Daumen hoch vor Löwen und Kamelen gab es im Rahmen der "Kinzigtal weltweit" Multimedia-Präsentation zu Marokko von Professor Michael Hoyer (links) und Fotograf Reiner Harscher, die sich über den großen Besucherandrang sehr freuten. Foto: Wölfle

Leuchtende Mohnblumenfelder, Schlangenbeschwörer und ein 200 Meter hohes Minarett: Fotograf Reiner Harscher brachte die Zuschauer in der Hausacher Stadthalle mit seinem multimedialen Reisevortrag zum Staunen.

Hausach - Im Rahmen der Reihe "Kinzigtal weltweit" – deren Partner der Schwarzwälder Bote und das Reisebüro Oberfell sind – entführte Reiner Harscher sein Publikum in der ausverkauften Hausacher Stadthalle ins faszinierend bunte Marokko. Der Profifotograf fesselte die Zuschauer während seiner spannenden, gut zweistündigen Live-Multivisions-Show mit Filmsequenzen und Bildern aus dem nordafrikanische Land, das mit seiner Landschaft, Kultur und Ursprünglichkeit faszinierte.

Der Veranstalter und Medien-Professor Michael Hoyer freute sich über die vielen Gäste und begrüßte insbesondere Christian Oberfell vom gleichnamigen Reisebüro, bevor er den Vielgereisten Harscher auf die Bühne holte. Dieser ist mit seiner Frau Karin und Übersetzer Hussein in den letzten sechs Jahren immer wieder zu Fuß, auf "Wüstenschiffen" reitend, per Wohnmobil und mit dem Geländewagen in Marokko unterwegs gewesen, um in diesem malerischen Land spannende und außergewöhnliche Erlebnisse mit der Kamera einzufangen. Genächtigt wurde bei gastfreundlichen Familien, in Zelten und in Gästehäusern. "Ich bin fasziniert von der Vielfältigkeit dieses Landes, das von allem etwas zu bieten hat", schwärmte Harscher.

Die Leinwandreise startete im Vorgebirge "Kap Spartel", das am Eingang zur Straße von Gibraltar liegt. Nach einem Kurzbesuch der weitläufigen Medina der andalusisch geprägten Stadt Tetouan, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, tauchte man ein in die Farben des marokkanischen Frühlings. Dieser punktete mit seinen leuchtenden Mohnblumenfeldern.

Bestechende Farbe auf getünchten Häusern

"Die bestechend blaue Farbe der getünchten Häuser der Stadt Chefchaouen soll den bösen Blick abwehren", erklärte Harscher, bevor das Publikum mit ihm in der Abendsonne in ein Aquarell aus Blau und Gold eintauchte.

Die archäologische Stätte Volubilis mit seinen Olivenhainen begeisterte, die unglaublichen Lkw-Ladekünste der Einheimischen sorgten für Lacher, die mühsame und quälende Arbeit der Gerber und Färber eher für Mitleid.

Das Geruchsfeuerwerk, das durch die Medinas der Königsstädte Marrakesch, Meknès, Rabat und Fes zieht, konnte man leider nur erahnen. Doch die Bilder und Kurzfilme über das Gässchen-Labyrinth mit den vielfarbigen Stände und Buden der Souks, sorgten beim Publikum für zahlreiche Gänsehautmomente: Denn dort gab es Schlangenbeschwörer und Geschichtenerzähler zu erleben, während sich Muezzin-Rufe mit der Musik der Schallplattenhändler vermischen.

Das Publikum durfte mit Harscher auch bei Wanderhirten zu Gast sein, die am Rande der heißen Sandwüste auf Maultierpfaden unterwegs sind und ein ärmliches Leben führen. Man staunte über die atemberaubenden Bilder der Dünenlandschaft von Erg Chebbi, der Felsenformationen in der Todra-Schlucht und die der gigantischen Ouzoud-Wasserfälle. "Auch heute noch lassen sich zahlreiche Brautpaare gemeinschaftlich auf dem Imilchil-Festival trauen", wo neben alten Berberfrauen auch Schamanen, Gaukler und Musiker das Marktbild prägen, erklärte Harscher.

Moschee mit 200 Meter hohen Minarett

In der größten Stadt Marokkos, Casablanca, versetzte die Pracht der "Moschee Hassan II", mit ihrer riesigen Gebetshalle und dem 200 Meter hohen Minarett, das Publikum ins Staunen. Genauso wie die aus Lehm errichtete Siedlung Ksar Ait-Ben-Haddou, die schon mehrmals als Filmkulisse diente.

Das Zusammenspiel von Wüste und Meer über der atemberaubenden Brandung des Atlantischen Ozeans beeindruckte wie auch Essaouira, wo Möwen über Fischern kreischten. Die Fotografien des südwestlichen Hinterlands, wo die Arganbäume wachsen, rissen ebenso mit, wie die vom hohen Altas-Gebirgspass Col du Tichka, wo Kinder im Schnee spielten. Der krasse Gegensatz dazu waren zum Schluss die Filmsequenzen, die unter anderem die Blüte der Mandelbäume in berauschenden Farben zeigten. "Die Farben der Jahreszeiten und das Gold der Dünen bleiben in den Bildern der Gastfreundschaft haften", sagte Harscher abschließend, der für seine erlebnisreiche Leinwandreise zum Schluss riesigen Applaus erntete.

Die Eventreihe

Die Multimedia-Präsentationsreihe "Kinzigtal weltweit" bringt bildgewaltige, unterhaltsame und faszinierende Bilder aus fernen Ländern in die Stadthalle in Hausach an. Die nächsten Vorträge der Reihe, bei der der Schwarzwälder Bote ein Partner ist, sind "Europas hoher Norden" am Freitag, 17. März, und "USA – Der Südwesten" am Freitag, 28. April, jeweils ab 20 Uhr.