Viola de Galgóczy (Alt), Tilo Strauß (Leitung ) und ein Streicherensemble spielten Werke von Pachelbel, Händel und Vivaldi. Foto: Baublies

Kantor Tilo Strauß, Viola de Galgóczy mit ungewohnter Altstimme und ein Streicherensemble haben Werke aus dem Barock gespielt.

Der Kanon D-Dur von Johann Pachelbel gehört zu den Werken aus dem Barock, die einen hohen Wiedererkennungswert haben. Eine simple Tonfolge im Basso continuo wiederholt sich stetig, die ursprünglich drei Violinen ergänzen das Grundthema mit eleganten Verzierungen über dem Grundthema. Es ist heute immer noch erstaunlich, welche Wirkung das so einfach gestickte Motiv hat.

 

Beim Auftritt in der Lahrer Kirche übernahmen die Truhenorgel (gespielt von Rosina Strauß), der gestrichene Kontrabass (Franziska Rogge) und das Violoncello (Armin Lutz) diesen Part. Die Violinen (Claudia Bühler, Karin Brose, Simone Hillenbrandt und Stefan Armbruster) sowie die Viola (Ute Hahn) haben die Ausschmückungen übernommen.

Mezzosopranistin Viola de Galgóczy betritt ungewohntes Terrain

Das Thema in der Basslinie ist bis heute in unterschiedlichen Fassungen von vielen Musikern immer wieder übernommen oder variiert worden. So hat Wolfgang Amadeus Mozart Anleihen für das Singspiel „Die Zauberflöte“ genommen und die Band Puhdys hat das Intro im Hit „Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt“ daraus abgeleitet. Die Einleitung zur Konzertreihe ist gelungen.

Ungewohntes Terrain hat die Mezzosopranistin Viola de Galgóczy betreten. Die Arie „He was despised“ gehört zu einer tieferen Altstimme, Streichern und einem Basso continuo. Die Arie ist Teil des „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Das Wagnis der Sängerin mit einer Tonlage, die eigentlich nicht zu ihrem Gesangsspektrum gehört, ist aufgegangen. Der englische Text, der vom Leiden Jesu sowie seiner Verachtung und Verspottung vor der Kreuzigung erzählt, ist in der Kirche mit dem Ensemble wunderbar angekommen.

Die „Stabat Mater“ (lateinisch „Es stand die Mutter“) sind neun Miniaturen, die Antonio Vivaldi geschaffen hat. Die einzelnen kurzen Stücke erzählen im Zusammenhang, wie Maria, die Mutter Jesu, das Leiden und Sterben ihres Sohnes am Kreuz erlebt und erleidet. Der Text ist wesentlich älter als der Barock. Da das spätmittelalterliche Latein kaum verständlich sein dürfte, gab es eine deutsche, gereimte Übersetzung auf dem Liedblatt.

Galgóczys Leistung ist bemerkenswert

Auch hier war die Leistung der Gesangsstimme Galgóczys bemerkenswert. Umso mehr, als diese Partien vom Anspruch her weniger den in der Regel einfacheren, geistlichen Liedern ähneln, sondern den gesanglichen Anspruch einer Opernarie haben. Auch wenn Galgóczy in ihrer ursprünglichen Stimmlage des Mezzosopran zwischen dem Sopran und dem Alt angesiedelt ist, waren diese Stücke, ausnahmslos in der wärmer klingenden und deutlich tieferen Altstimme, eine Leistung für sich.

Weniger kann gelegentlich mehr sein. Das Konzert für Orgel und Orchester g-Moll von Georg Friedrich Händel hat der Komponist ursprünglich für Orgel und Orchester komponiert. Das Ensemble mit den „nur“ sieben Streichinstrumenten und der kleinen Truhenorgel vor dem Altarraum hat die vier Sätze wunderbar wiedergegeben.

Der Auftakt der Konzertreihe, die es seit einem Vierteljahrhundert gibt, war sehr gelungen.

Konzert an Ostern

Die Konzertreihe wird am Ostermontag, 6. April, fortgesetzt. Sonja Kanno-Landoll (Querflöte) und Tilo Strauß (Orgel) spielen Stücke von Mozart, Mendelssohn Bartholdy und den eher unbekannten Johann Ludwig Krebs und Edgar Elgar. Das Konzert beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt frei. Die Besucher können nach dem Konzert mit Spenden diese Reihe unterstützen.