Das Kinder- und Jugend-Ensemble des Sommernachtstheaters Bad Herrenalb führt „Zabel und der Waldgeist“ auf. Das gefällt den Zuschauern und bringt den Mitwirkenden viel Lob ein.
Etwa 180 Zuschauer sind zur Premiere gekommen: Das Kinder- und Jugend-Ensemble des Sommernachtstheaters Bad Herrenalb hat am Samstag im Kurhaus das Märchenstück „Zabel und der Waldgeist“ gespielt. Regie führte Caroline Scheringer zusammen mit Carsten Thein.
Publikum Grundlage der Geschichte war die Handlung des Märchens „Die goldene Gans“ der Gebrüder Grimm. Caroline Scheringer hat es in heutiger Sprache und zeitgemäßer Aktion auf die Bühne gebracht. Im Publikum saßen Kinder ab vier Jahren zusammen mit älteren Geschwistern, Eltern und Großeltern.
Ob ein Kinderstück ankommt, verraten die spontanen Reaktionen. Es gab Passagen, in denen es mucksmäuschenstill war. Man hörte nur den nicht zu unterdrückenden Schluckauf eines Kindes im Publikum. Und es gab Szenen, in denen es turbulent zuging. Auf die Frage: „Habt ihr den Waldgeist gesehen? Er ist weg!“ rief ein Lausejunge aus den vorderen Reihen: „Der ist ins Klo gefallen!“ An dieser Stelle war im Drehbuch kein Lacher vorgesehen, aber was soll’s!
Geschichte um Winterwaldgeist macht Spaß
Inhalt Spaß gemacht hat die Geschichte um den Winterwaldgeist (Malea Nagel), die Schneeflocke (Leia Dress) und den Winter (Caroline Scheringer). Sie wollten erkunden, ob es noch Menschen gibt, die achtsam sind und teilen können. In der Familie mit Emmi (Jessica Post) und den Geschwistern Matze (Noah Ruppert), Lotta (Leni Nofer) und Zabel (Talea Meder) wollte nur Zabel teilen, obwohl ihn alle „Dummling“ nannten und ihm am wenigsten Proviant mitgaben, als er im Wald einen Baum fällen musste.
Weil er den Grundsatz „Wenn du dem Wald etwas nimmst, sollst du ihm auch etwas geben“, beherzigte, beschenkte ihn der Waldgeist mit einer magischen goldenen Gans (Caroline Scheringer). Die drei Mädchen Rosa (Emilia Rachowicz), Marta (Maya Souayah) und Alma (Irma Pribbernow) versuchten, die Gans zu stehlen, um „nie wieder arbeiten zu müssen“. Wer aber einen solchen Goldrausch hatte und die Gans berührte, blieb durch einen Zauber an ihr hängen.
Nun lenkte der Waldgeist seine Aufmerksamkeit auf die traurige Prinzessin des Landes (Jessica Post in einer Doppelrolle), um sie zum Lachen zu bringen. Der Waldgeist versuchte es mit Witzen. Kostprobe: „Wie nennt man einen Waschbär im Fitnessstudio? – Waschmaschine!“ Und Malea Nagel schlug in dieser Rolle sogar ein Rad auf der Bühne.
Zuletzt gelang es aber Zabel, die Prinzessin zum Lachen zu bringen, denn an seiner goldenen Gans klebte mittlerweile ganz Bad Herrenalb. Da lachten die Prinzessin und mit ihr der ganze Saal. Und die Kinder lachten über das Kunstverständnis von Zabel, der einen Schneemann baute mit einer Karotte am Po. Das löste den Zauber und war allen Gaunern eine Lehre.
Es war viel Bewegung in der Geschichte und auf der Bühne. Die jungen Schauspieler hatten keinen Leerlauf, waren textsicher und präsent. Chapeau!
Sogar Spezialeffekte gelingen dem Duo
Lob Die wenigen Requisiten und das einfache Bühnenbild wurden von den Technikern Markus Hoffmann und Moritz Bumb variantenreich ins Licht gesetzt. Sogar Spezialeffekte sind ihnen gelungen.
Gelobt wurde die Unterstützung von Hanna Nofer und Gerlinde Weiß in der Projektorganisation. Dank gab es für alle Eltern des Ensembles für „die tausend Häppchen“ in den vielen Proben.
Matthias Huck aus Bad Herrenalb, Vater von Talea Meder in der Hauptrolle als Zabel, war mächtig stolz. „Alle anderen haben es auch gut gemacht!“ Dem Aufruf, für das Sommernachtstheater der Erwachsenen im Juli 2026 zu spenden, will er mit 100 Euro nachkommen.
Birgit Kersten war gerührt von ihrem Enkel Noah Ruppert. Sie hatte sogar ein Premierengeschenk für ihn dabei. „Es war seine erste Rolle. Ich freue mich, dass er sich getraut hat! Ich weiß, wie aufgeregt man da ist“, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion.
Birgit Kersten gehört seit mehreren Jahren zum Ensemble des Sommernachtstheaters, das im Juli 2026 spielen wird, sofern die Finanzierung gelingt.