Die Umstrukturierungen der Kirchengemeinde St. Franziskus Mariä Himmelfahrt nehmen Fahrt auf. Das Datum für die Fertigstellung des neuen Gemeindehauses steht auch im Raum.
In der vergangenen Woche sind die Bagger rund um die St.-Franziskus-Kirche angerückt – und haben innerhalb kurzer Zeit den Kirchenvorplatz in eine Großbaustelle verwandelt.
So ist das ehemalige Pfarrhaus, in dem im Obergeschoss die Pfarrwohnungen und im Erdgeschoss das Pfarrbüro untergebracht waren, zum Teil schon abgerissen, um Platz für Neues zu schaffen.
Und um Neubau und Umstrukturierungen geht es beim Großprojekt, das die katholische Kirchengemeinde St. Franziskus Mariä Himmelfahrt bereits vor einigen Jahren angestoßen hat – und das jetzt in die heiße Phase der Umsetzung geht.
Ein Blick zurück: Schon im Jahr 2021 gab es einen Grundsatzbeschluss des Kirchengemeinderats, der ein Jahr später bei der Gemeindeversammlung öffentlich gemacht wurde, um der „Last der Liegenschaften“ der Gemeinde gerecht zu werden und sich zukunftsfähig aufzustellen.
„Haus der Katholischen Kirche“
Bekannterweise sieht das Projekt vor, sowohl Pfarrhaus als auch Kindergarten an der Franziskus-Kirche abzureißen, um dort das „Haus der Katholischen Kirche“ neuzubauen.
Neue Wohnungen
Und das hat weitreichende Konsequenzen: Pfarrwohnungen wird es an diesem Standort nicht mehr geben, sondern fortan neben der Mariä-Himmelfahrts-Kirche. Der Neubau steht bereits, und auch wenn der Feinschliff noch gemacht werden muss, konnte Pfarrvikar John Musa bereits einziehen, Pfarrer Thomas Schmollinger wird im Sommer folgen. Das berichtet Peter Hellstern, der nicht nur wiedergewählter Kirchengemeinderat, sondern auch Vorsitzender des Verwaltungsausschusses und somit Experte für die Umbaumaßnahmen ist.
Stehen die alten Pfarrwohnungen seit dem Weggang der Pfarrer Michael Schuhmacher und Andreas Schulz im vergangenen Frühjahr leer, wird der Kindergarten seit vergangenem Sommer nicht mehr betrieben.
Das Pfarrbüro ist im März zusammen mit der Kirchenpflege in das Gemeindehaus an der Erzbergerstraße gezogen – allerdings nur interimsweise. Denn klar ist mit dem Neubauprojekt auch, dass die Gemeinde ihr jetziges Haus verkaufen wird.
Transparent und offen
Peter Hellstern gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er vom „Haus der Katholischen Kirche“ erzählt, das das Architekten-Büro K9 aus Freiburg im Zuge eines Architektenwettbewerbs geplant hat. Es werde ein u-förmiger, transparenter und offener Bau, der „nicht wahnsinnig üppig“ und deutlich kleiner sei als bisher, aber mit dem der vorhandene Platz optimal genutzt werden könne.
Platz darin finden wird die Verwaltung mit Pfarrbüro, Kirchenpflege, Sozialstation, Caritas und Bewährungshilfe. Dann wird es einen Jugendbereich geben sowie einen großzügigen Saal mit Bühne, der zu unterschiedlichen Zwecken bespielt werden kann. Nachhaltigkeit spiele, so der Kirchengemeinderat, eine wichtige Rolle. So wird die Außenfassade aus Backstein sein, der an alten Ruhrgebiets-Fabriken abgebaut wurde und sich passend ins Gesamtbild mit der Franziskuskirche fügt.
Auch der Vorplatz werde erneuert, indem er um 60 Zentimeter erhöht werde und besseren, barrierefreien Zugang zu Kirche und Neubau biete. Wenn fertig abgerissen sei, komme gleich die Baugrube für das neue Haus. Dann werde auch die Kirche eine Zeit lang geschlossen sein, wenn rings herum aufgegraben und eine Drainage gelegt wird, um sie im Zuge der Platzsanierung kurzzeitig trockenzulegen.
Familien- und City-Pastoral
Peter Hellstern zeigt sich zufrieden mit dem Weg, den die Gemeinde mit dem Projekt eingeschlagen hat. Der Standort Mariä Himmelfahrt für das sogenannte Familien-Pastoral füge sich mit dem Standort St. Franziskus für das City-Pastoral gut zusammen. Das Konzept Verkauf, Abriss und Neubau sei längerfristig am tragfähigsten. Doch diese weitreichenden Entscheidungen zu treffen, sei nicht immer einfach gewesen – vor allem mit Blick auf die Vakanz, die die Gemeinde seit gut einem Jahr belastet.
Von der Erzdiözese in Rottenburg, die die Marschroute vorgegeben hatte, 30 Prozent des nicht-kirchlichen Eigentums abzubauen, habe man volle Unterstützung und Beratung bekommen, zeigt sich der Kirchengemeinderat dankbar.
Zufrieden ist Peter Hellstern auch mit der Entscheidung, das bestehende Gemeindehaus zu verkaufen statt zu sanieren. Interessenten gebe es auf jeden Fall, doch verkaufen werde man es erst, wenn der Neubau fertig ist. Und dafür gibt es im Übrigen schon ein konkretes Datum: „Bis zum Patrozinium 2027 (4. Oktober) wollen wir eingezogen sein.“