Zahlreiche Familien auf Picknickdecken, Strandstühlen oder Klapphockern zauberten eine idyllische und entspannte Atmosphäre bei der Aufführung von „Ronja Räubertochter“ des Regionentheater aus dem schwarzen Wald auf der Burg Hohennagold.
Mit dem neuen Format „Picknick-Bühne“ landete die Stadt Nagold auch bei dem Waldabenteuer von Astrid Lindgren unter Regisseur Andreas Jendrusch am letzten Sonntagnachmittag erneut einen Volltreffer.
Die märchenhafte Kulisse des Turniergartens in der Vorburg bot sich optimal für den Theatergenuss samt Picknick an. Schuhe aus, gemütlich auf der Picknickdecke sitzend und entspannt die Beine ausstreckend, so erlebte auch eine vierköpfige Familie aus Haiterbach mit ihren beiden Mädchen diesen besonderen kulturellen Nachmittag. „Das ist mal etwas ganz anderes“, so die begeisterte Mutter. Ergänzend zu ihren Eintrittskarten hatten sie einen lecker gefüllten Picknickkorb erhalten.
Lecker gefüllter Picknickkorb schon vor der Aufführung
Bereits zwei Stunden vor Beginn der Theateraufführung luden die darin enthaltenen Köstlichkeiten, wie Wraps mit Gemüsefüllung, Käsesalat, mit Marmelade gefüllte Pfannkuchen und Obstsalat zum Genießen ein. Auch der Knabbergenuss kam mit Nüssen und Gummibärchen nicht zu kurz.
Auf Sitzkissen verfolgten die jüngsten Theatergäste, in der ersten Reihe sitzend, die Geschichte um „Ronja Räubertochter“. Seitens des Regionentheaters schlüpfte Birgit Heintel in die Rolle von Mutter Lovis, ihr Mann Mattis wurde von Andreas Jendrusch verkörpert. Leonore Schöffle spielte deren Tochter Ronja. Dennis Papst war mit Birk, Borka und Glatzen-Per in drei verschiedenen Rollen zu sehen.
Ronja trifft auf Birk und wird verstoßen
„Ronja Räubertochter“ ist ein Stück über tiefe Freundschaft, Zusammenhalt, Emanzipation, Solidarität und Selbstbestimmung. Ronja ist der ganze Stolz und das Glück von Räuber Mattis, ihrem Vater. Die Familie lebt im rauen und mystischen Mattiswald voller sonderbarer Geräusche rund um Graugnomen und gefährlichen Wilddruden.
Auch vor den Borka-Räubern muss sich Ronja hüten und davor, nicht in den sogenannten „Höllenschlund“ zu fallen. Dort, wo die Mattis-Burg von der Nordburg getrennt wurde, trifft Ronja auf Birk, dem Sohn von Räuber Borka. Dieser gilt als Erzfeind ihres Vaters. Ronja und Birk freunden sich an, wofür sie von ihrem Vater verstoßen wird.
Die Freunde wagen den Sprung über den Höllenschlund
Als Schwester und Bruder verleben Ronja und Birk einen wunderbaren Sommer in der Freiheit ihrer Bärenhöhle. Vater Mattis muss sich besinnen als der harte Winter anbricht. Ronja rettet ihrem Freund Birk und den Borka-Räubern das Leben und behauptet sich gegenüber ihrem Vater, der an ihrem „Bruder“ Menschenraub begeht. Ronja und Birk wagen den Sprung über den Höllenschlund und damit auch symbolisch die Kluft zwischen den beiden verfeindeten Sippen Mattis und Borka Richtung Happy End.
Das Stück, in dem literarische Vorbilder sowie Mythen aufgearbeitet und vom Regionentheater toll umgesetzt wurden, faszinierte sowohl die vielen Kinder als auch die begleitenden Erwachsenen, Eltern und Großeltern, im Turniergarten. Die Vorstellung am Sonntagnachmittag in der baumbewachsenen Vorburg der Hohennagold lässt sicher viele Zuschauer auf eine Fortsetzung dieses neuen Veranstaltungsformats hoffen.