Die Kindertagesstätte Buddelflink musste lange auf eine neue Leitung warten. Ab 1. Februar ist Daisy Lombardi die neue Chefin. Foto: Wolfgang Krokauer

In der Kindertagesstätte in Bieselsberg hat es einige Probleme gegeben. So war die Leitung lange unbesetzt. Die Lösungen der Gemeinde sehen so aus.

In einer gemeinsamen Erklärung erläuterten die beiden Elternbeiräte Linda Peußer und Jessica Schührer, welche Schwierigkeiten es in der Kindertagesstätte Buddelfink in Bieselsberg in den vergangenen Monaten gegeben habe. Das Schreiben der beiden Frauen war Thema in einer Bürgerfragestunde des Gemeinderates. Es liegt unserer Redaktion vor.

 

Dauer und Überbrückung der Vakanz

Peußer und Schührer sind darüber irritiert, dass die Leitung der Kindertagesstätte seit Juli bereits unbesetzt sei. Inzwischen gibt es aber eine Nachfolge. Das teilte Bürgermeister Matthias Leyn in der Dezembersitzung des Gemeinderates mit. Die neue Leiterin tritt zum 1. Februar ihre neue Stelle an. Laut Homepage der Gemeinde wählte der Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung am 21. Oktober Daisy Lombardi in diese Position.

Die beiden Frauen wollen wissen, warum die Vakanz in der Leitung der Kindertagesstätte so lange dauerte. Außerdem fragen sie in ihrem Schreiben, welche Maßnahmen zum Überbrücken dieses Zeitraums und zur Besetzung der Stelle ergriffen wurden.

Die beiden Elternbeiräte monieren aber nicht nur die lange Vakanz, sondern auch das Verfahren. So sei die Leitung der Kindertagesstätte zunächst intern und dann extern ausgeschrieben worden. Dagegen habe man die Position des Hauptamtsleiters nur intern ausgeschrieben. Die beiden Frauen fragen, welche Kriterien der Entscheidung zugrunde liegen würden, die Kindertagesstättenleitung extern auszuschreiben, während eine andere wichtige Position wie die des Hauptamtsleiters nur intern besetzt werde.

Was sagt die Verwaltung zur Frage, warum es zunächst eine interne und dann eine externe Ausschreibung der Kindertagesstättenleitung gab? „Sofern bei einer internen Stellenausschreibung keine geeigneten Kandidaten vorliegen, obliegt es dem Bürgermeister, die Stelle extern auszuschreiben. Dies wurde auf Wunsch des Gemeinderats in der Vergangenheit so gehandhabt“, teilte dazu Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Fristen beachten

Zur Länge der Vakanz ist von Stocker zu erfahren, dass es sich um einen regulären Prozess handele. Die Gemeinde müsse diverse Fristen beachten, wie beispielsweise eine adäquate Bewerbungsfrist, die zeitliche Möglichkeit Vorstellungsgespräche zu terminieren sowie Kündigungsfristen oder Freistellungen der Neubesetzung. „Eine Erzieherin aus einer anderen Einrichtung hat während der Vakanz die Vertretung übernommen, was nach der Neubesetzung wieder aufgelöst wurde“, teilte Stocker zur Überbrückung der Vakanz mit.

Kosten der Stellenausschreibung

Die Kosten für eine externe Ausschreibung der Leitungsstelle seien auf rund 15 000 Euro geschätzt worden, schreiben die beiden Frauen. „Dies wurde bereits in einer früheren Sitzung von einer anderen Bürgerin angesprochen“, so die beiden Elternbeiräte in ihrem Brief. Dann fragen sie, ob die Verwaltung die Kosten in Höhe von dann 13 000 Euro für die externe Ausschreibung geprüft habe und ob es eine Rechtfertigung dieser Kosten gebe.

8500 Euro ausgegeben

Bei den Kosten der Ausschreibung stimmen nach Angaben des Rathauses weder die 15 000 noch die 13 000 Euro. Gemeindesprecherin Stocker nennt stattdessen 8500 Euro, „die sich aus dem Aufwand des ausführenden Büros sowie den Kosten in den Printmedien zusammensetzen“.

