Viel Betrieb: Hunderte Kinder haben beim Umzug in Heiligenzell mitgemacht. Foto: Bohnert-Seidel

Heiligenzell ist eine der wenigen Ortschaften, in denen noch ein Kinderumzug als Straßenfasnacht gefeiert wird. Auf die Fahne geschrieben haben sich die Besonderheit seit Jahrzehnten die Feuerhexen mit Unterstützung von Vereinen und Geschäftsleuten. Auch dieses Jahr waren hunderte Kinder dabei.

Die Feuerhexen Heiligenzell feiern 2024 ihr 44-jähriges Bestehen. Einen Kinderumzug hat es seit Bestehen der Feuerhexen so gut wie schon immer gegeben. Inzwischen hat sich dessen besondere Atmosphäre nicht nur in der Großgemeinde Friesenheim herumgesprochen. So kamen am Samstag auch aus dem Ried und anderswoher Eltern oder Großeltern mit ihren Kindern nach Heiligenzell. „Jedes Jahr werden es sehr viel mehr“, stellt Edith Schaub, Vorsitzende der Feuerhexen, fest. Die Oberhexe freut sich darüber, dass auch dieses Jahr wieder alle zugesagt hatten, mitzumachen. Alle, das sind Bäckermeister Siegfried Heitzmann bei „Norma“, die Haus- und Gartenfreunde mit ihrem Vorsitzenden Helmut Britsch in der Westendstraße, Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp auf ihrem Hof, Dinos Trinacria mit Speisen, Ellen Burkart im Café, die Feuerhexen auf dem Rathausplatz beim Narrenbaum sowie die Feuerwehr Heiligenzell, die auf dem Hof jede Menge Süßigkeiten für die Kinder bereit hält.

 

Umzug war ursprünglich am Rosenmontag gewesen

Früher wurde der Umzug noch am Rosenmontag gefeiert. Aber seit 2016 hat Edith Schaub mit ihren Feuerhexen den Kinderumzug auf den Samstag verlegt. „Viele Eltern müssen am Rosenmontag arbeiten“, erklärt Schaub. Seit der Umzug am Samstagmittag laufe, seien viel mehr Familien dabei.

Straßenfasnacht bedeutet: Es geht zum Schnurre und Schnaige in ausgesuchte Häuser. Bevor jedoch die Leckereien verteilt werden, hallt über den Berg der Ruf: „Hoorig, hoorig isch di Katz. Und wenn die Katz nit hoorig isch, dann fangt sie keine Mäuse nit.“ Vorne weg platziert sich ein Ensemble des Musikvereins ebenfalls in närrischer Kleidung und bläst munter ein paar Fasnachtslieder. So kündigt sich der Umzug mit lautem Getöse an.

Pünktlich um 14.30 Uhr läutet Torsten Schaub die Glocke und der Trupp marschiert los. Kinder in den herrlichsten Kostümen sind zu sehen: Clowns, Katzen, Tiger, Löwen, Cowboys Krokodile, Feen und Zauberer oder einfach nur lustige Vagabunden.

Alles spielt sich draußen ab und Treffpunkt ist dort, wo die meisten Autos ihren Platz finden – beim Einkaufsmarkt Norma. Über die Westendstraße zieht sich auf einer Länge von gut 300 Metern ein Lindwurm hoch zum Haus von Karin und Helmut Britsch, wo die Haus- und Gartenfreunde einen reichen Tisch bereitet haben. Unterwegs lernen sich Eltern kennen, kommen gemeinsam ins Gespräch und haben selbst eine Menge Spaß. Torsten Schaub ist derjenige, der die Herde unterwegs beisammen hält und weiter lenkt. Dazwischen gibt es ein Tänzchen, eine kleine Stärkung, etwas Narretei und weiter geht es zur nächsten Station. Auf der gesamten Strecke sorgt die Feuerwehr für Verkehrssicherheit.