Ulrich Matthes Foto: picture alliance/dpa/Jens Kalaene

Der Schauspieler Ulrich Matthes ermuntert die Menschen zum gemeinsamen Filmbesuch: „Es ist einfach schöner im Kino als zu Hause.“

Köln - Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Ulrich Matthes, hat die Wiedereröffnung der Kinos in Deutschland als wichtigen Schritt für eine Rückkehr zur Normalität gewürdigt. Die Menschen seien nach der langen Zeit der pandemiebedingten Schließung bedürftig nach gemeinsamen kulturellen Erlebnissen mit vielen anderen, sagte der Schauspieler am Donnerstag im Deutschlandfunk. Es sei ein großer Unterschied, einen Film im Streaming auf dem Sofa zu sehen, oder in der „herrlichen, verzaubernden Atmosphäre eines großen Kinosaals“, in dem die Zuschauer ganz anders in „die großen Gefühle und großen Landschaften“ eintauchen könnten. Die Kinos in Deutschland haben am Donnerstag nach bis zu zwölfmonatiger Schließung wieder geöffnet.

Trotz der Corona-Pandemie seien hierzulande im vergangenen Jahr viele Filme gedreht worden, die nun nach und nach in die Kinos kämen, sagte Matthes. Dabei bestehe das Risiko einer Kannibalisierung, da die Produktionen auch mit großen Blockbustern aus Hollywood konkurrierten. „Der wunderbare Film ‚Ich bin dein Mensch“ von Maria Schrader steht jetzt in Konkurrenz mit ‚Godzilla vs. Kong’„, erklärte der 62-Jährige. „Ich kann die Leute nur auffordern: Geht ins Kino, egal ob Blockbuster oder kleines Arthouse-Kino, es ist einfach schöner im Kino als zu Hause.“

Vorwurf an die Politik: „die Kultur zu lange stiefmütterlich behandelt“

Auch die Konkurrenz zwischen Kino und Streamingdiensten um Produktionen sei groß, sage Matthes. Einige Filme von Netflix, Amazon & Co. würden aber zusätzlich auch noch im Kino gezeigt. Er sei zuversichtlich, dass beide Angebote auch künftig nebeneinander existieren könnten.

Der Politik warf Matthes vor, vor allem zu Beginn der Pandemie „die Kultur zu lange stiefmütterlich behandelt“ zu haben. Das Bewusstsein habe sich aber im Laufe der Krise gewandelt, und die Bundesregierung habe sich kulturellen Einrichtungen gegenüber im Vergleich zu anderen Ländern „finanziell sehr großzügig gezeigt.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: