Der Um- und Anbau der Waldschule Neuweiler zur Kindertagesstätte schreitet voran. Foto: Fritsch

Ob Wasserschaden oder schimmelbefallene Wände - beim rund drei Millionen Euro teuren Um- und Anbau der Waldschule Neuweiler zur Kindertagesstätte war bisher der Wurm drin. Im September soll das Bauprojekt fertiggestellt sein. Wird das was?

Neuweiler - Es ist ein fast schon leidiges Thema: der Um- und Anbau der Waldschule Neuweiler zur Kindertagesstätte.

 

Die Bauten der Waldschule sind gut 50 Jahre alt und in einem dementsprechend maroden Zustand. Denn viele Flächen im Altbau haben einen Wasserschaden – über die Jahre ist Wasser eingesickert und hat den Boden stark in Mitleidenschaft gezogen, weshalb der alte Estrich raus musste. Konkret ging es um eine 550 Quadratmeter große Fläche. Damit aber nicht genug mit den bösen Überraschungen: Teilweise sind die Wände von Schimmel befallen.

"Da müssen wir die Gipskartonplatten erneuern, weil das schimmelbelastete Material kann man ja nicht wieder in einem Kindergarten einbauen", erklärte Architekt Friedrich Großmann noch im vergangenen Sommer zum Ausmaß der Schäden. Die Gemeinde rechnete alleine durch diese notwendige Erneuerung mit Mehrkosten in Höhe von 80 000 Euro. Die Altlasten des Gebäudes zogen sich auch durch die insgesamt zwölf Vergaben, die der Gemeinderat vergangenes Jahr noch zu tätigen hatte. So steigerte sich beispielsweise der Preis beim Gewerk Klempnerarbeiten und ließ damit die Gesamtkosten nochmal weiter ansteigen. Diese sind sowieso schon beträchtlich: Verwaltung und Architekt kalkulierten vergangenen Sommer mit End-Gesamtkosten von um die drei Millionen Euro – aktuell veranschlagt im Haushalt sind 2,6 Millionen.

Ausreichende Zahl von Kindergartenplätzen

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden nun die Vergaben der Arbeiten für die Gewerke Sanitär, Heizung und Erdsonden, sowie Lüftung bekannt gegeben – dieses Mal zum Glück ohne böse Überraschungen.

Bürgermeister Martin Buchwald zeigte sich dementsprechend zuversichtlich: Damit sei jetzt erst einmal ein "wichtiger Baustein" auf den Weg gebracht worden. Doch wie sieht es mit dem Bedarf an Kindergartenplätzen aus, der bis zur Fertigstellung der neuen KiTa ja schließlich anderweitig gedeckt werden muss?

Was diese Angelegenheit betrifft, konnte Buchwald den Gemeinderat beruhigen: "Wir haben eine ausreichende Zahl von Kindergartenplätzen."

Man könne schließlich nicht erwarten, dass jedes Kind einen Platz im Wohnort bekomme. Wenn alles nach Plan läuft, könnte ein möglicherweise wiederauftretender Bedarf sowieso spätestens mit der Fertigstellung der neuen KiTa im Herbst gedeckt werden. Denn: Man hält weiter am anvisierten Fertigstellungsdatum 1. September fest. "Laut den Planungen des Architekten sollte der Um- und Anbau im September fertig gestellt sein", konnte Buchwald mitteilen.

Tempo soll angekurbelt werden

Ein zugegebenermaßen recht "sportliches" Ziel aufgrund der ganzen bisherigen Überraschungen, so der Schultes. Doch: "Im Moment liegen wir noch im Zeitplan", vermeldete er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Es werden nun als nächstes die Arbeiten in den vergebenen Gewerken angegangen. Ein kleines Detail verriet Buchwald bereits: So erzählte er, dass bald ein "kindgerechtes Heizen" möglich gemacht werde, da eine Fußbodenheizung in der neuen Kindertagesstätte geplant sei. Gemeinderat Rainer Dörich erkundigte sich dann bei der jüngsten Gemeinderatssitzung noch, wann denn die Vergabe der Arbeiten im Außenbereich erfolge. Schließlich sei ein Kindergarten, wo die Kinder nicht raus können zum Spielen "nur halb so schön". In eine der nächsten Gemeinderatssitzungen würde das geklärt werden, so Buchwalds Antwort.

"Es sollte direkt auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung stehen", versuchte Gemeinderat Manuel Günther das Tempo anzukurbeln. Sonst sei "schnell wieder April" und die Sache immer noch nicht geklärt, fürchtete er.

Da kann man wohl nur hoffen, dass für das "sportliche Ziel", die Kindertagesstätte im September diesen Jahres fertigzustellen, noch genügend Zeit bleibt.