Viktoria Fink und ihre Mutter Olga (rechts) freuen sich über die hellen Räume.  Foto: Rapthel-Kieser

"Man musste mit viel Vorstellungsvermögen hier reinkommen und sich das Büroflair wegdenken", lacht die Erzieherin Viktoria Fink über die neue Bleibe ihrer Kindertagespflege. Seit dem 1. März ist sie mit dem "Wichtelstübchen" im ehemaligen AOK-Büro an der Hauptstraße 55.

Burladingen - Eigentlich sind Viktoria Fink und ihre Mutter und Kollegin, die Tagesmutter Olga Fink, samt der insgesamt elf Kleinkinder die sie derzeit betreuen, damit gar nicht so weit weg von jenem Gebäude, in dem es für die junge Unternehmerin und Erzieherin anfing. Dem Zentrum am Rathausplatz. Hier hatte die BeneVit schon in der Planungsphase eine Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahre vorgesehen – für Viktoria Fink der Sprung in die Selbstständigkeit (wir berichteten). Sie gründete das "Wichtelstübchen".

Mittlerweile ist dieses Angebot aus Burladingens Stadtmitte nicht mehr wegzudenken und für viele berufstätige Eltern eine große Unterstützung. Mit dem Umzug in die ehemaligen Räume der AOK haben sich die Finks jetzt nicht nur etwas vergrößert, es gelang ihnen auch, den Kindern ihre gewohnte Umgebung zu erhalten.

Seit dem die AOK im September 2018 ihre Geschäftsstelle in der Fehlastadt aufgab, standen die Räume meist leer. Monatelang hing ein Schild im Fenster, wurden die 114 Quadratmeter zur Miete angeboten. Von der Idee, eine Kindertagespflege einziehen zu lassen, war der Vermieter gleich angetan.

Alles wirkt hell und freundlich

Und die Finks legten los und planten den Umzug. "Wir haben alles neu gekauft, Spielzeug wie Rutsche, Bällebad, Krabbelstraße sowie Matten, Kinderbetten, die Wickelkommode und die beiden Krippenwagen. Aber auch die Couch, der Esstisch und die Stühle sind ganz neu", strahlt Viktoria Fink voller Stolz. Zusammen mit Freunden und der Familie hat sie dann die Räume dazu passend in Mintgrün frisch gestrichen. Alles wirkt hell und freundlich. Nur noch die großen hohen Schränke, in denen einst die Krankenakten aufbewahrt wurden, erinnern ein wenig an das ehemalige Büro und den Vormieter.

Olga Fink lacht über die Frage, ob so viel Stauraum denn gebraucht würde. "Natürlich, die sind alle voll. Bastelsachen, Malstifte, Windeln. Bei elf Kindern kommt da ganz schön was zusammen. Auch wenn immer nur neun gleichzeitig da sind."

Den Schnitt der Räume finden die Finks ziemlich ideal. Schlafraum, Küche, Toiletten und Wickelzimmer grenzen im hinteren Bereich an den einen großen Raum zentral in der Mitte. "Da haben wir aus jeder Ecke und auch vom Esstisch immer den Überblick", freut sich Viktoria Fink.

Zwar liegt die Kindertagesstätte direkt an der Hauptstraße, aber die schalldichten Fenster sorgen dafür, dass der Verkehrslärm kaum zu hören ist. Und für die Kinder-Betreuerinnen war das besondere Schmankerl der Hintereingang. Der führt direkt raus, am Hintereingang der Bäckereien vorbei und über den Fußgängerweg zum Spielplatz am Marktplatz und den Wasserspielen. Dahin, wo die Kinder auch sonst oft draußen sind und ihre Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung beginnen.

Vor dem Umzug kam von allen Seiten die Unterstützung

Voll des Lobs ist Viktoria Fink für die Stadt Burladingen. Als sich der Umzug wegen fehlender Genehmigungen des Landratsamts um genau einen Monat verzögerte, gerieten ihre ganzen Pläne ins Schlingern. Denn die alte Bleibe bei der BeneVit war schon gekündigt, die neue durfte noch nicht in Betrieb gehen. Die Stadt Burladingen half mit einer Monatsmiete und die BeneVit reagierte und hängte den Februar einfach noch einmal ran. "Da sind wir Kaspar Pfister und dem Personalleiter Christoph Beck sehr dankbar", sagt die junge Erzieherin.

Dass das Rathaus sich ebenfalls so schnell und erfolgreich einschaltete, wertet die Erzieherin so: "Das zeigt doch, dass auch der Stadt dieses Betreuungsangebot und dass es bestehen bleibt, wichtig ist."

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