In diesem Gebäude an der Donauhalle ist das Gucklochkino untergebracht. Foto: Jens Wursthorn

Der Film erzählt die Geschichte einer Frau im 17. Jahrhundert, die sich als Mann ausgibt und in einem Dorf im Harz ein neues Leben beginnt.

Das kommunale Kino Guckloch, An der Donauhalle 5, zeigt am Montag, 1. Juni, um 20 Uhr den Film „Rose“. „Die wahrhaftige Beschreibung einer Land- und Leute-Betrügerin, die, obwohl als eine Weibsperson geboren, dem zum Trotz unter falschem Namen als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben“, heißt es in auf dem Filmplakat.

 

Sandra Hüller spielt laut Mitteilung der Stadt Donaueschingen diese Weibsperson, die sich als Mann ausgibt – was offenbar gar nicht so selten war in dieser Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Es ist also das 17. Jahrhundert, als Rose als Mann verkleidet in einem abgelegenen, protestantischen Dorf im Harz auftaucht und sich als Erbin eines verlassenen Bauernhofs ausgibt. Zum Beweis zeigt sie/er eine Urkunde vor, die sie einem getöteten Soldaten abgenommen hat.

Die Dorfbewohner begegnen ihr mit Misstrauen. Doch Rose bleibt, baut eine Landwirtschaft auf und will expandieren. Der Nachbar weigert sich, ihr ein Stück von seinem Land zu verkaufen, schlägt stattdessen vor, sie soll doch eine seiner fünf Töchter heiraten, dann könnte sie das Land bewirtschaften. Rose geht auf den Handel ein und die Frage stellt sich: Wie soll diese Ehe funktionieren? Geht der Schwindel gut aus?

Idee hinter dem Film

Rose ist in erlesenen Schwarz-Weiß-Bildern fotografiert und nicht ohne Augenzwinkern in der Art eines Schelmen-Romans inszeniert. Bei den Berlinale-Aufführungen erzählte Regisseur Markus Schleinzer, wie er durch eine Historikerin auf die Protokolle eines Gerichtsverfahrens vor 250 Jahren aufmerksam geworden ist. Bei der weiteren Recherche habe er die Akten von etwa 300 Fällen gesichtet, bei denen Frauen „in Hosen gestiegen sind“. Die Motivation war unterschiedlich: Manchmal ging es darum, sich einer Zwangsverheiratung zu entziehen, ein anderes Mal Arbeit zu finden oder dem Ehemann in den Krieg nachfolgen. Immer aber wollten die Frauen etwas erreichen, was ihnen vorenthalten wurde, Männern aber nicht.