Mit einer Vorlesung über das Universum endete die dritte Ausgabe der Kinderuni im Haus der Begegnung. Die vor zweieinhalb Jahren gegründete Einrichtung ist ein Erfolg.
„Die wichtigste Grundlage der Forschung ist die Neugier.“ Mit dieser Aussage beendete Kinderuni-Gründer Manfred Mutter dies diesjährige Ausgabe, die in der Doppelgemeinde zum dritten Mal angeboten wurde. Mit bis zu 280 Anmeldungen erhielten die Verantwortlichen erneut eine kräftige Resonanz auf ihr kostenfreies Angebot. 185 Kinder bekamen am Mittwoch ihre Diplome überreicht, verbunden mit einem Präsent. Um diese zu erhalten, mussten die Kinder wenigstens drei der vier Vorlesungen besucht haben.
Ermöglicht wurde die Reihe erneut durch Sponsoren sowie dem Einsatz von 16 Ehrenamtlichen. Sie sorgten für den reibungslosen Ablauf, beginnend bei der Ausgabe der „Studentenausweise“ und der Abstimmungskarten, bis hin als Helfer inmitten der Zuschauerreihen.
Weil die eigentliche Referentin verhindert war, konnte mit Professor Stefan Antusch von der Universität Basel kurzfristig ein Ersatz vorgezogen werden, der für das kommende Jahr geplant war. „Wir haben ihn bei der Basler Kinderuni bereits gesehen. Das wird ein toller Vortrag“, versprachen Mutter und Hans-Joachim Wallny, welcher mitverantwortlich für die Dozentenauswahl ist.
Sonnenlicht reist acht Minuten
„Was wissen wir über das Universum“ begann erstmal mit vielen Zahlen, die einzusortieren sogar mancher Erwachsener kaum können dürfte. „Ich war bereits als Kind sehr von dem Thema fasziniert“, begann der 52-Jährige. Nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren habe sich das All fortan ausgedehnt. Um dies zu verdeutlichen, verglich er das Universum mit einem Hefezopf. „Die Rosinen darin sind die Planeten und Sterne. Mit der Ausdehnung wird auch der Abstand zwischen ihnen größer.“ Wegen der riesigen Dimensionen werden die Abstände mit der Dauer der Reise von Licht verglichen. So ist das Licht der Sonne bis zur Erde acht (Licht)Minuten unterwegs. Der nächste Stern, Proxima Centauri, ist bereits 4,2 Lichtjahre entfernt.
Faszination Schwarze Löcher
Gibt es überhaupt Schwarze Löcher und wenn ja, was bedeutet das für uns? Dieses Thema faszinierte die Kinder bis über die Fragerunde zum Schluss hinaus. Dank der Messung von Gravitationswellen beim Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher könne man davon ausgehen, dass es sie gibt, erklärte Antusch mit kindgerechten Modellen. Alleine in der Milchstraße gebe es rund 20 000 kleinere Schwarze Löcher, die zum Ende eines massereichen Sternes in Folge einer Supernova entstünden. Was es dahinter gebe, wollten viele Kinder gleich mehrfach wissen. „Wir wissen es noch nicht“, musste der Wissenschaftler bekennen.
Leben im All wäre möglich
Dass es vergleichbare Planeten im Weltraum gibt, die der Erde ähnlich sind, gehörte zum Schlussthema der Vorlesung. Mehr als 5000 sogenannte Exoplaneten wurden inzwischen entdeckt, auf denen Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan festgestellt wurden und deren Mitteltemperatur flüssiges Wasser ermöglichen könnten. „Was ist, wenn die Lebewesen gar kein Wasser benötigen?“ fragte ein Kind. Von dieser und weiteren schlauen Fragen zeigte sich der Experte wiederholt beeindruckt. „Auch das sollte man im Blick behalten“, entgegnete er und stand nach der offiziellen Fragerunde noch lange im Foyer zur Verfügung.