Notbetreuung und Stellen von Personal In der Kalenderwoche 50 im Dezember sei es bei einer Notbetreuung in der Kindertagesstätte nicht möglich gewesen, Personal aus einer anderen Kindertagesstätte der Gemeinde zur Überbrückung oder Unterstützung in die betroffene Einrichtung zu versetzen, lautet eine weitere Klage der beiden Elternbeiräte in ihrem Brief. „Welche strukturellen Hindernisse stehen einem solchen internen Personalausgleich im Wege?“, fragen die beiden Frauen. In ihrer Antwort stellte Gemeindesprecherin Stocker klar, dass die Notbetreuung von Kindern aus der Bieselsberger Einrichtung nichts mit der Vakanz der Leistungsstelle zu tun habe. Sie habe sich zufällig parallel ereignet, da das Personal durch Krankheit ausgefallen sei.

Ausfälle wegen Krankheit

„Eigentlich hätte die Gemeinde die Kita deshalb sogar schließen müssen, kam den Familien aber mit alternativer Betreuung in Oberlengenhardt und Schwarzenberg entgegen“, gibt Stocker in ihrer Antwort zu bedenken: „Anhand dieser Situation erfolgte zudem eine Abstimmung mit dem Elternbeirat, auch künftig so vorzugehen, zumal die Jahreszeit die krankheitsbedingten Ausfälle mit sich bringt. Gleichzeitig entspannt es die Suche nach Betreuung in den Familien und schont deren Bedarf von Urlaubstagen.“

Die Besucher der Kindertagesstätte in Bieselsberg hoffen, das dort wieder alles reibungslos funktioniert. Foto: Wolfgang Krokauer

Ausfall der Telefonanlage Darüber hinaus klagten die beiden Elternbeiräte in der Dezembersitzung des Gemeinderates, dass die Telefonanlage in der Kindertagesstätte seit fast drei Wochen außer Betrieb sei. „Dies stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, insbesondere in Anbetracht möglicher Notfälle, in denen eine schnelle Kommunikation unerlässlich ist“, geben sie zu bedenken.

Die Elternbeiräte wollen den Grund für den langen Ausfall wissen. Außerdem fragen sie, wie trotz eines Ausfalls bei akuten Fällen eine Kommunikation gewährleistet werden könne. Schließlich fragen sie, warum die Erzieherinnen der Kindertagesstätte mit dem Beheben des Problems betraut worden seien, anstatt dass dies zentral und unverzüglich die zuständige Abteilung der Verwaltung übernommen habe.

Rund zwei Wochen ausgefallen

„Beim Ausfall des Telefons handelte es sich um eine Störung, die auch nicht über Fernwartung zu beheben war und sogar durch einen Techniker vor Ort auch erst im zweiten Schritt behoben werden konnte, immer auch unter dem Aspekt des Tagesablaufs in der Kita“, antwortet dazu Stocker. „Leider wurde das zuständige Hauptamt nicht direkt aus der Kita informiert, sodass zeitliche Verzögerungen entstanden und der Ausfall rund zwei Wochen anhielt“, bedauert die Gemeindesprecherin.

Notfall-Telefon steht bereit

Doch alle Beteiligten würden daraus lernen, versichert Stocker: „Bei neuerlichem Auftreten eines Telefonausfalls stellt die Gemeinde ein Notfall-Telefon zur Verfügung, dessen Nummer dann auch die Eltern erhalten.“

Stolperfallen im Außenbereich

Schließlich beklagen Peußer und Schührer den Zustand der Außentreppe des Kindergartens. Sie verweisen auf zwei Steinstufen im unteren Bereich. Sie stellten gerade für Kinder und ältere Personen ein erhöhtes Stolperrisiko dar. Sie regen deshalb einen Handlauf an. Dazu verweist Stocker zunächst auf die gesetzlichen Regelungen.

Demnach sei ein Handlauf bei Treppen vorgeschrieben, die mehr als drei Stufen überwinden. Am 14. Mai 2025 habe sich die Unfallkasse Baden-Württemberg die Kindertagesstätte angeschaut. „Hierbei wurde hinsichtlich der zweistufigen Treppenanlage, welche zum Hauptzugang führt, keine Beanstandung festgestellt. Insofern besteht per se kein grundlegendes Erfordernis zur Anbringung eines Handlaufes“, teilte Stocker abschließend mit.

Unfallkasse vor Ort