Der Lahrer Dekan Rainer Becker ist noch bis Ende Juli Pfarrer in Schmieheim. Foto: privat

Kirche: Rainer Becker widmet sich nun den Dekansaufgaben

Schmieheim - Elf Jahre war Rainer Becker evangelischer Gemeindepfarrer in Schmieheim. Nun verlässt der 54-Jährige seine Gemeinde und widmet sich ab August ganz seinen Tätigkeiten als Dekan in der Region Lahr.

Im Juni 2010 trat Rainer Becker den Posten als Dekan in der Region Lahr an. Damit verbunden war damals auch eine halbe Pfarrstelle. "So bin ich zur Kirchengemeinde Schmieheim gekommen", erinnert er sich. Gottesdienste, Seelsorge, Gemeindearbeit und Gemeindeleitung, Veranstaltungen und Seniorenarbeit hätten in Schmieheim zu seinen Aufgaben gezählt. Auch die Tauf-, Konfirmations-, Trauungs- und Beerdigungsgottesdienste habe er jahrelang mit der Gemeinde abgehalten. "Besonders viel Freude hat mir das gemeinsame Singen bereitet", berichtet der Dekan.

Bevor er in die Ortenau kam, war Becker zehn Jahre Pfarrer zweier Gemeinden bei Wertheim, im Norden Baden-Württembergs. Außerdem habe er dort die Posten des Bezirksjugendpfarrers und des Lehrpfarrers inne gehabt.

Doch warum verlässt der Lahrer Dekan die Kirchengemeinde Schmieheim überhaupt? Becker erklärt: "Die Amtszeit eines Dekans läuft nach acht Jahren aus. Der Bischof kann einen dann wieder vorschlagen, oder eben nicht." Vorgeschlagen habe ihn der Bischof zwar und eine neue Amtszeit hatte er auch bekommen, aber die Dekane in der Region sollen zukünftig keine Gemeinden mehr leiten. Deshalb hieß es für ihn Abschied nehmen von der Schmieheimer Pfarrstelle, die zudem mit der in Kippenheim zusammengelegt wird. "Die drei Dekan-Stellen in der Ortenau sollen zudem bald auf zwei reduziert werden", ergänzt der 54-Jährige.

Besonders stolz auf Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden

Aus seiner Zeit in Schmieheim sei ihm besonders positiv die Neugestaltung des Altarraums der Schmieheimer Markuskirche im Gedächtnis geblieben. 2017 ging damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. "Auch das Zusammensein bei Gottesdiensten und Gemeindefesten werde ich nicht vergessen", so Becker.

Besonders schön sei das bei dem "Kirchblütenfest" der evangelischen Kirchengemeinde oder auch bei dem Fest zum 200-jährigen Bestehen des Pfarrhauses gewesen. Ein weiterer Meilenstein auf den Becker sehr stolz ist, ist der Kooperationsvertrag der evangelischen Kirchengemeinden Ettenheim, Mahlberg, Kippenheim und Schmieheim. Mit diesem Vertrag habe man es geschafft, dass die Gemeinden verstärkt zusammenarbeiten, besonders im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. "Es ist wichtig über den Tellerrand der Gemeinde hinaus zu schauen und zu überlegen, wo man voneinander profitieren kann", so der Dekan.

Bis Ende Juli wird Rainer Becker der Gemeinde Schmieheim noch erhalten bleiben. Danach wird er 70 Prozent seiner Zeit den Dekansaufgaben und 30 Prozent der Vakanzvertretung widmen. An die Stelle des Gemeindepfarrers tritt das Pfarrehepaar Juliane und Martin Grüsser, das nicht nur Schmieheim, sondern auch Kippenheim betreuen wird (wir berichteten). Die Gemeinden sollen in Zukunft noch mehr zusammenarbeiten. "Nach elf Jahren fällt mir mein Dienstende wirklich nicht leicht, aber es freut mich, dass es einen nahtlosen Übergang gibt", kommentiert Becker. Mit dem Ehepaar Grüsser sei die Gemeinde in sehr guten Händen. "Ich glaube, dass sie sehr erfahren sind", ergänzt er.

Wird Rainer Becker weiter Kontakt zur Gemeinde Schmieheim halten? Das sei eine schwierige Frage. Die Familie des Pfarrers dürfe weiterhin im Schmieheimer Pfarrhaus wohnen bleiben. Allerdings wolle er sich "aus der Arbeit in Schmieheim ganz raushalten". Es müsse klar sein, wer die Verantwortung hat. Und die liege jetzt ganz klar bei den Grüssers. "Wenn es Fragen gibt, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung", ergänzt der evangelische Dekan.

Verabschiedung

Am Sonntag, 25. Juli, soll um 17 Uhr im Schmieheimer Schlossgarten eine Verabschiedung stattfinden. Abgehalten werden soll der Festgottesdienst draußen und mit der gesamten Gemeinde, so wie Becker es immer gerne gemocht habe. "Jetzt hoffen wir noch auf gutes Wetter", so der Dekan.

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