Marius Haile startet seine Zeit als Pfarrer in Iselshausen. Foto: Fritsch

Eineinhalb Jahre war das Iselshauser Pfarrhaus verwaist, hatte die Jakobuskirche keinen eigenen Pfarrer. Das ändert sich an diesem Wochenende. Und der Neue hat, trotz seines jungen Alters, schon einige Erfahrung.

Im Oktober 2023 verließ Pfarrer Michael Graser die Jakobuskirche und die Pfarrstelle in Iselshausen. Monat um Monat musste sich die Gemeinde in Geduld üben. „Der Fachkräftemangel ist eben auch in der Kirche angekommen“, witzelt Co-Dekan Tobias Geiger, der nun die gute Nachricht verkünden kann: Iselshausen hat einen neuen Pfarrer: Marius Haile ist 32 Jahre alt, verheiratet mit der gleichaltrigen Christina. Und er hat zwei Kinder: Eliah (4) und Noemi (1).

 

Dass Haile in Iselshausen gelandet ist, hat ganz unterschiedliche Gründe: Zwei davon haben mit dem Theologiestudium in Tübingen zu tun. Dort lernte Haile einen Mann kennen, der in Nagold bereits bestens bekannt ist: Matthias Trumpp ist Pfarrer an der Nagolder Stadtkirche. Damit war die Verbindung nach Nagold gesetzt.

Haile bleibt mindestens drei Jahre in Iselshausen

Eine zweite hat mit zwei Freunden zu tun, die Haile ebenfalls in Tübingen kennenlernte. Diese drei hatten sich verabredet möglich auf Pfarrstellen zu gehen, die nicht weit auseinander liegen. Und als die beiden anderen Geistlichen in Calw und Wildberg eine Stelle fanden, stiegen die Aktien von Iselshausen.

Und dann war da noch Co-Dekan Tobias Geiger, der auf der Suche nach einem Pfarrer für Iselshausen sehr aktiv und initiativ war. Im April 2024 kam es zum ersten Kontakt zwischen Geiger und Haile. Es folgten Gespräche zwischen den beiden, die nun dazu führten, dass Haile mit seiner Familie nach Iselshausen wechselt. Und dort mindestens drei Jahre bleibt. „Und dann schaut man sich tief in die Augen“, ergänzt Tobias Geiger. „Und schaut wie es weitergehen kann.“

Half unter anderem beim Aufbau eines Streaming-Teams

Der 32-Jährige Haile ist – im weitesten Sinne – ein Kind der Region. Er stammt aus Dormettingen, das zwischen Balingen und Rottweil liegt. Schon während des Studiums sammelte er ganz unterschiedliche Erfahrungen. Eine davon war die Studienzeit in der libanesischen Hauptstadt Beirut, wo er Einblick in die vielfältigen orthodoxen Kirchen bekam. Nach dem Studium wechselte er zur evangelischen Kirchengemeinde Erzingen-Schömberg im Zollernalbkreis.

Marius Haile in der Kirche in Iselshausen Foto: Haile

Dort war er als Fundraiser und Ehrenamtskoordinator tätig, half dort beim Aufbau eines Streaming-Teams, beim Ausprobieren neuer Gottesdienstformen und war als Fundraiser für die Erweiterung des dortigen Gemeindezentrums tätig. Während der Zeit dort bildete sich der Geistliche noch weiter: mittels eines Weiterbildungsstudiums als Fundraiser in Winterthur.

Auch zehn Wochen im südenglischen Brighton zu gast

Es folgte das Vikariat in Schönaich im Kreis Böblingen. In dieser Zeit sammelte Haile weitere Auslandserfahrung. Im südenglischen Brighton lernte er zehn Wochen lang anglikanische Gemeinden, die missionarisch tätig sind, kennen.

Und nun also Nagold, wo man schon auf den neuen Kollegen gespannt ist: „Er bringt so viel mit“, freut sich Co-Dekan Geiger. „Wir freuen uns wirklich auf seine neuen Impulse.“

Pfarrstelle an der Remigiuskirche fällt weg

Am kommenden Sonntag beginnt in Iselshausen um 10 Uhr in der Jakobuskirche die Ära von Pfarrer Marius Haile. Nach dem Gottesdienst wird noch zu einem Stehempfang eingeladen.

Dieser Sonntag ist auch der Startschuss für eine weitreichende Umstrukturierung der evangelischen Gemeinden in und um Nagold. Dazu gehört, dass das Krankenhaus, das bisher zu Iselshausen gehörte, von der Pfarrstelle Emmingen/Pfrondorf übernommen wird. Mittlerer und Unterer Steinberg fallen dann Iselshausen zu. Die bisherige Stelle an der altehrwürdigen Remigiuskirche fällt durch den Ruhestand von Detlev Börries komplett weg.