Die portable Spezialanfertigung des Orgelbauers Peter Meier wird am frühen Ostersonntag im Gottesdienst geweiht.
Die katholische Kirchengemeinde Wiesental-Dreiländereck hat eine neue Truhenorgel. Es handelt sich dabei um eine Spezialanfertigung des Orgelbauers Peter Meier aus dem schweizerischen Rheinfelden. Beim Gottesdienst am Ostersonntag, 5. April, 6 Uhr, wird das Instrument geweiht, wie Kantor Andreas Mölder berichtet.
Ein großes Orgelkonzert zur Einweihung der Meier-Truhenorgel findet dann am Mittwoch, 15. April, 19.30 Uhr, in der St. Bonifatius-Kirche statt. Dafür konnte der Förderverein „Freunde der Kirchenmusik St. Bonifatius Lörrach“ mit dem Titularorganisten Olivier Latry von der Kathedrale Nortre-Dame de Paris einen echten Weltstar der Orgelmusik gewinnen. Die ersten drei Stücke wird Latry an der Truhenorgel spielen, wechselt dann aber zur größeren Jann-Orgel.
Holzinstrument ist flexibel einsetzbar
Die kompakte Meier-Orgel wird ihren festen Platz fortan in der St. Bonifatius-Kirche haben, der Hauptkirche der Gesamtgemeinde. Dort steht sie dann für Gottesdienste oder kleinere Konzerte zur Verfügung. Bei größeren Konzerten könne sie mit der Kirchenorgel in einen Dialog treten, wie es heißt. Darüber hinaus ist das transportfähige Holzinstrument in der Gesamtgemeinde flexibel einsetzbar. Mit vier ausziehbaren Haltegriffen ausgestattet, kann die Orgel problemlos angehoben werden, so dass sie bei Bedarf auch für Konzerte in anderen Kirchen im Landkreis zur Verfügung steht.
Am Donnerstagmorgen wurden im Beisein des Orgelbauers und des erzbischöflichen Orgelinspektors Georg Koch von der Erzdiözese Freiburg die letzten Einzelheiten geklärt, wie beispielsweise der Abschluss eines Pflege- und Wartungsvertrags für zehn Jahre. Die Anschaffung wurde möglich, da nach der Renovierung der großen Jann-Orgel in der Lörracher Kirche noch knapp 80 000 Euro übrig geblieben waren. Für die Meier-Truhenorgel wurden alles in allem knapp 100 000 Euro ausgegeben, wie Mölder berichtete.
Die Spezialanfertigung sei flexibel einsetzbar, verfüge über sechs Register und 260 Pfeifen, wurde weiter mitgeteilt. Die Tasten aus Fichtenholz haben einen Belag aus Buchsbaum beziehungsweise Ebenholz erhalten. Das Gehäuse besteht aus Kirschbaum. Hierbei hat der Orgelbauer die rautenförmige Gitterstruktur der Jann-Orgel wiederholt, mit der sein Instrument korrespondieren soll. Die Pfeifen bestehen aus Fichten- und Ahornholz. Die Entscheidung gegen Metall fiel vor allem aus Gewichtsgründen. Denn die Orgel soll transportabel sein.
Beeindruckt von der Handwerkskunst
„Wir waren tief beeindruckt von der Handwerkskunst“, berichtete Sigrid Springmann-Preis, zweite Vorsitzende des Vereins „Freunde der Kirchenmusik St. Bonifatius Lörrach“ von einem Werkstattbesuch bei dem Orgelbauer. Sie weist auch darauf hin, dass für das Eröffnungskonzert am 15. April kein Eintritt erhoben wird. Ganz bewusst habe sich der Verein als Veranstalter gegen den Aufbau einer finanziellen Hürde entschieden, die Gäste davon abhalten könnte, das Konzert zu besuchen. Spenden werden im Anschluss aber gerne angenommen. Das Konzert wird von der Erzbischof-Hermann-Stiftung unterstützt.
Dass mit Olivier Latry eine Koryphäe auf seinem Gebiet gewonnen werden konnte, liegt auch daran, dass der Pariser Organist die Instrumente von Peter Meier gut kennt. Denn Meier war auch lange in Paris tätig. Geplant ist der Gastauftritt bereits seit zwei Jahren. Bei einem „Künstler hautnah“-Event im Anschluss an das Konzert können die Besucher bei einem Apéro im Bonifatiushaus mit Latry ins Gespräch kommen.
Zu Gehör kommen beim fünften Orgelkonzert der „Freunde der Kirchenmusik“ an der Truhenorgel „Sept Danses“ von Suzanne van Soldt, „Mein junges Leben hat ein End“ von Jan-Pieterszoon Sweelinck sowie „Canzona in F“ von Heinrich Scheidemann. An der Jann-Orgel spielt Latry im Anschluss die „Sinfonia de la Cantate 29“ sowie „Sicilienne“ von Johann Sebsatian Bach, „Carillon de Westminster“ von Louis Vierne, „Symphonie gothique“ von Charles-Marie Widor, „Litanies“ von Jehan Alain, „Prélude et fugue sur le nom d’Alain“ von Maurice Duruflé sowie seine Eigenkomposition „Improvisation“.