Beim ehemaligen Backhäuschen des Unterschembachhofs war eine Baustelle eingerichtet Foto: Kern

Drei Tage lang war der Unterschembachhof eine bunte Stadt, in der die Kinder alles bestimmen. Dabei sein und mitbestimmen wollten täglich rund 90 Teilnehmer – so viele wie noch nie. Organisiert hatte die Kinderstadt der CVJM Hornberg.

„Wir stellen zwei Rekorde auf: die bisher größte Kinderstadt und das hochsommerliche Wetter“, bilanzierte Mirjam Staiger, Kinderstadt-Bürgermeisterin und Organisatorin vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) Hornberg bereits am Freitag.

Die meisten der Kinder waren alle drei Tage dabei, manche auch nur ein oder zwei Tage. Täglich wurde gespielt, gebaut und Freundschaften geschlossen. Dabei lernten die Kinder spielerisch die Strukturen einer Stadt sowie den Alltag ihrer Bewohner kennen und wie Geldumlauf funktioniert. Sie konnten selbst bestimmen, wo sie ihre Kinderstadttaler verdienten und sie wieder ausgaben.

Spielerisch die Strukturen einer Stadt erlernen

Nach dem Rotationsprinzip wurde mal in der Schneiderei, im Café, der Bäckerei oder sonst wo gearbeitet und mit dem dafür erhaltenen Lohn die Obstspieße am Kiosk, die Runde in der Hüpfburg sowie eine Behandlung im Schönheitssalon bezahlt. Angebote gab es reichlich, denn die Kinder konnten sich an mehr als Stationen ausprobieren und die Stadt nach ihren Vorstellungen gestalten. Dazu gehörte – wie derzeit in Hornberg allgegenwärtig zu sehen – auch eine eingerichtete Baustelle und zwar beim ehemaligen Backhäuschen, der „Schembekapelle“. Dort war ein tatkräftiger Bautrupp mit Schaufeln und Spitzhacken zugange. Auch eine Führerscheinprüfung für den Traktor konnte abgelegt werden. Ein Zugpferd war der Parcours im Wald bei der „Bundeswehrausbildung“. Mit Jugendreferentin Magdalena Gramer und Kathrin Bösiger balancierten die Kids in Tarnkleidung, mit Rucksack und geschwärzten Gesichtern auf Slacklines und krochen durch Tunnel.

Nachmittags wurde in der Kinderstadt eine Bürgerversammlung abgehalten mit viel Musik, Theater und Geschichten. Foto: Kern

Jeden Nachmittag wurde eine Bürgerversammlung in der Tenne des Hofs anberaumt, wie Anna Henne, die Vize-Kinderstadtbürgermeisterin, erklärte. Gemeinsam gesungene Lieder, kleine Theaterstücke und spannende Bibelgeschichten prägten diese Versammlungen.

Turbulente Reise mit einer Zeitmaschine

Turbulent inszeniert von Magda Gramer reisten die Kinder am Freitag mit einer Zeitmaschine in die Welt von Philippus und Simon, dem Magier. Entlang der Geschichte, in der Simon nach Macht und Prestige strebt, indem er sich taufen lässt und Geld für die Kraft Gottes bietet, verpackte Gramer die Botschaft, dass sich die wichtigsten Dinge im Leben nicht kaufen lassen: Vertrauen, Liebe, echte Freundschaft und Gott schon gar nicht. „Wir alle wollen irgendjemand gefallen, das ist menschlich, aber sich deshalb verstellen, das passt nicht,“ ermutigt die Jugendreferentin dazu, „ganz du selbst zu sein, denn du bist richtig und wichtig, so wie du bist“.

Anschließend wurde in Kleingruppen das Thema noch einmal aufgearbeitet, denn die Altersstufen der Teilnehmenden bewegten sich zwischen fünf und zwölf Jahren.

Darum geht’s

Beim Sommerferienprogramm von Hornberg ist die Kinderstadt, die vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) organisiert wird, seit sechs Jahren dabei. Die Teilnahme ist kostenlos und es ist dem CVJM wichtig, dies weiterhin ermöglichen zu können. Dieses Jahr sorgten rund 40 Betreuer für einen reibungslosen Ablauf.