Lars Henrik Gass, Festivalleister der Oberhausener Kurzfilmtage, im Lichtburg-Kino. Foto: picture alliance / Roland Weihrauch/dpa

Die schwedische Regisseurin Hannah Wiker Wikström hat bei den Kurzfilmtagen den Großen Preis der Stadt Oberhausen gewonnen.

Oberhausen - Die 68. Internationalen Kurzfilmtage sind am Montagabend mit den Preisverleihungen im Oberhausener Lichtburg Filmpalast zu Ende gegangen. Insgesamt vergab die Jury in diesem Jahr 18 Preise in fünf Wettbewerben.

Zwölf davon gingen an Frauen, darunter die beiden Hauptpreise des Festivals im internationalen und im deutschen Wettbewerb, wie die Kurzfilmtage Oberhausen mitteilten.

Den Großen Preis der Stadt Oberhausen gewann 2022 die schwedische Regisseurin Hannah Wiker Wikström für "Weathering Heights" (2021), eine experimentelle Arbeit, die Film aus einer posthumanistischen Perspektive erkundet. "Atmosphärisch dicht sprengt der Film die Vorstellung, dass es einen Unterschied zwischen Science Fiction und unserer gelebten Realität gibt", urteilte die Jury. "Weathering Heights" bekam zudem den Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik.

Im internationalen Wettbewerb ging der Preis des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen an "L’escale" (The Stopover, 2022) des Collectif Faire-Part. Die belgisch-kongolesische Koproduktion erzählt die Geschichte zweier Filmemacher, die auf dem Weg von Kinshasa, der Haupstadt des Kongo, nach Frankreich gegen ihren Willen auf einem Flughafen in Angola festgehalten wurden. Der Preis des deutschen Wettbewerbs heimste Alexandra Gulea für ihren Film Ńeale Azbuirătoare (Flying Sheep, 2022) ein. Darin erzählt sie die Geschichte ihrer Großeltern, die Aromunen waren, nomadische Hirten im Balkan. "Eine vielschichtige Erzählung über eine nomadische Minderheit, die Spielball umliegender Mächte ist", befand die Jury.

Insgesamt wurden vom 30. April bis 9. Mai rund 600 kurze Arbeiten aus mehr als 70 Ländern gezeigt, 44 davon online. 163 Kurzfilme konkurrierten um Auszeichnungen und Preise. Erstmals seit 2019 und zwei reinen Online-Versionen wegen der Corona-Pandemie konnten wieder Zuschauer in die Kinos.