Betriebsleiter Michael Uhl, hier in der finnischen Sauna des Kinzigtalbads, stellte die Erweiterung vor, die im Hintergrund im östlichen Teil des Saunagartens gebaut werden soll. Foto: Ramsteiner

Einstimmiger Beschluss der Verbandsversammlung: Mit einem Holzhaus im Osten des Saunagartens wird die Zahl der Saunaplätze im Kinzigtalbad in Hausach mehr als verdoppelt. Denn bisher war die Sauna so klein, dass sie schon wegen Überfüllung sogar geschlossen werden musste.

In der Sauna des Kinzigtalbads gehe es oft „kuschelig zu“, die Saunagäste seien flexibel und „rückten auch mal zusammen“, machte Michael Hug, der Betriebsleiter des Kinzigtalbads, am Montagnachmittag in der Versammlung des Zweckverbands Kinzigtalbad deutlich. Die finnische Sauna hat eine Fläche von 14 Quadratmetern, es komme schon vor, dass da 20 Gäste gleichzeitig drin schwitzen.

 

Neulich hätten sie die Sauna am Sonntagnachmittag „wegen Überfüllung schließen müssen“. Man habe damals beim Bau einige Veränderungen beschlossen wie der Bau einer Küche oder die Vergrößerung des Saunagartens und dafür die Sauna etwas kleiner gemacht – mit der Option, diese zu erweitern, erläuterte Verbandsvorsitzender Wolfgang Hermann.

Angesichts der Besucherzahlen will man dies nun angehen. Im Saunagarten habe noch ein Holzhaus Platz.Der Saunagarten werde vielfach gelobt und soll deshalb möglichst wenig angefasst werden, stellte Michael Hug die Pläne vor. Das neue Gebäude, knapp 15 mal sechs Meter groß, soll den Saunagarten in Richtung Osten abschließen mit 20 Quadratmeter Saunafläche, hinzu kommen ein Ruhebereich mit neun weiteren Liegen und ein Sitz- und Loungebereich mit elektrischem Kaminofen, um noch mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. Auch ein WC und ein Abkühlbereich seien in dem neuen Gebäude vorgesehen.

Der Weg werde von Haslach unterstützt, Joachim Prinzbach (FW, Haslach) bat aber darum, die Gebühren im Bereich Wellness „intensiver anzupassen“ als den reinen Schwimmbetrieb, es sei schließlich ein anderes Klientel, das die Sauna nutzt. Ein Raunen erntete er allerdings mit dem Vorschlag, mit den Kollegen in Hornberg nochmal zu reden, ob das nicht der richtige Zeitpunkt sei, sich jetzt einzubringen. „Denen brennt der Kittel ganz woanders“, verwies Hermann auf die noch klammeren Kassen in Hornberg als in allen anderen Kommunen.Es sei aber klar, wenn die Aufwertung geschaffen sei, müssten die Preise eh angepasst werden. „Wir werden vermutlich auch danach noch günstig sein, nur nicht mehr supergünstig“, so Hermann. Er kündigte für die nächste Versammlung Ende 2025 auch wieder einen Preisvorschlag an. Lieber erhöhe man alle zwei Jahre moderat als nach fünf Jahren mit einer großen Preissteigerung. Hug bestätigte, dass es nach der leichten Preiserhöhung in diesem Jahr keine negativen Rückmeldungen gegeben habe.

Der neue Verbandsrechner Waldemar Selevski erläuterte die Finanzierung. 500.000 Euro seien in den Wirtschaftsplan eingestellt. Rund 300.000 Euro könne man über ein Darlehen finanzieren, den Rest über die Umlagen. Damit würde sich der Aufwand auf mehrere Jahre verteilen und die Umlagen würden dennoch kaum steigen: Es sei nach Endabrechnung des Erstinvests noch mit einer Erstattung zu rechnen, auch vom guten Jahr 2024 sei eine Umlageerstattung zu erwarten. Hermann nannte das Darlehen „rentierliche Schulden“, weil ja über Eintrittsgelder wieder ein Teil zurückfließe. Die Versammlung beschloss die Saunaerweiterung einstimmig zur Freude des „Publikums“, das aus einem treuen Saunagänger bestand.

Beim Personal sei es gerade „etwas eng“, berichtete Hermann, eine Rettungsschwimmerin bekomme Nachwuchs. Diese Lücke konnte man aber bereits wieder schließen, ab 16. Dezember sei die Stelle wieder besetzt. Nicht als Vertretung, sondern unbefristet. Schwieriger sei es, Fachangestellte für Bäderbetriebe zu bekommen. Der jüngst eingestellte habe noch in der Probezeit wieder gekündigt, um die Betriebsleitung im Zeller Bad zu übernehmen. „Im Winter kommen wir über die Runden, im Sommer wird es wirklich eng, wenn wir die Stelle nicht besetzt bekommen“, so Hermann. Immerhin habe man nun eine Bewerbung auf den ausgeschriebenen Ausbildungsplatz.

Rückblick

 In der Verbandsversammlung Kinzigtalbad wurde der Wirtschaftsplan 2023 festgestellt mit einer Bilanzsumme von 13,6 Millionen Euro. Es war das erste Jahr nach der Pandemie ohne Einschränkungen, was sich in den Besucherzahlen widerspiegelte. Das Bad zählte 165 513 Besucher (im Vorjahr 120 123), davon 12 531 Saunagäste (Vorjahr 7556). Die größten Ausgaben: Personal (631 307 Euro), Material/Energie (603 591 Euro) und Abschreibungen (507 713 Euro). Nach Tilgung von 85 103 Euro betrug der Schuldenstand zum Jahresende 2,87 Millionen Euro. Verbandsrechner Waldemar Selevski blickte auch auf die Entwicklung im aktuellen Jahr mit 158.957 Bade- und Saunagästen bereits Anfang Dezember und Eintrittserlösen von rund 500 000 Euro (inklusive Freibadbesucher). Er geht davon aus, dass die Planansätze im Aufwandsbereich ausreichen werden.