.

Moderne Kinderlieder gesungen

Samuel Sacha sang zur Gitarrenbegleitung von „Dezemberträumen“ und „hellen Sternen in der Nacht“. Es waren moderne Kinderlieder. Jubel, Hoffnung, Licht: Damit stimmte der Chor auf ein frohes Weihnachten ein.

Samuel Sacha singt vor dem Adventskranz moderne Kinderlieder. Foto: Marzell Steinmetz

Hinterher gab es großen Beifall für die Sänger wie die Instrumentalisten. Es war „erfüllend und schön mit klaren Botschaften der Hoffnung und Freude“, dankte der Starzacher Pfarrer Franz Xaver Weber allen Mitwirkenden und sprach den abschließenden Segen.