Ein Fan dankt Jürgen Klopp, dass er denselben Vornamen trägt und stereotypischen Vorurteilen entgegenwirkt. Foto: Jon Super/dpa

„Danke, dass du Jürgen bist“, schreibt ein Fan an Jürgen Klopp. Erst der Ex-Liverpool-Trainer habe dem Namen Ehre, Stolz und Integrität verliehen. In Klopps Heimat, dem Schwarzwaldörtchen Glatten, scheint der Vorname allerdings keine positive Bedeutung zu haben.

Erst im Mai hatte Jürgen Klopp seine Arbeit als Trainer beim FC Liverpool beendet – mit emotionalen Worten und Gesten. Und doch ist „Kloppo“, gefeierter Sportexperte und Profi-Trainer, noch viel mehr: Er ist unter anderem auch

einfach nur ein „Jürgen“.

Ganz besonders freut diese Tatsache einen seiner Fans aus England. Dieser bringt seine Dankbarkeit in einem Brief an den Ex-Trainer zum Ausdruck, der auf der Instagramseite der australischen Streaming-Plattform „Optus Sport“ veröffentlicht wurde.

In einem Reel liest Jürgen Klopp diesen Brief vor – und muss bei der Würdigung immer wieder schmunzeln. Bekanntlich begeistert ihn der Sport seit seiner Kindheit, die er in Glatten (Kreis Freudenstadt) verbracht hat. Dass er nicht nur zu Fußball-Themen Rückmeldungen von Fans erhält, scheint eine angenehme Abwechslung zu sein.

Der Fan selbst sei in den 1960er-Jahren im Norden Englands geboren, heißt es in dem Brief. Mit einem Engländer als Vater aber einer Deutschen als Mutter erhielt er den Namen „Jürgen“. Eine eher ungewöhnliche Wahl in seiner Heimat. Und das bekam er demnach auch zu spüren.

Klopp bringe dem Namen Ehre

Denn für die Briten habe der Name für den „typischen Deutschen“ gestanden, schreibt der Fan – bis Jürgen Klopp nach England kam. Nun würde der Vorname mit der Ehre, dem Stolz und Mitgefühl, der Vision und Integrität assoziiert, die Klopp mit nach Liverpool gebracht hatte. Man merkt dem Fan seine Bewunderung für den 57-Jährigen an.

Dank Jürgen Klopp könnten die Menschen in England nun endlich auch seinen Namen aussprechen, richtig schreiben und würden sich an ihn erinnern, schrieb der Fan weiter. Er versprach sich in Zukunft darum bemühen, den Standard, den Klopp für den Vornamen erarbeitet habe, aufrechtzuerhalten und danach zu leben.

Spitzname seit Tag Eins

Wie Klopp im Anschluss erklärt, habe er mit dem Vornamen in Deutschland dieselben Probleme gehabt – zumindest dort, wo er herkommt: dem Schwarzwald. Dort sei der Name ein „wirklich, wirklich schlechter“. Deshalb habe er seit dem ersten Tag seines Lebens einen Spitznamen bekommen.

Und zwar „Elisabeth“. „Denn ich sah aus wie meine Mutter“, erklärt der Ex-Trainer. In der Universität etablierte sich später der Spitzname „Kloppo“. Aber „niemand hat mich je Jürgen genannt“, sagt er. Und in Liverpool wurde es dann zu „Jerrgen“ mit einem langgezogen „e“. „Also: Willkommen Jerrgen“, richtet er sich abschließend an den Fan.