Fast fünf Jahrzehnte hat Rolf Bühler Kinder sicher durchs Wasser begleitet. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt er wie aus der Angst vor dem Wasser eine Leidenschaft wurde.
Wasser war nicht seine Welt. Jedenfalls nicht am Anfang. Als Rolf Bühler im Alter von acht Jahren von seinen Eltern zu einem Schwimmkurs geschickt wurde, wollte er nur eines: so schnell wie möglich wieder raus. Er hatte Angst und schrie während des gesamten Kurses. Niemand ahnte damals, dass genau dort der Grundstein für sein späteres Leben am Beckenrand gelegt wurde.
Der Kurs wurde abgeschlossen – und Rolf Bühler konnte schwimmen. Ab diesem Moment verbrachte er einen Großteil seiner Kindheit im Hallenbad Sulgen. Dort arbeitete auch Bademeister Siegfried Staiger, der eines Tages Rolf und seinen Bruder fragte, ob sie in den Schwimmkursen mithelfen wollten. Brettchen reichen, Kinder motivieren – scheinbar einfache Aufgaben, aus denen sich eine lebenslange Verbindung entwickelte.
Leidenschaft Schwimmen
1982 trat Bühler der DLRG Schramberg bei. Klaus Heusch, damaliger Vorsitzender, wurde für ihn ein prägender Wegbegleiter – und später sein Vorgänger. Ab dem Jahr 2000 leitete Bühler die Anfängerkurse in Aichhalden, ab 2003 unter dem Namen seiner eigenen Schwimmschule „Rolfs Kinderschwimmschule“ mit Kursen im Sportpark fit.S, wo er bis heute aktiv war.
Das Schwimmen war dabei nie sein Beruf – hauptberuflich arbeitet er bei der Polizei. Doch seine Leidenschaft fürs Wasser blieb ein Herzensprojekt, das ihn Abend für Abend in die Schwimmhalle führte.
Eine Erkrankung vor zwei Jahren zwang Bühler erstmals zu einer längeren Pause. Auch deshalb zieht er nun einen Schlussstrich: „Ich kann meinen Kunden keine Garantie mehr geben, dass die Kurse regelmäßig stattfinden“, sagt er offen. „Und das möchte ich nicht verantworten.“ An Motivation habe es ihm nie gemangelt. „Ich habe immer gesagt, ich höre erst auf, wenn mir der Spaß vergeht – aber der Spaß ist nie vergangen.“
Auf besondere Momente angesprochen, möchte Bühler nichts hervorheben. Jeder Kurs sei auf seine Weise besonders gewesen – sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Dann lächelt er: „Am schönsten ist es, wenn Eltern zu mir kommen und sagen: Du hast mir das Schwimmen beigebracht – und jetzt auch meinem Kind.“
Große Dankbarkeit
Die Dankbarkeit der Eltern zeigt sich oft in kleinen Geschenken nach Kursende: T-Shirts mit witzigen Aufdrucken, Karten, Danksagungen. Eines davon zeigt ein Pferd in einem Schwimmreifen mit dem Schriftzug Seepferdchen. Bühler lacht: „Da denkt man sich: Du hast wohl doch nicht alles falsch gemacht.“
2553 Kinder brachte er das Schwimmen bei
Nach fast fünf Jahrzehnten verabschiedet sich Rolf Bühler nun als Schwimmlehrer – nach unzähligen Kursen, in denen er seit 2000 bis heute insgesamt 2553 Kindern das Schwimmen beigebracht und 906 Seepferdchen-Abzeichen abgenommen hat.
Und wo lernen die Kinder künftig schwimmen? Janina Dold, Vorstandsmitglied des Sportvereinszentrums fit.S, versichert: „Es wird weiterhin Schwimmkurse geben. Aber ob es mit so viel Herzblut klappt wie bei Rolf – wir hoffen es.“